Armut und Reichtum

Lebenslagen

Armut wird heute im weiteren Sinn als Mangel an Teilhabe- und Verwirklichungschancen verstanden. Neben einkommensbasierten Armuts- und Reichtumsindikatoren werden daher in diesem Themenfeld auf der Grundlage des Lebenslagenansatzes auch nichtmaterielle Indikatoren der sozialen Exklusion aufgegriffen.

Lebenslagen – Bildung, Arbeitsmarkt, Gesundheit

Zertifikatsarmut

Zertifikatsarmut

Der Indikator misst den Anteil von Personen an der Gesamtbevölkerung, die als zertifikatsarm eingestuft werden. Unter Zertifikatsarmut versteht man den Mangel an erworbenen schulischen oder beruflichen Ausbildungszertifikaten. Dabei wird zwischen absolute Zertifikatsarmut und relative Zertifikatsarmut unterschieden.

Abbildung A4.1.1 Zertifikatsarmut 2016


Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A4.1.1 Zertifikatsarmut nach Migrationshintergrund* und Geschlecht in Baden-Württemberg 2016

wdt_ID Nach Merkmal ingesamt (in %) mit MH* (in %) ohne MH* (in %) Männer: insgesamt (in %) Männer: mit MH (in %) Männer: ohne MH (in %) Frauen: insgesamt (in %) Frauen: mit MH (in %) Frauen: ohne MH (in %)
1 Relative Zertifikatsarmut:
2 Frühe Schulabgehende 9,4 17,4 5,5 9,9 18,5 5,5 8,8 16,2 5,5
3 Personen mit niedrigem Bildungsstand 14,1 30,7 7,0 12,1 28,7 5,9 16,1 32,8 9,1
4 -
5 Absolute Zertifikatsarmut:
6 Schulabbrechende 2,2 (4,9) / 2,4 4,5 (1,0) (1,9) (4,0) /
7 Personen ohne Schulabschluss 3,5 9,8 0,8 3,1 8,6 0,7 3,8 10,9 0,8

*) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
/ = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Die relative Zertifikatsarmut in Form von frühen Schulabgängerinnen und -abgängern lag in Baden-Württemberg im Jahr 2016 bei 9,4 % – damit ist sie im Vergleich zu 2012 leicht gestiegen (+1,2 Prozentpunkte), liegt aber immer noch unter dem Wert für Deutschland gesamt (10,3 %).
In Baden-Württemberg hatten 14,1 % der 25- bis unter 65-Jährigen einen niedrigen Bildungsstand und galten damit ebenfalls als relativ bildungsarm. Hier liegt die Quote etwas über dem Bundesdurchschnitt. Was die absolute Bildungsarmut nach Zertifikaten anbelangt, waren unter den 18- bis unter 25-Jährigen 2,2 % Schulabbrechende – auch dieser Wert ist im Vergleich zu 2012 leicht angestiegen (+1,0 Prozentpunkte). Von den 25- bis unter 65-Jährigen in Baden-Württemberg waren 3,5 % ohne Schulabschluss.
Werden die vier Zertifikatsarmutsindikatoren nach Migrationshintergrund und Geschlecht differenziert, so wird deutlich, dass die Bevölkerung mit Migrationshintergrund deutlich häufiger (durchgängig mehr als dreimal so häufig) von Zertifikatsarmut (sowohl relativer als auch absoluter) betroffen ist als Menschen ohne Migrationshintergrund. Außerdem sind Frauen bei den Indikatoren der 25- bis unter 65-Jährigen (Personen mit niedrigem Bildungsstand und Personen ohne Schulabschluss) häufiger bildungsarm als Männer (Differenz: 4,0 bzw. 0,7 Prozentpunkte). Bei den Indikatoren der 18-bis unter 25-Jährigen (frühe Schulabgehende und Schulabbrechende) sind hingegen die Männer tendenziell etwas stärker von Bildungsarmut betroffen (um 1,1 Prozentpunkte bei den frühen Schulabgehenden, bei den Schulabbrechenden ist die Differenz aufgrund geringer Fallzahlen nicht ausweisbar). Dieses Muster zeigte sich auch bei Menschen mit und ohne Migrationshintergrund auf unterschiedlichem Niveau.

Definition:
Der Indikator misst den Anteil von Personen an der Gesamtbevölkerung, die als zertifikatsarm eingestuft werden. Unter Zertifikatsarmut versteht man den Mangel an erworbenen schulischen oder beruflichen Ausbildungszertifikaten. Dabei wird zwischen absolute Zertifikatsarmut und relative Zertifikatsarmut unterschieden.

Bewertung und empirische Relevanz:
Bildung ist eine zentrale Dimension hinsichtlich sozialer Exklusion, weil ein Mindestmaß an Bildung(-sabschlüssen) in der Regel Voraussetzung für die Arbeitsmarktintegration sowie häufig für ein regelmäßiges Einkommen oberhalb der Armutsgefährdungsschwelle ist. Aber auch außerhalb des Arbeitsmarktes bestimmt Bildung wesentlich die Teilhabe- und Verwirklichungschancen. So bestehen insbesondere deutliche Zusammenhänge zwischen Bildung bzw. Zertifikatsarmut und Armutsgefährdung. Hinzu kommt, dass geringer Bildungserfolg vergleichsweise häufig von einer Generation auf die nächste weitergegeben wird.

Datenquelle:
Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A4.1.1 Zertifikatsarmut nach Migrationshintergrund* und Geschlecht in Baden-Württemberg 2012


wdt_ID Nach Merkmal ingesamt (in %) mit MH* (in %) ohne MH* (in %) Männer: insgesamt (in %) Männer: mit MH (in %) Männer: ohne MH (in %) Frauen: insgesamt (in %) Frauen: mit MH (in %) Frauen: ohne MH (in %)
1 Relative Zertifikatsarmut:
2 Frühe Schulabgehende 8,2 15,1 5,3 8,1 15,6 5,1 8,2 14,6 5,5
3 Personen mit niedrigem Bildungsstand 14,5 32,5 8,3 11,2 29,4 5,0 17,9 35,5 11,6
4 -
5 Absolute Zertifikatsarmut:
6 Schulabbrechende 1,2 (2,7) / (1,4) / / / / /
7 Personen ohne Schulabschluss 3,1 9,8 0,7 2,5 7,8 0,7 3,6 11,8 0,7

*) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
/ = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Zertifikatsarmut nach Armutsgefährdung

Zertifikatsarmut nach Armutsgefährdung

Der Indikator zeigt die Armutsgefährdungsquoten von Menschen mit Zertifikatsarmutabsolute Zertifikatsarmut und relative Zertifikatsarmut. Dadurch wird der Zusammenhang beider Armutslagen (Einkommensarmut und Bildungsarmut) deutlich.

Abbildung A4.1.2.1 Armutsgefährdungsquoten Zertifikatsarmer in Baden-Württemberg im Zeitverlauf


Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

A4.1.2.1 Armutsgefährdungsquoten Zertifikatsarmer in Baden-Württemberg im Zeitverlauf

wdt_ID Jahr Frühe Schulabgehende (in %) Personen mit niedrigem Bildungsstand (in %) Schulabbrechende (in %) Personen ohne Schulabschluss (in %)
1 2007 25,9 24,7 (35,0) 38,7
2 2008 29,1 25,1 (44,5) 35,5
3 2009 36,6 26,9 (49,4) 38,8
4 2010 35,2 27,9 / 40,7
5 2011 35,1 28,9 (50,2) 40,7
6 2012 35,4 28,3 55,6 41,4
7 2013 36,7 29,5 (48,5) 41,5
8 2014 39,6 30,2 (42,9) 42,2
9 2015 35,3 30,8 43,8 41,8
10 2016 37,1 30,2 53,0 42,8

/ = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


A4.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten Zertifikatsarmer nach Migrationshintergrund* und Geschlecht in Baden-Württemberg 2016 – Relative Zertifikatsarmut

wdt_ID nach Merkmal Frühe Schulabgehende (in %) Personen mit niedrigem Bildungsstand (in %)
2 insgesamt 37,1 30,2
3 mit MH* 40,6 32,4
4 ohne MH* 31,7 26,1
5 -
6 Männer
7 insgesamt 34,3 31,3
8 mit MH 39,6 31,7
9 ohne MH 24,8 30,5
10 -
11 Frauen

*) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
/ = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


A4.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten Zertifikatsarmer nach Migrationshintergrund* und Geschlecht in Baden-Württemberg 2016 – Absolute Zertifikatsarmut

wdt_ID nach Merkmal Schulabbrechende (in %) Personen ohne Schulabschluss (in %)
2 insgesamt 53,0 42,8
3 mit MH* 56,9 45,0
4 ohne MH* (44,2) 42,4
5 -
6 Männer
7 insgesamt 52,9 41,8
8 mit MH (53,9) 42,2
9 ohne MH / 39,9
10 -
11 Frauen

*) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
/ = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Unter den frühen Schulabgehenden nahm die Armutsgefährdungsquote von 25,9 % im Jahr 2007 auf 37,1 % im Jahr 2016 zu. Bei den Personen mit niedrigem Bildungsstand zeigte sich mit 24,7 % im Jahr 2007 zu 30,2 % im Jahr 2016 ein etwas geringerer Anstieg der Armutsgefährdungsquote. Aufgrund teils zu geringer Fallzahlen lässt sich die Armutsgefährdung der Schulabbrechenden nicht darstellen. Die Armutsgefährdungsquote der absolut zertifikatsarmen Personen ohne Schulabschluss stieg von 38,7 % (2007) auf 42,8 % (2016) etwas an. Die Armutsgefährdungsquote der von Bildungsarmut betroffenen Personen hat seit 2007 deutlich stärker zugenommen als die Armutsgefährdungsquote der Gesamtbevölkerung.
Vergleicht man die verschiedenen Formen von Zertifikatsarmut untereinander, so kann man feststellen, dass Personen mit absoluter Zertifikatsarmut stärker armutsgefährdet sind als Personen mit relativer Zertifikatsarmt.
Innerhalb der relativen und absoluten Zertifikatsarmut wiederum sind jeweils die jüngere Gruppe (18- bis unter 25-Jährige) deutlich stärker armutsgefährdet als die ältere Gruppe (25- bis unter 65-Jährige). Bei den Schulabbrechenden waren im Jahr 2016 beispielsweise 53,0 % armutsgefährdet, während in der Gruppe der 25- bis unter 65-Jährigen mit gleichem formalem Bildungsstand (Personen ohne Schulabschluss) nur 42,8 % armutsgefährdet waren.

Zertifikatsarme Personen mit Migrationshintergrund sind durchgängig häufiger armutsgefährdet als ohne Migrationshintergrund.
Geschlechterunterschiede zeigten sich vor allem bei den frühen Schulabgehenden. Hier waren in Baden-Württemberg im Jahr 2016 weibliche frühe Schulabgehende zu 40,7 % armutsgefährdet, während es bei den Männern 34,3 % waren. Bei den anderen Indikatoren zur Zertifikatsarmut zeigten sich keine belastbaren Geschlechterunterschiede.
Bei der Kombination von Migrationshintergrund und Geschlecht fanden sich 2016 vor allem bei den Indikatoren der älteren Gruppe (Personen mit niedrigen Bildungsstand und Personen ohne Schulabschluss) Unterschiede dahingehend, dass Frauen mit Migrationshintergrund deutlich häufiger armutsgefährdet waren als Frauen ohne Migrationshintergrund (bei Personen mit niedrigem Bildungsstand betrug der Unterschied 9,4 Prozentpunkte, bei Personen ohne Schulabschluss 6,9 Prozentpunkte). Bei Männern in dieser Altersgruppe war dieser Unterschied um einiges geringer (1,2 bzw. 2,3 Prozentpunkte).

Definition:
Der Indikator zeigt die Armutsgefährdungsquoten von Menschen mit Zertifikatsarmutabsolute Zertifikatsarmut und relative Zertifikatsarmut. Dadurch wird der Zusammenhang beider Armutslagen (Einkommensarmut und Bildungsarmut) deutlich.

Bewertung und empirische Relevanz:
Es bestehen deutliche Zusammenhänge zwischen Bildung bzw. Zertifikatsarmut und Armutsgefährdung. Armutsgefährdung kann eine Folge von Bildungsarmut sein, Armutsgefährdung kann aber auch zu schlechteren Bildungschancen führen und damit Bildungsarmut begünstigen.

Hinweise:
Für die Berechnung der Armutsgefärdungsquoten wird das bedarfsgewichtete Äquivalenzeinkommen und der Landesmedian herangezogen. Der Zusammenhang von Armutsgefährdung und Qualifikationsniveau (ISCED-Skala) findet sich im Indikator Armutsgefährdungsquoten in Baden-Württemberg – differenziert nach Qualifikationsniveau.

Datenquelle:
Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A4.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten Zertifikatsarmer nach Migrationshintergrund* und Geschlecht in Baden-Württemberg 2012 – Relative Zertifikatsarmut


wdt_ID nach Merkmal Frühe Schulabgehende (in %) Personen mit niedrigem Bildungsstand (in %)
2 insgesamt 35,4 28,3
3 mit MH* 39,0 32,0
4 ohne MH* 31,3 23,2
5 -
6 Männer
7 insgesamt 32,0 28,5
8 mit MH 38,6 29,4
9 ohne MH 24,6 26,8
10 -
11 Frauen

*) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
/ = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A4.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten Zertifikatsarmer nach Migrationshintergrund* und Geschlecht in Baden-Württemberg 2012 – Absolute Zertifikatsarmut


wdt_ID nach Merkmal Schulabbrechende (in %) Personen ohne Schulabschluss (in %)
2 insgesamt 55,6 41,4
3 mit MH* (62,9) 41,6
4 ohne MH* / 40,4
5 -
6 Männer
7 insgesamt / 37,0
8 mit MH / 36,4
9 ohne MH / 39,3
10 -
11 Frauen

*) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
/ = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Erwerbslosenquoten

Erwerbslosen- und Langzeiterwerbs- und Extremlangzeiterwebslosenquoten

Der Indikator stellt die Erwerbslosenquote, die Langzeiterwerbslosenquote und Extremlangzeiterwerbslosenquote nach dem ILO-Konzept dar.

Abbildung A4.2.1.1 Erwerbslosenquote, Langzeiterwerbslosenquote und Extremlangzeiterwerbslosenquote in Baden-Württemberg im Zeitverlauf


Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A4.2.1.1 Erwerbslosenquote, Langzeiterwerbslosenquote und Extremlangzeiterwerbslosenquote in Baden-Württemberg im Zeitverlauf

wdt_ID Jahr Erwerbslose (in %) Langzeiterwerbslose (in %) Extremlangzeiterwerbslose (in %)
1 2007 5,0 2,4 1,6
2 2008 4,3 1,7 1,2
3 2009 5,2 1,8 1,1
4 2010 4,9 1,9 1,1
5 2011 3,6 1,4 1,0
6 2012 3,4 1,2 0,8
7 2013 3,4 1,1 0,7
8 2014 3,2 1,1 0,7
9 2015 3,2 1,0 0,6
10 2016 3,2 0,9 0,5

Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Abbildung A4.2.1.2 Erwerbslosenquote, Langzeiterwerbslosenquote und Extremlangzeiterwerbslosenquote 2016


Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A4.2.1.2 Erwerbslosenquote, Langzeiterwerbslosenquote und Extremlangzeiterwerbslosenquote in Baden-Württemberg 2016

wdt_ID Nach Merkmal Erwerbslose (in %) Langzeiterwerbslose (in %) Extremlangzeiterwerbslose (in %)
1 Insgesamt 3,2 0,9 0,5
2 zum Vergleich: Deutschland 4,2 1,7 1,2
3 -
5 nach Geschlecht
6 Männer 3,2 1,1 0,6
7 Frauen 3,1 0,8 0,4
8 -
9 nach Migrationshintergrund*
10 ohne MH 2,3 0,7 0,4
11 mit MH 5,3 1,6 0,9

*) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
**) siehe Definition Armutsgefährdungsquoten. Für die Berechnung wurde der Landesmedian benutzt.
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
/ = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Die Erwerbslosenquote lag 2016 in Baden-Württemberg bei 3,2 % und damit unter dem Niveau der Bundesrepublik insgesamt (4,2 %). Seit 2007 (5,0 %) hat die Erwerbslosenquote in Baden-Württemberg zuerst zu- und nach dem Krisenjahr 2009 wieder abgenommen. Seit 2014 ist sie konstant bei 3,2 % geblieben.
Die Langzeiterwerbslosenquote und die Extremlangzeiterwerbslosenquote ist in den letzten neun Jahren kontinuierlich gesunken und lag im Jahr 2016 bei 0,9 % bzw. 0,5 %.
Unterschiede zwischen den Geschlechtern finden sich weder 2012 noch 2016. Allerdings ergaben sich sowohl 2012 als auch 2016 deutliche Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Altersgruppen in Baden-Württemberg. Insbesondere Jüngere (Jugendliche bis unter 18 Jahre und junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren) waren mit einer Erwerbslosenquote von jeweils 5,4 bis 6,0 % überproportional stark betroffen. Anders als bei der Erwerbslosigkeit insgesamt konzentriert sich Langzeit- und Extremlangzeiterwerbslosigkeit nicht auf Jugendliche und junge Erwachsene, sondern auf ältere Erwerbspersonen.
Deutliche Unterschiede zeigten sich außerdem bei Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Im Jahr 2016 waren 5,3 % der Menschen mit Migrationshintergrund von Erwerbslosigkeit betroffen, während es bei Menschen ohne Migrationshintergrund anteilsmäßig halb so viele waren (2,3 %). Dieses Muster findet sich analog auch bei der (Extrem-) Langzeiterwerbslosigkeit wieder – allerdings auf einem anderen Niveau.
Die Armutsgefährdungsquoten für Erwerbslose, Langzeiterwerbslose und Extremlangzeiterwerbslose zeigen, dass diese Personengruppen durch ihren fehlenden Zugang zu einem Erwerbseinkommen sehr stark von Armutsgefährdung betroffen sind. Ungefähr die Hälfte der Erwerbslosen (50,5 %) und 61,7 % der Langzeiterwerbslosen waren 2016 auch armutsgefährdet. Bei den Extremlangzeiterwerbslosen sind mehr als zwei Drittel (66,9 %) armutsgefährdet. Im Vergleich zu 2012 sind die Armutsrisiken für alle drei Gruppen zurückgegangen. Am stärksten war der Rückgang bei den Langzeiterwerbslosen.

Definition:
Der Indikator stellt die Erwerbslosenquote, die Langzeiterwerbslosenquote und Extremlangzeiterwerbslosenquote nach dem ILO-Konzept dar.

Bewertung und empirische Relevanz:
Die Inklusion in das Erwerbsleben hat neben dem damit verbundenen Zugang zu Erwerbseinkommen zahlreiche relevante Effekte auf die Möglichkeiten und Formen sozialer Integration und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Die Exklusion aus dem Arbeitsmarkt im Sinne von (Langzeit-) Erwerbslosigkeit verwehrt den Zugang zu Erwerbseinkommen und zahlreichen Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe und sozialen Integration.

Weitere Differenzierungsmerkmale:
In anderen Themenfeldern des Gesellschaftsmonitorings Baden-Württemberg finden Sie ergänzend folgende Differenzierungen zur Erwerbslosenquote:

Hinweise:
Die Quote bezieht sich auf Personen in Privathaushalten am Hauptwohnsitz im Alter von 15 bis unter 65 Jahren, ohne Grundwehr- und Zivildienstleistende.
Die hier veröffentlichten Ergebnisse sind auf Grundlage des Labour-Force-Konzepts der International Labour Organization (ILO) berechnet und daher nicht mit den von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Arbeitslosenquoten vergleichbar.

Datenquelle:
Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A4.2.1.2 Erwerbslosenquote, Langzeiterwerbslosenquote und Extremlangzeiterwerbslosenquote in Baden-Württemberg 2012


wdt_ID Nach Merkmal Erwerbslose (in %) Langzeiterwerbslose (in %) Extremlangzeiterwerbslose (in %)
1 Insgesamt 3,4 1,2 0,8
2 zum Vergleich: Deutschland 5,5 2,5 1,8
3 -
5 nach Geschlecht
6 Männer 3,4 1,2 0,9
7 Frauen 3,4 1,1 0,7
8 -
9 nach Migrationshintergrund*
10 ohne MH 2,6 1,0 0,6
11 mit MH 5,8 2,1 1,4

*) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
**) siehe Definition Armutsgefährdungsquoten. Für die Berechnung wurde der Landesmedian benutzt.
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
/ = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Atypisch Beschäftigte

Atypisch Beschäftigte

Der Indikator zeigt den Anteil von atypisch Beschäftigten in Baden-Württemberg. Als atypische Beschäftigungsverhältnisse werden in Abgrenzung zum Normalarbeitsverhältnis hier die nachfolgende Erwerbsformen analysiert: Teilzeitbeschäftigung, Geringfügige Beschäftigung, Befristete Beschäftigung, Leiharbeit, Solo-Selbstständigkeit, Mehrfachbeschäftigung.

Abbildung A4.2.2 Armutsgefährdungsquoten* Atypisch Beschäftigter in Baden-Württemberg 2016


*) Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
**) Ausgenommen Volontäre und Auszubildende.
***) Arbeitsvertrag mit Zeitarbeitsfirma. Die Beantwortung dieser Frage im Mikrozensus war freiwillig.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A4.2.2 Anteil Atypisch Beschäftigter in Baden-Württemberg 2016

wdt_ID Nach Merkmal Erwerbs-tätigen-quote*** insgesamt (in %) Vollzeit-beschäftigte**** (in %) Teilzeit-beschäftigte**** (in %) geringfügig Beschäftigte (in %) befristet Beschäftigte (in %) Leih-arbeit-nehmer_innen***** (in %) Mehrfach-beschäftigte (in %) Solo-Selbst-ständige (in %)
1 Insgesamt 77,6 53,1 21,0 6,4 7,0 1,8 5,9 3,3
2 zum Vergleich: Deutschland 74,7 51,8 19,7 5,8 6,2 1,4 4,0 3,8
3 -
5 nach Geschlecht
6 Männer 81,6 70,8 6,8 3,4 6,8 2,3 5,6 3,8
7 Frauen 73,5 34,6 35,8 9,5 7,3 1,3 6,3 2,9
8 -
9 nach Migrationshintergrund*
10 ohne MH 80,1 55,4 21,8 6,1 6,1 1,2 6,3 3,7
11 mit MH 70,3 47,9 19,2 7,1 9,2 3,2 5,1 2,4

*) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
**) siehe Definition Armutsgefährdungsquote. Für die Berechnung wurde der Landesmedian benutzt.
***) Die Quote bezieht sich auf Personen in Privathaushalten, ohne Grundwehr- und Zivildienstleistende.
****) Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte: Ausgenommen Volontäre und Auszubildende.
*****) Leiharbeitnehmer_innen: Arbeitsvertrag mit Zeitarbeitsfirma. Die Beantwortung dieser Frage im Mikrozensus war freiwillig.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Im Jahr 2016 waren insgesamt in Baden-Württemberg 21,0 % der Erwerbstätigen teilzeitbeschäftigt (ohne Volontäre und Auszubildende). Bei den Frauen waren es 35,8 %, Männer waren hingegen nur zu 6,8 % teilzeitbeschäftigt. Die Armutsgefährdungsquote von Teilzeitbeschäftigten liegt bei 15,2 % und damit über der Quote für Erwerbstätigen insgesamt (8,5 %) – wobei Männer in Teilzeit ein deutliches höheres Armutsrisiko ausweisen (25,5 %) als Frauen in Teilzeit (12,7 %).
Geringfügig beschäftigt waren 2016 insgesamt 6,4 % der Erwerbstätigen. Frauen gehen dabei mehr als doppelt so häufig als Männer einer geringfügigen Beschäftigung nach (9,5 % versus 3,4 %). Auch Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten überproportional in einem solchen Beschäftigungsverhältnis (7,1 %). Die Armutsgefährdung liegt hier mit 23,5 % deutlich über dem Gesamtdurchschnitt der baden-württembergischen Erwerbstätigen und ist die höchste unter allen atypischen Beschäftigungen. Auch hier haben Männer in einer solchen Beschäftigungsform ein höheres Armutsrisiko als Frauen. Befristet Beschäftigte haben die zweithöchste Armutsgefährdungsquote unter den atypischen Beschäftigungen (17,6 %).
Auch Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeiter (13,4 %) sowie Solo-Selbstständige (12,6 %) sind häufiger armutsgefährdet als der Durchschnitt aller Erwerbstätigen. Menschen mit mehr als einer Beschäftigung hingegen sind ungefähr gleich häufig armutsgefährdet (8,0 %) wie alle Erwerbstätigen (8,5 %). Bei den meisten atypischen Beschäftigungen (außer den Mehrfachbeschäftigten und Solo-Selbstständigen) sind Menschen mit Migrationshintergrund stärker vertreten als Menschen ohne Migrationshintergrund.

Definition:
Der Indikator zeigt den Anteil von atypisch Beschäftigten in Baden-Württemberg. Als atypische Beschäftigungsverhältnisse werden in Abgrenzung zum Normalarbeitsverhältnis hier die nachfolgende Erwerbsformen analysiert: Teilzeitbeschäftigung, Geringfügige Beschäftigung, Befristete Beschäftigung, Leiharbeit, Solo-Selbstständigkeit, Mehrfachbeschäftigung.

Bewertung und empirische Relevanz:
Häufig werden einzelne atypische Erwerbsformen oder auch atypische Beschäftigungsverhältnisse in ihrer Gesamtheit als prekäre Beschäftigung bezeichnet. Charakteristisch für prekäre Erwerbsarbeit ist, dass Einkommen und/oder Beschäftigung längerfristig ungewiss sind, Arbeitnehmerrechte eingeschränkt sind und die Absicherung sozialer Risiken wie Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Alter häufig nicht bzw. nicht dem gesellschaftlichen Standard entsprechend gewährleistet ist, indem keine bzw. eine eingeschränkte Integration in soziale Sicherungssysteme vorliegt. Dadurch haben solche Personengruppen ein erhöhtes Risiko für soziale Exklusion und Armutsgefährdung.

Hinweise:
Der Zusammenhang von Armutsgefährdung und Erwerbsstatus findet sich im Indikator Armutsgefährdungsquoten in Baden-Württemberg – differenziert nach Erwerbsstatus.

Datenquelle:
Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A4.2.2 Anteil Atypisch Beschäftigter in Baden-Württemberg 2012


wdt_ID Nach Merkmal Erwerbs-tätigen-quote*** insgesamt (in %) Vollzeit-beschäftigte**** (in %) Teilzeit-beschäftigte**** (in %) geringfügig Beschäftigte (in %) befristet Beschäftigte (in %) Leih-arbeit-nehmer_innen***** (in %) Mehrfach-beschäftigte (in %) Solo-Selbst-ständige (in %)
1 Insgesamt 75,9 52,0 20,1 6,9 6,4 1,4 5,0 4,0
2 zum Vergleich: Deutschland 73,0 51,1 18,7 6,3 6,0 1,4 3,4 4,3
3 -
4 Nach Geschlecht
5 Männer 81,2 70,4 6,6 3,3 6,3 1,9 5,1 4,8
6 Frauen 70,5 33,3 33,8 10,5 6,5 0,9 4,9 3,1
7 -
8 Nach Migrationshintergrund*
9 ohne MH 77,7 53,9 20,6 6,6 5,8 0,9 5,3 4,2
10 mit MH 68,7 46,6 18,6 7,9 8,1 2,8 4,1 3,3

*) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
**) siehe Definition Armutsgefährdungsquoten. Für die Berechnung wurde der Landesmedian benutzt.
***) Die Quote bezieht sich auf Personen in Privathaushalten, ohne Grundwehr- und Zivildienstleistende.
****) Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte: Ausgenommen Volontäre und Auszubildende.
*****) Leiharbeitnehmer_innen: Arbeitsvertrag mit Zeitarbeitsfirma. Die Beantwortung dieser Frage im Mikrozensus war freiwillig.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Subjektiver Gesundheitszustand

Subjektiver Gesundheitszustand

Der Indikator zeigt den subjektiven Gesundheitszustand. Dieser gibt Auskunft, wie die befragten Personen ihre Gesundheit einschätzen.

Abbildung A4.3.1 Subjektiver Gesundheitszustand in Baden-Württemberg 2016 (Bevölkerung ab 17 Jahren)


*) Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
Einige Angaben basieren auf kleinen Fallzahlen, daher sind diese Zahlenwerte unsicher. Siehe dazu Angaben in Klammern in der zugehörigen Tabelle.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A4.3.1 Subjektiver Gesundheitszustand in Baden-Württemberg 2016

wdt_ID Nach Merkmal sehr gut / gut (in %) zufriedenstellend (in %) weniger gut / schlecht (in %)
1 Insgesamt 49,9 31,6 18,5
2 zum Vergleich: Deutschland 47,6 32,8 19,6
3 -
4 Nach Armutsgefährdung*
5 armutsgefährdet 45,9 (27,0) (27,1)
6 nicht armutsgefährdet 50,4 32,3 17,3
7 -
8 Zum Vergleich: Armutsgefährdung* Deutschland
9 armutsgefährdet 41,7 29,1 29,2
10 nicht armutsgefährdet 48,7 33,5 17,8

*) siehe Definition Armutsgefährdung. Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
***) Internationale Klassifikation des Bildungswesens (ISCED 2011).
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
/ keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Die Hälfte der Personen in Baden-Württemberg (49,9 %) schätzte ihre Gesundheit im Jahr 2016 als gut oder sehr gut ein, knapp ein Drittel (31,6 %) gab an, die eigenen Gesundheit als zufriedenstellend einzustufen und 18,5 % der Baden-Württemberger schätzten ihre Gesundheit als weniger gut oder schlecht ein.
Im Vergleich mit Deutschland zeigt sich, dass die Baden-Württemberger laut eigener Einschätzung etwas häufiger (2,3 Prozentpunkte) eine gute bis sehr gute Gesundheit hatten und etwas seltener (1,1 Prozentpunkte) eine weniger gute oder schlechte.
Bei der Differenzierung nach Armutsgefährdung zeigt sich, dass armutsgefährdete Personen ihre Gesundheit seltener als sehr gut oder gut einschätzten. In Baden-Württemberg gaben im Jahr 2016 50,4 % der nicht armutsgefährdeten Personen an, dass sie einen guten bis sehr guten Gesundheitszustand aufweisen, bei den armutsgefährdeten waren es 45,9 %. Für Gesamtdeutschland fiel der Unterschied mit 48,7 % versus 41,7 % noch etwas stärker aus.
Bei den übrigen Differenzierungen zeigt sich, dass Männer und Personen mit Migrationshintergrund ihre Gesundheit subjektiv besser bewerteten als Frauen und Personen ohne Migrationshintergrund. Mit dem Alter nahm der Anteil an Personen mit einer als gut oder sehr gut empfundenen Gesundheit ab, mit zunehmendem Bildungsniveau nahm der Anteil zu.

Definition:
Der Indikator zeigt den subjektiven Gesundheitszustand. Dieser gibt Auskunft, wie die befragten Personen ihre Gesundheit einschätzen.

Bewertung und empirische Relevanz:
Gesundheit ist eine wichtige Grundvoraussetzung für die Möglichkeit der gesellschaftlichen Teilhabe.
Der Gesundheitszustand und die soziale Lage sind außerdem nicht unabhängig voneinander. Armutsgefährdung ist mit materiellen und soziokulturellen Nachteilen verbunden, die sich negativ auf die Gesundheit auswirken können. Umgekehrt kann aber auch ein schlechter Gesundheitszustand zu verminderter Erwerbsfähigkeit führen und so die Einkommenssituation verschlechtern.

Hinweise:
Diese Frage wurde im SOEP nur Personen ab 17 Jahren gestellt. Für genauere Informationen zur Stichprobe siehe Sozio-oekonomisches Panel (SOEP).Die Selbsteinschätzung erfolgte anhand der Kategorien: sehr gut, gut, zufriedenstellend, weniger gut und schlecht. Die Kategorien sehr gut und gut sowie weniger gut und schlecht wurden für die Auswertung zusammengefasst.

Datenquelle:
Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A4.3.1 Subjektiver Gesundheitszustand in Baden-Württemberg 2012


wdt_ID Nach Merkmal sehr gut / gut (in %) zufriedenstellend (in %) weniger gut / schlecht (in %)
1 Insgesamt 51,2 32,2 16,6
2 zum Vergleich: Deutschland 47,4 34,2 18,4
3 -
4 Nach Armutsgefährdung*
5 armutsgefährdet 44,0 28,1 (27,9)
6 nicht armutsgefährdet 52,2 32,7 15,1
7 -
8 Zum Vergleich: Armutsgefährdung* Deutschland
9 armutsgefährdet 36,8 33,2 30,0
10 nicht armutsgefährdet 49,1 34,4 16,5

*) siehe Definition Armutsgefährdung. Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
***) Internationale Klassifikation des Bildungswesens (ISCED 2011).
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
/ keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Menschen mit Schwerbehinderung

Menschen mit Schwerbehinderung

Der Indikator gibt zum einen den Anteil von Menschen mit Schwerbehinderung in Privathaushalten an der Gesamtbevölkerung wider und zum anderen zeigt er die Armutsgefährdung von Menschen mit Schwerbehinderung im Vergleich zu Menschen ohne Schwerbehinderung.

Abbildung A4.3.2 Armutsgefährdungsquoten* von Menschen mit und ohne Schwerbehinderung in Baden-Württemberg 2013 nach Altersgruppen


*) Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A4.3.2 Menschen mit Schwerbehinderung in Privathaushalten in Baden-Württemberg 2013

wdt_ID Nach Merkmal Schwerbehindertenquote (in %)
1 Insgesamt 5,8
2 -
3 Nach Geschlecht
4 Männer 6,5
5 Frauen 5,2
6 -
7 Nach Migrationshintergrund*
8 ohne MH 6,6
9 mit MH 3,9
10 -

*) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
**) Siehe Definition Armutsgefährdungsquoten. Für die Berechnung wurde der Landesmedian benutzt.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Der Anteil von Menschen mit Schwerbehinderung lag 2013 in Baden-Württemberg bei 5,8 %. Dabei waren die Bevölkerungsanteile bei Frauen (5,2 %) etwas geringer als bei Männern (6,5 %). Außerdem waren Menschen ohne Migrationshintergrund häufiger von einer Schwerbehinderung betroffen als Menschen mit Migrationshintergrund (6,6 % versus 3,9 %). Gründe für diese Diskrepanz könnten unter anderem ein unterschiedliches Beantragungs- und ggf. Anerkennungsverhalten sowie das geringere Durchschnittsalter von Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit sein. Denn die Mehrzahl der Schwerbehinderungen tritt erst im späteren Lebensverlauf ein. So waren 2013 in Baden-Württemberg 15,5 % der 65-Jährigen und Älteren schwerbehindert und nur 1,0 % der unter 25-Jährigen.
Menschen mit Schwerbehinderung waren nach Ergebnissen des Mikrozensus 2013 in höherem Maße armutsgefährdet (18,6 %) als Menschen ohne Schwerbehinderung (14,5 %). Betrachtet man die Armutsgefährdungsquote von Menschen mit Schwerbehinderung differenziert nach Altersklassen, so zeigen sich deutliche Unterschiede: Am stärksten von Armutsgefährdung betroffen war die Gruppe der 25 bis unter 50-Jährigen. Fast ein Drittel (27,8 %) der schwerbehinderten Menschen diesen Alters waren auch gleichzeitig armutsgefährdet. Hier ist der Unterschied zu Menschen ohne Schwerbehinderung am größten (bei ihnen betrug die Armutsgefährdungsquote 11,6 %). Dieser Unterschied ist ebenfalls groß bei den 50 bis unter 65-Jährigen (18,5 % versus 10,4 %). Bei den unter 25-Jährigen und den über 65-Jährigen hingegen ist die Armutsgefährdung ähnlich hoch bei Menschen mit und ohne Schwerbehinderung (die Differenz beträgt 0,6 bzw. 1,4 Prozentpunkte).

Definition:
Der Indikator gibt zum einen den Anteil von Menschen mit Schwerbehinderung in Privathaushalten an der Gesamtbevölkerung wider und zum anderen zeigt er die Armutsgefährdung von Menschen mit Schwerbehinderung im Vergleich zu Menschen ohne Schwerbehinderung.

Bewertung und empirische Relevanz:
Die Teilhabe- und Verwirklichungschancen von Menschen mit Behinderung können zum einen durch die körperliche oder geistige Beeinträchtigung verringert sein. Zum anderen werden die Teilhabe- und Verwirklichungschancen von Menschen mit Behinderung teils durch gesellschaftliche, unter anderem durch räumlich-sächliche Barrieren beschränkt, obwohl zunehmende Anstrengungen für Inklusion und Barrierefreiheit unternommen werden. Inklusion bedeutet, dass Menschen mit und ohne Behinderung in jedem Alter und in allen Lebensbereichen möglichst selbstbestimmt leben, zusammenleben und gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können.

Hinweise:
Die Analyse bezieht sich hier auf Menschen in Privathaushalten mit (mindestens) einer amtlich festgestellten Schwerbehinderung mit einem Grad von wenigstens 50, die in Privathaushalten leben. Die Eigenschaft „Schwerbehinderung“ wird nur alle vier Jahre im Zusatzprogramm des Mikrozensus erhoben – zuletzt 2013.
Der Anteil von Menschen mit Schwerbehinderung – inklusive Gemeinschaftsunterkünften – an der Gesamtbevölkerung findet sich im Modul Inklusion.

Datenquelle:
Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Lebenslagen – Wohnen

Zufriedenheit mit der Wohnsituation

Zufriedenheit mit der Wohnsituation

Der Indikaktor bildet die subjektive Zufriedenheit mit der Wohnsituation ab.

Abbildung A4.4.1 Zufriedenheit mit der Wohnsituation in Baden-Württemberg 2016 nach Armutsgefährdung* (Personen ab 17 Jahren – 0: ganz und gar nicht zufrieden, 10: ganz und gar zufrieden)


*) Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A4.4.1 Zufriedenheit mit der Wohnsituation in Baden-Württemberg 2016

wdt_ID Nach Merkmal Zufriedenheits-Skala (0: ganz und gar unzufrieden, 10: ganz und gar zufrieden), Bevölkerung ab 17 Jahren (Skalenwert)
1 Insgesamt 8,0
2 zum Vergleich: Deutschland 7,9
3 -
5 nach Armutsgefährdung*
6 armutsgefährdet 7,4
7 nicht armutsgefährdet 8,1
8 -
9 Zum Vergleich: Armutsgefährdung* Deutschland
10 armutsgefährdet 7,2
11 nicht armutsgefährdet 8,0

*) siehe Definition Armutsgefährdungsquoten. Für die Berechnung wurde der Landesmedian benutzt.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Die Zufriedenheit mit der Wohnsituation lag in Baden-Württemberg, wie auch in Deutschland, im Jahr 2016 bei 8,0 bzw. 7,9 von 10 Punkten auf einer Skala von 0 bis 10. Zwischen 2012 und 2016 stieg sie leicht an (um 0,2 Skalenpunkte in Baden-Württemberg).
Die Zufriedenheit mit der eigenen Wohnsituation war bei armutsgefährdeten Personen weniger stark ausgeprägt als bei nicht armutsgefährdeten Personen. Dies gilt für Baden-Württemberg wie auch für Deutschland. Im Jahr 2016 bewerteten armutsgefährdete Personen in Baden-Württemberg ihre Wohnsituation im Durchschnitt mit einem Skalenwert von 7,4, nicht armutsgefährdete Personen hingegen mit einem durchschnittlichen Skalenwert von 8,1.
Bei der Differenzierung nach Geschlecht zeigten sich keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen im Hinblick auf die Zufriedenheit mit der Wohnsituation. Personen ohne Migrationshintergrund waren etwas zufriedener mit ihrer Wohnsituation als Personen mit Migrationshintergrund (8,1 versus 7,8 Punkte im Jahr 2016). Am zufriedensten war die Altersgruppe der 65-Jährigen und älteren mit ihrer Wohnsituation (8,3 Skalenpunkte).

Definition:
Der Indiaktor bildet die subjektive Zufriedenheit mit der Wohnsituation ab.

Bewertung und empirische Relevanz:
Eine zufriedenstellende Wohnsituation ist eine wichtige Voraussetzung für eine gute Lebensqualität und soziale Teilhabe. Der subjektive Indikator gibt Auskunft über die Zufriedenheit mit der Wohnsituation in der Bevölkerung und liefert Einblicke in den Zusammenhang zwischen Armutsgefährdung und der subjektiven Zufriedenheit mit der Wohnsituation.

Hinweise:
Diese Frage wurde im SOEP nur Personen ab 17 Jahren gestellt. Für genauere Informationen zur Stichprobe siehe Sozio-oekonomisches Panel (SOEP).
Die subjektive Zufriedenheit mit der Wohnsituation wird durch die Zufriedenheit mit der Wohnung abgebildet (Selbsteinschätzung). Diese wird auf einer Skala von 0 (ganz und gar unzufrieden) bis 10 (ganz und gar zufrieden) erfasst.

Datenquelle:
Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A4.4.1 Zufriedenheit mit der Wohnsituation in Baden-Württemberg 2012


wdt_ID Nach Merkmal Zufriedenheits-Skala (0: ganz und gar unzufrieden, 10: ganz und gar zufrieden), Bevölkerung ab 17 Jahren (Skalenwert)
1 Insgesamt 7,8
2 zum Vergleich: Deutschland 7,8
3 -
4 nach Armutsgefährdung*
5 armutsgefährdet 7,5
6 nicht armutsgefährdet 7,8
7 -
8 Zum Vergleich: Armutsgefährdung* Deutschland
9 armutsgefährdet 7,0
10 nicht armutsgefährdet 7,9

*) siehe Definition Armutsgefährdung. Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Wohneigentümerquote

Wohneigentümerquote

Der Indikator gibt den Anteil der Haushalte an der Bevölkerung an, die selbstgenutzten Wohnraum besitzen oder mieten (in einem Haupt- oder Untermietverhältnis).

Abbildung A4.4.2 Eigentümerquote der Haushalte in Baden-Württemberg 2012 und 2016 nach Armutsgefährdung*


*) Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
**) armutsgefährdete HH 2016 = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt

Tabelle A4.4.2 Wohneigentümer und Mieter in Baden-Württemberg 2016

wdt_ID Nach Merkmal Haushalte in selbstgenutztem Eigentum (in %) Haushalte in Miete (in %)
1 Insgesamt 54,2 45,8
2 zum Vergleich: Deutschland 45,4 54,6
3 -
5 nach Armutsgefährdung*
6 armutsgefährdete Haushalte / 83,9
7 nicht armutsgefährdete Haushalte 60,9 39,1
8 -
9 Zum Vergleich: Armutsgefährdung* Deutschland
10 armutsgefährdete Haushalte 12,2 87,8
11 nicht armutsgefährdete Haushalte 52,6 47,4

*) siehe Definition Armutsgefährdung. Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
***) Es werden jeweils alle Personen ab 16 Jahren befragt, aber nur eine Person beantwortet zusätzlich jene Fragen, die den gesamten Haushalt betreffen, beispielsweise Fragen zur Wohnsituation und zum Einkommen. Diese Person wird im Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) als Haushaltsvorstand bezeichnet.
/ = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Im Jahr 2016 verfügten 54,2 % der Haushalte in Baden-Württemberg über selbstgenutztes Wohneigentum. In Deutschland lag der Anteil bei 45,4 % und war damit deutlich geringer.
Beim Vergleich der Haushalte armutsgefährdeter Personen mit denen von nicht armutsgefährdeten Personen wird deutlich, dass der Anteil der Haushalte von nicht armutsgefährdeten Personen, die in Eigentum leben, mit 60,9 % überdurchschnittlich hoch ist. Armutsgefährdete Personen lebten selten in Eigentumhaushalten (die Fallzahlen sind zu gering um einen prozentualen Wert auszuweisen, der statistisch sicher genug ist).
In Haushalten, deren Vorstand einen Migrationshintergrund hat, lebten die Personen deutlich seltener in Eigentum als in Haushalten mit einem Vorstand ohne Migrationshintergrund (37,5 % versus 61,4 % im Jahr 2016).
Je älter der Haushaltsvorstand, desto häufiger leben die Personen des Haushalts in Wohneigentum.

Definition:
Der Indikator gibt den Anteil der Haushalte an der Bevölkerung an, die selbstgenutzten Wohnraum besitzen oder mieten (in einem Haupt- oder Untermietverhältnis).

Bewertung und empirische Relevanz:
Eine gute Wohnsituation ist eine wichtige Grundlage für Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe. Das Wohnen in selbstgenutztem Eigentum hat diesbezüglich den Vorteil, dass es Sicherheit und Stabilität bietet, weil keine Kündigung oder Mieterhöhung drohen kann. Auch finanziell kann Wohneigentum absichern, beispielsweise gegen Armut im Alter.

Weitere Differenzierungsmerkmale:
In anderen Themenfeldern des Gesellschaftsmonitorings Baden-Württemberg finden Sie ergänzend folgende Differenzierungen zur Wohneigentümerquote:

Hinweise:
Für genauere Informationen zur Stichprobe siehe Sozio-oekonomisches Panel (SOEP). Es werden jeweils alle Personen ab 16 Jahren befragt, aber nur eine Person beantwortet zusätzlich jene Fragen, die den gesamten Haushalt betreffen, beispielsweise Fragen zur Wohnsituation und zum Einkommen. Diese Person wird im Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) als Haushaltsvorstand bezeichnet.

Datenquelle:
Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A4.4.2 Wohneigentümer und Mieter in Baden-Württemberg 2012


wdt_ID Nach Merkmal Haushalte in selbstgenutztem Eigentum (in %) Haushalte in Miete (in %)
1 Insgesamt 54,3 45,7
2 zum Vergleich: Deutschland 45,6 54,4
3 -
4 nach Armutsgefährdung*
5 armutsgefährdete Haushalte (25,8) 74,2
6 nicht armutsgefährdete Haushalte 58,7 41,3
7 -
8 Zum Vergleich: Armutsgefährdung* Deutschland
9 armutsgefährdete Haushalte 15,3 84,7
10 nicht armutsgefährdete Haushalte 51,5 48,5

*) siehe Definition Armutsgefährdung. Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
***) Es werden jeweils alle Personen ab 16 Jahren befragt, aber nur eine Person beantwortet zusätzlich jene Fragen, die den gesamten Haushalt betreffen, beispielsweise Fragen zur Wohnsituation und zum Einkommen. Diese Person wird im Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) als Haushaltsvorstand bezeichnet.
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
/ = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Wohnfläche (pro Kopf)

Wohnfläche (pro Kopf)

Der Indikator stellt die Wohnfläche pro Kopf der Haushalte dar.

Abbildung A4.4.3 Wohnfläche pro Kopf in Baden-Württemberg 2016 nach Armutsgefährdung* und Migrationshintergrund


*) Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt

Tabelle A4.4.3 Wohnfläche pro Kopf in Baden-Württemberg 2016

wdt_ID nach Merkmal Wohnflächenversorgung der Haushalte (in m² pro Kopf)
1 Insgesamt 58,2
2 zum Vergleich: Deutschland 56,7
3 -
5 nach Armutsgefährdung*
6 armutsgefährdete Haushalte 47,6
7 nicht armutsgefährdete Haushalte 60,0
8 -
9 Zum Vergleich: Armutsgefährdung* Deutschland
10 armutsgefährdete Haushalte 45,2
11 nicht armutsgefährdete Haushalte 59,2

*) siehe Definition Armutsgefährdung. Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
***) Es werden jeweils alle Personen ab 16 Jahren befragt, aber nur eine Person beantwortet zusätzlich jene Fragen, die den gesamten Haushalt betreffen, beispielsweise Fragen zur Wohnsituation und zum Einkommen. Diese Person wird im Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) als Haushaltsvorstand bezeichnet.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Im Durchschnitt hatten die Haushalte in Baden-Württemberg im Jahr 2016 eine Wohnfläche von 58,2 m² pro im Haushalt lebender Person zur Verfügung. Deutschlandweit betrug der Wert 1,5 m² weniger pro Person. Haushalte von Armutsgefährdeten hatten in Baden-Württemberg im Schnitt 12,4 m² pro Person weniger zur Verfügung als Haushalte von Personen, die nicht armutsgefährdet sind. Haushalte in Baden-Württemberg, deren Vorstand einen Migrationshintergrund hat, lebten im Schnitt auf 48,9 m² pro Person, während Haushalte ohne Migrationshintergrund mit 62,2 m² pro Person mehr Platz zur Verfügung hatten.

Definition:
Der Indikator stellt die Wohnfläche pro Kopf der Haushalte dar.

Bewertung und empirische Relevanz:
Die Wohnungssituation stellt einen Aspekt der materiellen Lebenslage dar. Eine zufriedenstellende Wohnsituation, wie beispielsweise ausreichenden Wohnraum, ist eine wichtige Voraussetzung für eine gute Lebensqualität und soziale Teilhabe. Ausreichend Wohnraum ist beispielsweise wichtig hinsichtlich Rückzugsmöglichkeiten für den einzelnen wie auch die Möglichkeit sich zu entfalten, beispielsweise die Ausübung von Freizeitbeschäftigungen oder Platz zum Spielen für Kinder.

Weitere Differenzierungsmerkmale:
In anderen Themenfeldern des Gesellschaftsmonitorings Baden-Württemberg finden Sie ergänzend folgende Differenzierungen zur Wohnfläche:

Hinweise:
Die Wohnflächenversorgung der Haushalte wird pro Kopf ausgewiesen (ungewichtet). Genauere Informationen zur Stichprobe finden Sie im Glossar unter Sozio-oekonomisches Panel (SOEP). Es werden jeweils alle Personen ab 16 Jahren befragt, aber nur eine Person beantwortet zusätzlich jene Fragen, die den gesamten Haushalt betreffen, beispielsweise Fragen zur Wohnsituation und zum Einkommen. Diese Person wird im Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) als Haushaltsvorstand bezeichnet.

Datenquelle:
Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A4.4.3 Wohnfläche pro Kopf in Baden-Württemberg 2012


wdt_ID Nach Merkmal Wohnflächenversorgung der Haushalte (in m² pro Kopf)
1 Insgesamt 56,9
2 zum Vergleich: Deutschland 55,6
3 -
5 nach Armutsgefährdung*
6 armutsgefährdete Haushalte 52,5
7 nicht armutsgefährdete Haushalte 57,6
8 -
9 Zum Vergleich: Armutsgefährdung* Deutschland
10 armutsgefährdete Haushalte 47,1
11 nicht armutsgefährdete Haushalte 57,3

*) siehe Definition Armutsgefährdung. Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
***) Es werden jeweils alle Personen ab 16 Jahren befragt, aber nur eine Person beantwortet zusätzlich jene Fragen, die den gesamten Haushalt betreffen, beispielsweise Fragen zur Wohnsituation und zum Einkommen. Diese Person wird im Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) als Haushaltsvorstand bezeichnet.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Belastung durch Wohnkosten (subjektiv)

Belastung durch Wohnkosten

Der subjektive Indikator bildet ab, wie die Haushalte ihre finanzielle Belastung durch die monatlichen Wohnkosten einschätzen.

Abbildung A4.4.4 Finanzielle Belastung der Haushalte durch die monatlichen Wohnkosten in Baden-Württemberg 2016 nach Armutsgefährdung*


*) Für die Berechnung wurde der Bundesmedian genutzt.
Eine Angabe basiert auf kleinen Fallzahlen, daher ist dieser Zahlenwert unsicher. Siehe dazu Angabe in Klammern in der zugehörigen Tabelle.
Datenquelle: EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A4.4.4 Wahrgenommene finanzielle Belastung der Haushalte durch die monatlichen Wohnkosten in Baden-Württemberg 2016

wdt_ID Nach Merkmal große Belastung (in %) gewisse Belastung (in %) keine Belastung (in %)
1 Insgesamt 12,3 59,7 28,0
2 zum Vergleich: Deutschland 13,5 57,6 28,9
3 -
5 nach Armutsgefährdung*
6 armutsgefährdete Haushalte 29,7 54,6 (15,7)
7 nicht armutsgefährdete Haushalte 9,8 60,5 29,8
8 -
9 zum Vergleich: Armutsgefährdung* Deutschland
10 armutsgefährdete Haushalte 25,2 53,3 21,5
11 nicht armutsgefährdete Haushalte 11,2 58,5 30,3

*) siehe Definition Armutsgefährdung. Für die Berechnung wurde der Bundesmedian genutzt.
**) Als Kind zählen Personen unter 18 Jahren sowie Personen zwischen 18 und 24 Jahren, die nicht erwerbstätig oder arbeitsuchend sind und mit mindestens einem Elternteil zusammen leben.
***) Die Klassifizierung eines Haushalts in „Mieterhaushalt“ beinhaltet auch die Fälle von Wohnen mit reduzierter Miete. Mietfrei wohnende Haushalte zählen als Eigentümerhaushalte. In Einzelfällen war keine Zuordnung möglich.
( ) = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
Datenquelle: EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Für mehr als die Hälfte der Haushalte in Baden-Württemberg (59,7 %) stellten die Wohnkosten im Jahr 2016 nach ihrem eigenen Empfinden eine gewisse finanzielle Belastung dar. Jeweils ein kleinerer Teil der Haushalte empfand die Wohnkosten als große Belastung (12,3 %) oder als überhaupt keine Belastung (28,0 %).
Für armutsgefährdete Haushalte stellten die Wohnkosten ihrer eigenen Einschätzung nach deutlich häufiger eine große finanzielle Belastung dar, fast jeder dritte armutsgefährdete Haushalt (29,7 %) war 2016 davon betroffen. Weniger als 20 % der armutsgefährdeten Haushalte empfanden ihre Wohnkosten nicht als Belastung (Aussagekraft aufgrund geringer Fallzahlen eingeschränkt). Dies ist auch bei armutsgefährdeten Haushalten in Deutschland der Fall, jedoch weniger stark ausgeprägt.
Von den nicht armutsgefährdeten Haushalten fühlte sich im Jahr 2016 jeder zehnte Haushalt (9,8 %) stark durch die Wohnkosten belastet. Auch mehr als die Hälfte der nicht armutsgefährdeten Haushalte (60,5 %) empfand die Wohnkosten als gewisse Belastung.
Haushalte ohne Kinder und alleinlebende Personen nahmen ihre Wohnkosten seltener als große Belastung und häufiger als keine Belastung wahr als Haushalte mit Kindern, insbesondere Alleinerziehende.
Mieterhaushalte nahmen ihre Wohnkosten häufiger als große Belastung wahr als Eigentümerhaushalte (17,9 % versus 8,8 %).
Hinweis: Bei der Interpretation sollte beachtet werden, dass die Aussagen das subjektive Empfinden der Haushalte abbildet und deswegen nicht unbedingt den häufig diskutierten Preisanstieg bei den Mieten widerspiegeln muss – möglicherweise hat sich auch der Referenzrahmen für die Bewertung der eigenen Situation dadurch verändert.

Definition:
Der subjektive Indikator bildet ab, wie die Haushalte ihre finanzielle Belastung durch die monatlichen Wohnkosten einschätzen.

Bewertung und empirische Relevanz:
Die Wohnkosten stellen für Privathaushalte einen der größten monatlichen Ausgabeposten dar. Insgesamt lässt sich eine Tendenz steigender Kosten für Wohnen beobachten: Die Preise für Eigentumswohnungen wie auch die Wohnungsmieten sind in den meisten deutschen Großstädten und Ballungsräumen in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Diese Entwicklung lässt sich auch in Baden-Württemberg beobachten. In der medialen Berichterstattung wird die Entwicklung der Mieten regelmäßig thematisiert und auch die Politik sieht Handlungsbedarf. Eine hohe Belastung durch Wohnkosten bedeutet auch, dass ein vergleichsweise geringerer Anteil des Einkommens für privaten Konsum oder die Bildung von Rücklagen zur Verfügung steht. Es ist daher relevant, welche Bevölkerungsgruppen anteilsmäßig ihre Wohnkosten als finanzielle Belastung empfinden. Da die reale Wohnkostenbelastung der Haushalte in Baden-Württemberg auf Basis der EVS im Fünf-Jahres Rhythmus erhoben wird, wurden hier die Angaben zur Selbsteinschätzung der Haushalte ausgewiesen.

Hinweise:
Die EU-SILC Daten basieren auf einer kleinen Stichprobe, daher sollten Abweichungen im Nachkommastellenbereich nicht als Veränderung interpretiert werden.
Die Selbsteinschätzung der finanziellen Belastung durch Wohnkosten basiert auf den Kategorien: als große Belastung, gewisse Belastung oder keine Belastung.

Datenquelle:
EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A4.4.4 Wahrgenommene finanzielle Belastung der Haushalte durch die monatlichen Wohnkosten in Baden-Württemberg 2012


wdt_ID Nach Merkmal große Belastung (in %) gewisse Belastung (in %) keine Belastung (in %)
1 Insgesamt 18,5 61,2 20,3
2 zum Vergleich: Deutschland 19,2 58,8 22,1
3 -
5 nach Armutsgefährdung*
6 armutsgefährdete Haushalte (29,0) 58,0 13,0
7 nicht armutsgefährdete Haushalte 16,8 60,4 20,8
8 -
9 zum Vergleich: Armutsgefährdung* Deutschland
10 armutsgefährdete Haushalte 31,8 51,5 16,7
11 nicht armutsgefährdete Haushalte 16,7 60,2 23,1

*) siehe Definition Armutsgefährdung. Für die Berechnung wurde der Bundesmedian genutzt.
**) Als Kind zählen Personen unter 18 Jahren sowie Personen zwischen 18 und 24 Jahren, die nicht erwerbstätig oder arbeitsuchend sind und mit mindestens einem Elternteil zusammen leben.
***) Die Klassifizierung eines Haushalts in „Mieterhaushalt“ beinhaltet auch die Fälle von Wohnen mit reduzierter Miete. Mietfrei wohnende Haushalte zählen als Eigentümerhaushalte. In Einzelfällen war keine Zuordnung möglich.
()= Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
Datenquelle: EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Probleme der Wohnsituation privater Haushalte

Probleme mit der Wohnsituation

Der Indikator zeigt, inwiefern Haushalte in Baden-Württemberg ihre Wohnsituation als mit folgenden Problemen belastet empfinden: Lärmbelästigung, (beispielsweise durch Nachbarn oder Verkehr), Umweltverschmutzungen oder andere Umweltbelastungen, Feuchtigkeitsschäden an Haus oder Wohnung oder Kriminalität, Gewalt und Vandalismus (Selbsteinschätzung).

Abbildung A4.4.5 Probleme der Wohnsituation privater Haushalte in Baden-Württemberg 2016 nach Armutsgefährdung*


*) Für die Berechnung wurde der Bundesmedian genutzt.
Einige Angaben basieren auf kleinen Fallzahlen, daher sind diese Zahlenwerte unsicher. Siehe dazu Angaben in Klammern in der zugehörigen Tabelle.
Datenquelle: EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A4.4.5 Probleme der Wohnsituation privater Haushalte in Baden-Württemberg 2016

wdt_ID Nach Merkmal Lärmbelästigung (in %) Umweltverschmutzung, Umweltbelastungen (in %) Feuchtigkeitsschäden (in %) Kriminalität, Gewalt oder Vandalismus (in %)
1 Insgesamt 21,2 18,4 12,2 9,8
2 zum Vergleich: Deutschland 25,1 23,2 13,1 14,1
3 -
5 nach Armutsgefährdung*
6 armutsgefährdete Haushalte (28,9) (24,3) 23,8 12,8
7 nicht armutsgefährdete Haushalte 20,1 17,6 10,6 9,4
8 -
9 Zum Vergleich: Armutsgefährdung* Deutschland
10 armutsgefährdete Haushalte 32,4 27,4 21,3 19,5
11 nicht armutsgefährdete Haushalte 23,6 22,4 11,5 13,0

*) siehe Definition Armutsgefährdung. Für die Berechnung wurde der Bundesmedian genutzt.
**) Als Kind zählen Personen unter 18 Jahren sowie Personen zwischen 18 und 24 Jahren, die nicht erwerbstätig oder arbeitsuchend sind und mit mindestens einem Elternteil zusammen leben.
( ) = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
Datenquelle: EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Ungefähr ein Fünftel der Haushalte in Baden-Württemberg (21,2 %) litt im Jahr 2016 unter Lärmbelästigung, beispielsweise durch Nachbarn oder Verkehr. Ein etwas kleinerer Teil der Haushalte, 18,4 %, nannte Umweltverschmutzung oder andere Umweltbelastungen als Problem in ihrem Wohnumfeld. 12,2 % der Haushalte gaben an, Feuchtigkeitsschäden in der Wohnung oder am Haus zu haben. Außerdem empfand rund jeder zehnte Haushalt (9,8 %) Kriminalität, Gewalt und Vandalismus als problematisch in seiner Umgebung. In Deutschland leiden Haushalte unter diesen Arten von Wohnproblemen häufiger als in Baden-Württemberg (Differenz: 0,8 bis 4,8 Prozentpunkte).
Unter den armutsgefährdeten Haushalten war der Anteil der Haushalte mit diesen Wohnproblemen jeweils höher als unter den nicht armutsgefährdeten Haushalten. Vor allem unter Feuchtigkeitsschäden litten armutsgefährdete Haushalte häufiger als nicht armutsgefährdete Haushalte, der Unterschied betrug 13,2 Prozentpunkte im Jahr 2016.
Alleinlebende und Alleinerziehende nennen alle Arten der Probleme mit der Wohnsituation häufiger als alle Haushalte bzw. die zusammengefassten Kategorien Haushalte mit und ohne Kind(er). Feuchtigkeitsschäden in der Wohnung oder am Haus wird am häufigsten von Alleinerziehenden angegeben (von (23,5) % der Alleinerziehenden).

Definition:
Der Indikator zeigt, inwiefern Haushalte in Baden-Württemberg ihre Wohnsituation als mit folgenden Problemen belastet empfinden: Lärmbelästigung, (beispielsweise durch Nachbarn oder Verkehr), Umweltverschmutzungen oder andere Umweltbelastungen, Feuchtigkeitsschäden an Haus oder Wohnung oder Kriminalität, Gewalt und Vandalismus (Selbsteinschätzung).

Bewertung und empirische Relevanz:
Die Versorgung mit qualitativ gutem und bezahlbaren Wohnraum in einem annehmbaren Wohnumfeld ist eine wichtige Voraussetzung für soziale Teilhabe und Lebensqualität. Ein Wohnumfeld ohne Probleme ist ein Aspekt einer guten Wohnsituation, denn das Wohnen in problematischen Verhältnissen kann sich auch auf die Gesundheit auswirken und so die Teilhabechancen möglicherweise zusätzlich beeinträchtigen.

Hinweise:
Die EU-SILC Daten basieren auf einer kleinen Stichprobe, daher sollten Abweichungen im Nachkommastellenbereich nicht als Veränderung interpretiert werden.

Datenquelle:
EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A4.4.5 Probleme der Wohnsituation privater Haushalte in Baden-Württemberg 2012


wdt_ID Nach Merkmal Lärmbelästigung (in %) Umweltverschmutzung, Umweltbelastungen (in %) Feuchtigkeitsschäden (in %) Kriminalität, Gewalt oder Vandalismus (in %)
1 Insgesamt 25,2 21,2 10,1 8,4
2 zum Vergleich: Deutschland 26,1 22,4 13,5 12,5
3 -
5 nach Armutsgefährdung*
6 armutsgefährdete Haushalte (29,7) (25,2) (16,4) (11,6)
7 nicht armutsgefährdete Haushalte 24,6 20,7 9,2 8,0
8 -
9 Zum Vergleich: Armutsgefährdung* Deutschland
10 armutsgefährdete Haushalte 33,6 25,7 21,0 18,6
11 nicht armutsgefährdete Haushalte 24,7 21,8 12,0 11,4

*) siehe Definition Armutsgefährdung. Für die Berechnung wurde der Bundesmedian genutzt.
**) Als Kind zählen Personen unter 18 Jahren sowie Personen zwischen 18 und 24 Jahren, die nicht erwerbstätig oder
arbeitsuchend sind und mit mindestens einem Elternteil zusammen leben.
( ) = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
Datenquelle: EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Wohnungslosigkeit

Wohnungslosigkeit

Der Indikator bildet Wohnungslosigkeit anhand der Empfänger_innen von Wohnungslosenhilfe ab.

Abbildung A4.4.6 Empfänger_innen von Wohnungslosenhilfe (ohne Straffälligenhilfe) in Baden-Württemberg 2016 nach Geschlecht und Alter


Datenquelle: Liga Stichtagserhebung, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A4.4.6 Empfänger_innen von Wohnungslosenhilfe (ohne Straffälligenhilfe) in Baden-Württemberg 2016

wdt_ID Nach Merkmal Empfänger_innen von Wohnungslosenhilfe (Anzahl) Empfänger_innen von Wohnungslosenhilfe (Anteil in %)
1 Insgesamt 10.728 100,0
2 -
4 nach Geschlecht
5 Männer 7.718 71,9
6 Frauen 3.010 28,1
7 -
8 nach Altersgruppen
9 unter 18 Jahre 13 0,1
10 18 bis unter 25 Jahre 959 8,9
11 25 bis unter 50 Jahre 4.917 45,8

Datenquelle: Liga Stichtagserhebung, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
In Baden-Württemberg wurden im Jahr 2012 zum Stichtag 8.872 Personen gezählt, die Wohnungslosenhilfe erhielten. Im Jahr 2016 waren es 10.728 und damit 1.856 Personen mehr als im Jahr 2012.
Männer sind insgesamt weitaus häufiger Empfänger von Wohnungslosenhilfe (71,9 % versus 28,1 %). Der Frauenanteil nahm zwischen 2012 und 2016 um 2,2 Prozentpunkte zu.
Im Jahr 2016 war ungefähr jede zehnte Person (9,0 %), die Wohnungslosenhilfe empfing, jünger als 25 Jahre. Knapp die Hälfte (45,8 %) der Empfängerinnen und Empfänger von Wohnungslosenhilfe war zwischen 25 und 50 Jahre alt und ein weiteres Viertel (25,6 %) zwischen 50 und 60 Jahren. Die Altersgruppe der Personen, die älter als 60 Jahre waren und Wohnungslosenhilfe erhielten, macht einen Anteil von 17,6 % aus.

Definition:
Der Indikator bildet Wohnungslosigkeit anhand der Empfänger_innen von Wohnungslosenhilfe ab.

Bewertung und empirische Relevanz:
Wohnen ist ein Grundbedürfnis: Eine Wohnung bietet Schutz und Sicherheit, hier finden elementare Tätigkeiten wie schlafen und essen statt. Wohnungslosigkeit bedeutet daher, dieses Grundbedürfnis nicht ausreichend befriedigen zu können. Dem Verlust von Teilhabechancen im Bereich des Wohnens gehen häufig Probleme in anderen Lebensbereichen voraus, wie zum Beispiel der Verlust des Arbeitsplatzes, eine (Sucht-)Erkrankung oder geringe Bildung. Es besteht die Gefahr einer Abwärtsspirale: Ohne festen Wohnsitz sinken die Chancen einen Arbeitsplatz zu finden, ohne festes Einkommen wiederum ist es schwierig eine Wohnung zu finden und zu finanzieren. Wohnungslosigkeit geht häufig mit einer Stigmatisierung und einem Abbruch der Beziehungen zu Familie, Freunden und Bekannten einher. Die Lebensbedingungen wohnungsloser Personen und ihr teilweise unzureichender Zugang zu medizinischer Versorgung stellen außerdem häufig ein Gesundheitsrisiko dar.

Hinweise:
Bislang existiert keine amtliche Statistik über die Anzahl wohnungsloser Personen. Die Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg erhebt jedoch jährlich die Anzahl der betreuten Personen in den Hilfen nach § 67 SGB XII zu einem Stichtag (Stichtage der dargestellten Jahre: 28.09.2012 und 30.09.2016).

Datenquelle:
Liga Stichtagserhebung, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A4.4.6 Empfänger_innen von Wohnungslosenhilfe (ohne Straffälligenhilfe) in Baden-Württemberg 2012


wdt_ID Nach Merkmal Empfänger_innen von Wohnungslosenhilfe (Anzahl) Empfänger_innen von Wohnungslosenhilfe (Anteil in %)
1 Insgesamt 8.872 100,0
2 -
3 nach Geschlecht
4 Männer 6.577 74,1
5 Frauen 2.295 25,9
6 -
7 nach Altersgruppen
8 unter 18 Jahre 30 0,3
9 18 bis unter 25 Jahre 975 11,0
10 25 bis unter 50 Jahre 4.195 47,3

Datenquelle: Liga Stichtagserhebung, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Lebenslagen – polit. Teilhabe und Partizipation

Politisches Interesse

Politisches Interesse

Der Indikator bildet ab, wie stark das politische Interesse in der Bevölkerung ausgeprägt ist.

Abbildung A4.5.1 Sehr starkes/starkes politisches Interesse in Baden-Württemberg 2016 nach Armutsgefährdung* und Qualifikationsniveau (Personen ab 17 Jahren)


*) Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
Einige Angaben basieren auf kleinen Fallzahlen, daher sind diese Zahlenwerte unsicher. Siehe dazu Angaben in Klammern in der zugehörigen Tabelle.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A4.5.1 Politisches Interesse in Baden-Württemberg 2016

wdt_ID Nach Merkmal sehr stark und stark (in %) nicht so stark (in %) überhaupt keines (in %)
1 Insgesamt 42,6 44,7 12,7
2 zum Vergleich: Deutschland 40,5 46,0 13,4
3 -
5 nach Armutsgefährdung*
6 armutsgefährdet 35,4 47,3 (17,3)
7 nicht armutsgefährdet 43,7 44,3 12,1
8 -
9 Zum Vergleich: Armutsgefährdung* Deutschland
10 armutsgefährdet 32,5 43,7 23,8
11 nicht armutsgefährdet 42,0 46,5 11,5

*) siehe Definition Armutsgefährdung. Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
***) Internationale Klassifikation des Bildungswesens (ISCED 2011).
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
/ = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Im Jahr 2016 gaben 42,6 % der Personen in Baden-Württemberg an sich sehr stark oder stark für das politische Geschehen zu interessieren. Ähnlich viele, 44,7 %, waren nicht so stark politisch interessiert und 12,7 % waren überhaupt nicht an Politik interessiert.
Armutsgefährdete Personen in Baden-Württemberg interessierten sich laut eigenen Angaben weniger für das politische Geschehen als nicht armutsgefährdete Personen. So gaben beispielsweise im Jahr 2016 35,4 % der Armutsgefährdeten an sich stark oder sehr stark für Politik zu interessieren, unter den nicht armutsgefährdeten Personen waren es 43,7 %.
In Deutschland interessierten sich mit 40,5 % weniger Personen stark oder sehr stark für Politik als in Baden-Württemberg. Im Hinblick auf den Zusammenhang mit Armutsgefährdung zeigt sich in Deutschland ein ähnliches Muster wie in Baden-Württemberg. Im Vergleich fällt dabei auf, dass sich Armutsgefährdete in Baden-Württemberg anteilsmäßig häufiger stark oder sehr stark für Politik interessieren als Armutsgefährdete in Deutschland (35,4 % versus 32,5 %).
Zwischen den unterschiedlichen Bildungsniveaus zeigen sich deutlich ausgeprägte Unterschiede: So waren Personen mit hoher Bildung überdurchschnittlich häufig (62,9 %) stark oder sehr stark an Politik interessiert. Personen mit niedrigerer oder mittlerer Bildung waren seltener stark oder sehr stark an Politik interessiert als die Gesamtbevölkerung in Baden-Württemberg (37,8 % bzw. 24,5 %, die Aussagekraft der Angabe für Personen mit niedriger Bildung ist aufgrund geringer Fallzahlen eingeschränkt).
Männer und Menschen ohne Migrationshintergrund in Baden-Württemberg waren stärker am politischen Geschehen interessiert als Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund.
Mit dem Alter stieg das Interesse an Politik. Bei der Differenzierung nach Erwerbstätigkeit sind Rentner_innen sowie Pensionär_innen stärker an Politik interessiert als Erwerbstätige.

Definition:
Der Indikator bildet ab, wie stark das politische Interesse in der Bevölkerung ausgeprägt ist.

Bewertung und empirische Relevanz:
Das politische Interesse ist ein wichtiger Indikator, um abzubilden, inwieweit Bürger_innen das politische Geschehen verfolgen und an ihm teilnehmen. Es ist ein wichtiger Gradmesser dafür, ob Politik für sie wichtig genug ist, um sich darüber zu informieren und sich gegebenenfalls dafür zu engagieren.
Der Indikator bildet außerdem ab, inwiefern die Teilnahme am politischen Geschehen und das Einkommen beziehungsweise die Armutsgefährdung zusammenhängen.

Hinweise:
Diese Frage wurde im SOEP nur Personen ab 17 Jahren gestellt. Für genauere Informationen zur Stichprobe siehe Sozio-oekonomisches Panel (SOEP).
Die Frage nach dem politischen Interesse unterscheidet zwischen den Ausprägungen sehr stark, stark, nicht so stark und überhaupt keines. Sehr stark und stark wurden zu einer Kategorie zusammengefasst.

Datenquelle:
Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A4.5.1 Politisches Interesse in Baden-Württemberg 2012


wdt_ID nach Merkmal sehr stark und stark (in %) nicht so stark (in %) überhaupt keines (in %)
1 Insgesamt 39,0 47,1 13,8
2 zum Vergleich: Deutschland 37,8 48,2 14,0
3 -
5 nach Armutsgefährdung*
6 armutsgefährdet (30,5) 50,0 (19,4)
7 nicht armutsgefährdet 40,0 46,8 13,2
8 -
9 Zum Vergleich: Armutsgefährdung* Deutschland
10 armutsgefährdet 29,5 45,8 24,7
11 nicht armutsgefährdet 39,1 48,6 12,4

*) siehe Definition Armutsgefährdung. Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
***) Internationale Klassifikation des Bildungswesens (ISCED 2011).
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
/ = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Ehrenamtliche Tätigkeit und politische Partizipation

Ehrenamtliche Tätigkeit und politische Partizipation

Der Indikator bildet regelmäßige ehrenamtliche Tätigkeit und politische Partizipation der Bevölkerung ab.

Abbildung A4.5.2 Ehrenamtliche Tätigkeit und politische Partizipation in Baden-Württemberg 2015 nach Armutsgefährdung* (Personen ab 17 Jahren)


*) Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
Eine Angabe basiert auf kleinen Fallzahlen, daher ist dieser Zahlenwerte unsicher. Siehe dazu Angabe in Klammern in der zugehörigen Tabelle.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A4.5.2 Ehrenamtliche Tätigkeit und politische Partizipation in Baden-Württemberg 2015

wdt_ID nach Merkmal regelmäßig (in %) nur selten oder überhaupt nicht (in %)
1 Insgesamt 22,0 78,0
2 zum Vergleich: Deutschland 19,7 80,3
3 -
4 nach Armutsgefährdung*
5 armutsgefährdet (15,4) 84,6
6 nicht armutsgefährdet 23,0 77,0
7 -
8 zum Vergleich: nach Armutsgefährdung* Deutschland
9 armutsgefährdet 13,2 86,8
10 nicht armutsgefährdet 20,9 79,1

*) siehe Definition Armutsgefährdung. Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
***) Internationale Klassifikation des Bildungswesens (ISCED 2011).
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
/ = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
In Baden-Württemberg lag der Anteil derer, die regelmäßig, das heißt mindestens einmal im Monat, politisch aktiv oder ehrenamtlich tätig waren, bei 22,0 % (2016) und damit 2,3 Prozentpunkte höher als in Deutschland insgesamt.
Von Armutsgefährdung betroffene Personen waren seltener ehrenamtlich und politisch aktiv: Unter den armutsgefährdeten Personen war der Anteil im Jahr 2016 mit 15,4 % (Aussagekraft aufgrund geringer Fallzahlen eingeschränkt) regelmäßig engagierten Personen deutlich niedriger als unter den nicht armutsgefährdeten Einwohner_innen Baden-Württembergs, von denen sich 23,0 % regelmäßig ehrenamtlich betätigten oder politisch aktiv waren. Dieser Zusammenhang mit Armutsgefährdung lässt sich auch für Deutschland insgesamt beobachten. Im Vergleich zwischen Deutschland und Baden-Württemberg zeigt sich, dass sich Armutsgefährdete in Baden-Württemberg häufiger regelmäßig engagierten oder politisch partizipierten.
Weiterhin zeigt sich, dass sich Männer in Baden-Württemberg häufiger politisch beziehungsweise ehrenamtlich beteiligten (25,4 %) als Frauen (18,7 %). Dies zeigt sich ebenfalls für den höheren Anteil an engagierten Personen ohne Migrationshintergrund (24,3 %) im Vergleich zu Personen mit Migrationshintergrund (17,3 %).
In den unterschiedlichen Altersgruppen waren die Anteile regelmäßig engagierter Personen mit 25,3 % (Aussagekraft aufgrund geringer Fallzahlen eingeschränkt) bzw. 23,8 % bei den 17 bis 24-Jährigen und den 50 bis 64-Jährigen etwas überdurchschnittlich, in den Altersgruppen der 25 bis unter 50-Jährigen (21,3 %) und den über 64-Jährigen (20,2) % leicht unter dem Gesamtdurchschnitt.
Menschen mit einem höheren Qualifikationsniveau waren zudem häufiger politisch oder ehrenamtlich aktiv (26,7 %) als Menschen mit mittlerem (22,1 %) und niedrigem Qualifikationsniveau (aus Fallzahlgründen kann der Anteil nicht ausgewiesen werden), dasselbe gilt für Erwerbstätige (24,0 %) im Vergleich zu Arbeitslosen (aus Fallzahlgründen kann der Anteil nicht ausgewiesen werden) sowie Rentner_innen oder Pensionär_innen (18,7 %).

Definition:
Der Indikator bildet regelmäßige ehrenamtliche Tätigkeit und politische Partizipation der Bevölkerung ab.

Bewertung und empirische Relevanz:
Politisches Engagement und ehrenamtliche Tätigkeiten sind ein wichtiger Grundstein für das demokratische Gemeinwesen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Ehrenamt bietet eine Möglichkeit zur sozialen Teilhabe, Bildung sozialer Kontakte und trägt gleichzeitig zum Zusammenhalt der Gesellschaft bei. Bürgerschaftliches Engagement und politische Partizipation sind Formen der Teilhabe. Daher ist es wichtig, den Zusammenhang zur Armutsgefährdung bzw. Einkommen zu beleuchten, um auch sozial benachteiligten Gruppen Teilhabe zu ermöglichen.

Hinweise:
Ehrenamtliche Tätigkeit und politische Partizipation werden anhand der Frage erfasst, wie häufig die Befragten ehrenamtliche Tätigkeiten in Vereinen, Verbänden oder sozialen Diensten in ihrer freien Zeit ausüben (analog für politische Partizipation anhand der Frage nach Beteiligung in Bürgerinitiativen, Parteien, der Kommunalpolitik). Personen, die mindestens einmal pro Monat ehrenamtlich oder politisch engagiert sind, gelten als regelmäßig tätig. Personen, die seltener als einmal pro Monat ehrenamtlich oder politisch aktiv sind sowie Personen, die überhaupt nicht ehrenamtlich und politisch aktiv sind, werden aus Fallzahlgründen zusammengefasst.
Diese Frage wurde im SOEP nur Personen ab 17 Jahren gestellt. Für genauere Informationen zur Stichprobe siehe Sozio-oekonomisches Panel (SOEP).
Bei diesem Indikator ist keine jährliche Aktualisierung möglich, weil die Daten nicht in jedem Jahr erhoben werden.
Die hier dargestellten Angaben der Anteile freiwillig engagierter Personen unterscheiden sich von Berechnungen auf Basis des Freiwilligensurveys. Das hängt damit zusammen, dass im Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) ein regelmäßiges Engagement vorliegt, wenn sich eine Person mindestens einmal pro Monat engagiert. Im Freiwilligensurvey wird hingegen nach Engagement generell (vor 2014) bzw. Engagement in den vergangenen 12 Monaten (ab 2014) gefragt. Die Definition im Freiwilligensurvey ist damit weniger restriktiv. Die Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) wurden für diesen Indikator ausgewählt, weil die Möglichkeit der Differenzierung nach Armutsgefährdung im Freiwilligensurvey eingeschränkt ist. Ergebnisse auf Basis des Freiwilligensurveys finden sich jedoch im Modul bürgerschaftliches Engagement.

Datenquelle:
Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2013


Tabelle A4.5.2 Ehrenamtliche Tätigkeit und politische Partizipation in Baden-Württemberg 2013


wdt_ID nach Merkmal regelmäßig (in %) nur selten oder überhaupt nicht (in %)
1 Insgesamt 22,7 77,3
2 zum Vergleich: Deutschland 19,5 80,6
3 -
4 nach Armutsgefährdung*
5 armutsgefährdet / 83,4
6 nicht armutsgefährdet 23,6 76,4
7 -
8 zum Vergleich: Armutsgefährdung* Deutschland
9 armutsgefährdet 11,1 88,9
10 nicht armutsgefährdet 20,8 79,2

*) siehe Definition Armutsgefährdung. Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
***) Internationale Klassifikation des Bildungswesens (ISCED 2011).
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
/ = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Mangelnder sozialer Kontakt

Mangelnder sozialer Kontakt

Der Indikator gibt an, wie groß der Anteil an Personen in der Bevölkerung ist, der nur wenige soziale Kontakte hat. Wenig soziale Kontakte liegen vor, wenn eine Person seltener als jeden Monat oder nie an geselligen Zusammenkünften mit Freunden und Nachbarn oder Verwandten teilnimmt.

Abbildung A4.5.3 Relative Anteile der Personen mit wenigen sozialen Kontakten in Baden-Württemberg 2015 nach Armutsgefährdung* und Alter (Personen ab 17 Jahren)


*) Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
**) = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Einige Angaben basieren auf kleinen Fallzahlen, daher sind diese Zahlenwerte unsicher. Siehe dazu Angaben in Klammern in der zugehörigen Tabelle.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A4.5.3 Personen mit wenigen sozialen Kontakten in Baden-Württemberg 2015

wdt_ID Nach Merkmal Bevölkerung ab 17 Jahren (Anteil in %)
1 Insgesamt 18,8
2 zum Vergleich: Deutschland 21,2
3 -
5 nach Armutsgefährdung*
6 armutsgefährdet (22,6)
7 nicht armutsgefährdet 18,3
8 -
9 Zum Vergleich: Armutsgefährdung* Deutschland
10 armutsgefährdet 26,4
11 nicht armutsgefährdet 20,3

*) siehe Definition Armutsgefährdungsquoten. Für die Berechnung wurde der Landesmedian benutzt.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
***) Internationale Klassifikation des Bildungswesens (ISCED 2011).
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
/ = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Der relative Anteil der Personen mit wenigen sozialen Kontakten lag in Baden-Württemberg im Jahr 2015 bei 18,8 %, deutschlandweit lag der Wert mit 21,2 % etwas höher.
Die Differenzierung nach Armutsgefährdung zeigt einen Zusammenhang zwischen der sozialen Einbindung und Einkommen. Armutsgefährdete Personen nahmen deutlich seltener an geselligen Zusammenkünften mit Freunden und Nachbarn oder Verwandten teil als nicht armutsgefährdete Menschen in Baden-Württemberg: Im Jahr 2015 lag der Anteil an Menschen mit wenigen sozialen Kontakten unter den armutsgefährdeten Personen bei 22,6 % (Aussagekraft aufgrund geringer Fallzahlen eingeschränkt), bei den nicht armutsgefährdeten dagegen um 4,3 Prozentpunkte niedriger.
Menschen mit Migrationshintergrund waren etwas häufiger durch Kontaktarmut betroffen als Menschen ohne Migrationshintergrund (19,7 % versus 18,4 %). Bei der Differenzierung nach Altersgruppen zeigt sich ein mit dem Alter steigender Anteil an Menschen mit wenigen sozialen Kontakten. Frauen sind etwas häufiger (19,3 %) von Kontaktarmut betroffen als Männer (18,4 %). Das hängt auch mit der Altersstruktur zusammen, da es mehr ältere Frauen als Männer gibt.
Mit dem Bildungsniveau nahm der Anteil der Personen mit wenigen sozialen Kontakten ab. Erwerbstätige hatten häufiger soziale Kontakte als Rentner_innen und Pensionär_innen.

Definition:
Der Indikator gibt an, wie groß der Anteil an Personen in der Bevölkerung ist, der nur wenige soziale Kontakte hat. Wenig soziale Kontakte liegen vor, wenn eine Person seltener als jeden Monat oder nie an geselligen Zusammenkünften mit Freunden und Nachbarn oder Verwandten teilnimmt.

Bewertung und empirische Relevanz:
Soziale Kontakte zu Freunden und Bekannten können Menschen in diversen Lebenslagen als Unterstützung dienen, beispielsweise bei alltäglichen Herausforderungen oder in schwierigen Situationen. Menschen mit weniger sozialen Kontakten haben weniger Möglichkeiten Unterstützung durch ihr Umfeld zu erhalten. Das Vorhandensein häufiger sozialer Kontakte und dadurch auch die Möglichkeit Hilfe zu erhalten ist in der Bevölkerung ungleich verteilt.

Hinweise:
Diese Frage wurde im SOEP nur Personen ab 17 Jahren gestellt. Für genauere Informationen zur Stichprobe siehe Sozio-oekonomisches Panel (SOEP).
Bei diesem Indikator ist keine jährliche Aktualisierung möglich, weil die Daten nicht in jedem Jahr erhoben werden.

Datenquelle:
Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2011


Tabelle A4.5.3 Personen mit wenigen sozialen Kontakten in Baden-Württemberg 2011


wdt_ID Nach Merkmal Bevölkerung ab 17 Jahren (Anteil in %)
1 Insgesamt 19,3
2 zum Vergleich: Deutschland 23,5
3 -
5 nach Armutsgefährdung*
6 armutsgefährdet (28,4)
7 nicht armutsgefährdet 18,2
8 -
9 Zum Vergleich: Armutsgefährdung* Deutschland
10 armutsgefährdet 32,7
11 nicht armutsgefährdet 22,1

*) siehe Definition Armutsgefährdung. Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition Migrationshintergrund.
***) Internationale Klassifikation des Bildungswesens (ISCED 2011).
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
/ = keine Angabe, da Zahlenwert nicht sicher genug.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Wahlbeteiligung nach sozialem Status

Wahlbeteiligung nach sozialem Status

Der Indikator gibt die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg im Jahr 2016 an.

Abbildung A4.5.4 Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2016 nach Bildungsniveau


Datenquelle: Vorwahlumfrage, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A4.5.4 Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2016

wdt_ID Nach Merkmal gewählt (in %) nicht gewählt (in %)
2 Insgesamt 70,4 29,6
3 -
4 nach Geschlecht
5 Männer 70,8 29,2
6 Frauen 70,1 29,9
7 -
8 nach Altersgruppen
9 unter 30 Jahre 54,0 46,0
10 30 bis 39 Jahre 54,5 45,5
11 40 bis 49 Jahre 66,8 33,2

*) Erwerbstätige einschl. Personen in Kurzarbeit, Elternzeit und Mutterschutz.
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
Datenquelle: Vorwahlumfrage, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg im Jahr 2016 lag die Wahlbeteiligung bei 70,4 %.
Frauen und Männer unterschieden sich nicht hinsichtlich ihrer Beteiligung an der Landtagswahl.
Der Anteil der Personen, die sich an der Wahl beteiligt haben, nimmt mit dem Alter zu. So hat in der Altersgruppe der unter 30-Jährigen etwas mehr als jede zweite Person gewählt (54,0 %), in der Altersgruppe der Personen im Alter von 70 Jahren und älter haben hingegen fast neun von zehn Personen (87,9 %) ihre Stimme abgegeben.
Es zeigt sich außerdem ein Zusammenhang zwischen dem Wahlverhalten und dem Bildungsniveau: Personen mit einer hohen Bildung (Studium) beteiligten sich mit 77,8 % überdurchschnittlich häufig an der Landtagswahl.

Definition:
Der Indikator gibt die Wahlbeteiligung bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg im Jahr 2016 an.

Bewertung und empirische Relevanz:
Eine wichtige Form politischer Beteiligung ist die Teilnahme an Wahlen. Mit der Abgabe ihrer Stimme sind Bürger_innen an der Gestaltung von Politik beteiligt, indem sie Parteien oder Personen wählen, die für bestimmte Inhalte stehen. Die Beteiligungschancen hinsichtlich politischer Mitgestaltung sind jedoch in der Bevölkerung ungleich verteilt, was sich auch in der Wahlbeteiligung widerspiegelt. Damit sind bestimmte Bevölkerungsgruppen unterrepräsentiert, wenn es darum geht, Politik und ihre Inhalte mitzugestalten. Das hat zur Folge, dass ihre Interessen weniger stark vertreten werden als die der anderen Bevölkerungsgruppen, was soziale Ungleichheit befördern kann.

Hinweise:
Befragte wurden als Wähler_innen kategorisiert, wenn sie entweder angaben, sicher zur Wahl gehen zu wollen oder angaben, bereits Briefwahl gemacht zu haben. Alle anderen Befragten wurden als Nichtwähler_innen behandelt.
Anpassung der repräsentativgewichteten Anteile an die tatsächliche Beteiligung an der Landtagswahl 2016 (70,4 %). Gewichtete Auswertung (Repräsentativgewicht*Beteiligungskorrektur).

Datenquelle:
Vorwahlumfrage, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.