Armut und Reichtum

Einkommensentwicklung

Das Einkommen der Bevölkerung in Privathaushalten und dessen Entwicklung gibt Aufschluss über die wirtschaftliche Situation der Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg und damit auch über ihre Möglichkeit zur Sicherung ihres Lebensstandards. Das Themenfeld beinhaltet neben Indikatoren zur Zusammensetzung und Entwicklung der Einkommen auch die relative Wohlstandsposition der Haushalte und die subjektive Einschätzung des Zurechtkommens mit dem Einkommen.

Primäreinkommen

PRIMÄREINKOMMEN UND SEINE KOMPONENTEN

Dieser Indikator zeigt die Entwicklung der Komponenten des Primäreinkommens über die Zeit.

Abbildung A1.1 Primäreinkommen und seine Komponenten in Baden-Württemberg im Zeitverlauf


Datenquelle: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (VGR), eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A1.1 Primäreinkommen und seine Komponenten in Baden-Württemberg im Zeitverlauf

wdt_ID Jahr Empfangenes Arbeitnehmerentgelt (in %) Selbstständigeneinkommen (in %) Vermögenseinkommen (Saldo) (in %)
1 2007 67,1 10,8 22,2
2 2008 66,9 11,1 22,0
3 2009 68,7 9,4 22,0
4 2010 69,0 10,0 21,1
5 2011 69,3 10,4 20,4
6 2012 69,7 10,1 20,2
7 2013 70,4 10,3 19,4
8 2014 70,9 10,2 18,9
9 2015 71,9 9,9 18,2
10 2016 72,5 9,9 17,6

Datenquelle: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (VGR), eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Das Primäreinkommen der privaten Haushalte setzte sich 2016 zusammen aus 72,5 % Arbeitnehmerentgelt, 9,9 % Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit und 17,6 % durch Vermögen erwirtschaftete Einkünfte. Im Zeitvergleich zeigt sich, dass die verschiedenen Einkommensanteile in den vergangenen acht Jahren unterschiedlich stark gestiegen bzw. gesunken sind. Der Anteil des Arbeitnehmerentgelts am Primäreinkommen ist im Vergleich zu 2007 um 5,4 Prozentpunkte gestiegen. Der Anteil des Selbstständigeneinkommens hingegen schwankt leicht im Zeitvergleich. Die Einkünfte aus Vermögen haben eine leicht sinkende Tendenz in den letzten acht Jahren. Im Jahr 2016 machten sie 4,6 Prozentpunkte weniger am Primäreinkommen aus als 2007.

Definition:
Dieser Indikator zeigt die Entwicklung der Komponenten des Primäreinkommens über die Zeit.

Bewertung und empirische Relevanz:
Durch den Indikator wird ersichtlich, welche Art des Einkommens mit der Zeit an Bedeutung gewinnt oder verliert und wie der Anteil am gesamten Primäreinkommen ausfällt. Das gibt Hinweise auf z. B. Verfestigung von Vermögen oder die Bedeutung von Erwerbsarbeit.

Datenquelle:
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (VGR), eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Verfügbares Einkommen

Verfügbares Einkommen der privaten Haushalte

Der Indikator zeigt das verfügbare Einkommen und seine Komponenten im Zeitverlauf.

Abbildung A1.2 Verfügbares Einkommen und seine Komponenten in Baden-Württemberg im Vergleich zum Vorjahr


Datenquelle: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (VGR), eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A1.2 Verfügbares Einkommen und seine Komponenten in Baden-Württemberg im Zeitverlauf

wdt_ID Jahr Primär-einkommen (Messzahl 2010 = 100) (+) monetäre Sozial-leistungen (Messzahl 2010 = 100) (+) sonstige empfangene laufende Transfers (Messzahl 2010 = 100) (-) Einkommen- und Vermögens-steuer (Messzahl 2010 = 100) (-) Nettosozial-beiträge (Messzahl 2010 = 100) (-) sonstige geleistete laufende Transfers (Messzahl 2010 = 100) (=) verfügbares Einkommen (Messzahl 2010 = 100)
1 2007 97,9 88,7 102,7 102,1 90,0 111,2 97,2
2 2008 101,3 90,0 108,9 111,8 92,5 118,9 99,4
3 2009 97,0 99,0 93,8 101,7 97,2 95,5 96,6
4 2010 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0
5 2011 104,7 98,7 102,9 104,6 103,1 100,2 103,8
6 2012 108,6 100,6 110,9 114,4 106,6 101,6 106,7
7 2013 110,6 102,8 127,0 123,9 108,9 106,6 108,1
8 2014 113,8 106,1 129,8 127,2 112,8 106,4 111,1
9 2015 117,5 111,3 135,9 134,2 117,5 110,5 114,5
10 2016 121,9 114,9 140,3 140,9 122,3 113,4 118,2

Datenquelle: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (VGR), eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Sowohl das Primäreinkommen als auch das verfügbare Einkommen sind im Zeitverlauf nominal deutlich angestiegen. Im Vergleich zu 2010 fiel der Zuwachs beim verfügbaren Einkommen mit 18,2 % geringer aus als beim Primäreinkommen (21,9 %). Die einzelnen Komponenten des verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte haben sich im Zeitverlauf unterschiedlich entwickelt. Der Zunahme der monetären Sozialleistungen um 14,9 % und der sonstigen laufenden Transfers um 40,3 % stand eine deutliche Zunahme des geleisteten Steuer- und Abgabeaufkommens infolge der günstigen Beschäftigungs- und Entgeltentwicklung gegenüber. Im Vergleich zum Vorjahr 2015 haben das verfügbare Einkommen im Jahr 2016 um 3,7 % und das Primäreinkommen um 4,4 % zugenommen.

Definition:
Der Indikator zeigt das verfügbare Einkommen und seine Komponenten im Zeitverlauf.

Bewertung und empirische Relevanz:
Der Indikator zeigt, wie sich das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte zusammensetzt und wie sich die einzelnen Komponenten über die Zeit entwickelt haben. Damit gibt er einen wichtigen Einblick in Art und Umfang der Umverteilung durch staatliche Leistungen.

Hinweise:
Die Darstellung als Einkommen in jeweiligen Preisen erfolgt in der Einkommenshöhe des jeweiligen Berichtsjahres, d. h. ihr Nachweis wurde nicht um die Inflationsrate bereinigt.

Datenquelle:
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (VGR), eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Haushalte nach Wohlstandspositionen

Haushalte nach relativer Wohlstandposition

Der Indikator stellt die relative Wohlstandsposition verschiedener Haushaltstypen dar.

Abbildung A1.3 Haushalte nach relativer Wohlstandsposition in Baden-Württemberg 2016

*) siehe Definition Haushaltstyp.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A1.3 Haushalte nach relativer Wohlstandsposition in Baden-Württemberg 2016

wdt_ID Nach Merkmal Median (in €) relative Wohlstandsposition (in %)
1 Haushalte insgesamt 1.758,3 100,0
2 -
4 Nach Haushaltstyp*
5 Haushalt mit Kind(ern) insgesamt 1.614,5 91,8
7 davon: 2 Erwachsene mit Kind(ern) insgesamt 1.719,5 97,8
8 … davon: 2 Erwachsene 1 Kind 1.899,0 108,0
9 … davon: 2 Erwachsene 2 Kinder 1.735,9 98,7
10 … davon: 2 Erwachsene 3 oder mehr Kinder 1.406,7 80,0
11
12 davon: 1 Erwachsene_r mit Kind(ern) insgesamt 1.069,7 60,8

*) siehe Definition Haushaltstyp.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Haushalte mit Kindern hatten im Jahr 2016 mit einer Wohlstandsposition von 91,8 % weniger und Haushalte ohne Kinder mit 105,9 % mehr Einkommen als das mittlere Einkommen aller Haushalte (100 %) zur Verfügung.
Bei Haushalten mit Kindern lag die Wohlstandsposition von Paarfamilien leicht unter dem Mittel aller Lebensformen (97,8 %), wohingegen Alleinerziehende deutlich unterdurchschnittliche Wohlstandspositionen einnahmen (je nach Kinderzahl zwischen 51,6 % und 66,9 %).
Die höchste Wohlstandsposition nahmen 2016 kinderlose Paare (112,6 %) und sonstige Haushalte ohne Kinder (115,5 %) ein. Paare ohne Kinder sind allerdings eine sehr heterogene Gruppe. Dazu zählen Paare, die zeitlebens kinderlos sind ebenso wie Paare, die noch keine Kinder haben oder deren Kinder das Elternhaus bereits verlassen haben.
Einpersonenhaushalte belegten 2016 mit 86,8 % eine unterdurchschnittliche Wohlstandsposition.
Die niedrigste Wohlstandsposition hatten 2016 Alleinerziehende mit drei oder mehr Kindern. Ihnen standen lediglich 51,6 % des mittleren Einkommens aller Haushalte zur Verfügung.
Insgesamt nahm in Haushalten mit Kindern – sowohl bei Alleinerziehenden als auch bei Paarfamilien – der Wohlstand mit der Zahl der Kinder ab.

Definition:
Der Indikator stellt die relative Wohlstandsposition verschiedener Haushaltstypen dar.

Bewertung und empirische Relevanz:
Das Einkommensgefälle zwischen verschiedenen Haushaltstypen lässt sich durch relative Wohlstandpositionen verdeutlichen. Der Indikator macht deutlich, dass bestimmte Haushaltstypen (Kinderreiche Familien, Alleinerziehende, Alleinstehende) konstant unterdurchschnittlich am Wohlstand der Bevölkerung partizipieren und somit auch Risikogruppen für Armutsgefährdung sind.

Hinweis:
Zu den Kindern zählen hier Personen im Alter von unter 18 Jahren ohne Lebenspartner/-in und eigene Kinder im Haushalt, sofern mehr als eine Person im Haushalt lebt. „Zwei Erwachsene“ sind hier definiert als Paargemeinschaft: Es handelt sich um ein Ehepaar, eine nichteheliche Lebensgemeinschaft oder eine gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft.

Datenquelle:
Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A1.3 Haushalte nach relativer Wohlstandsposition in Baden-Württemberg 2012


Nach Merkmal wdt_ID Median (in €) relative Wohlstandsposition (in %)
Haushalte insgesamt 1 1.586,6 100,0
- 2
Nach Haushaltstyp* 3
Haushalt mit Kind(ern) insgesamt 4 1.481,6 93,4
davon: 2 Erwachsene mit Kind(ern) insgesamt 5 1.559,3 98,3
… davon: 2 Erwachsene 1 Kind 6 1.725,6 108,8
… davon: 2 Erwachsene 2 Kinder 7 1.577,9 99,4
… davon: 2 Erwachsene 3 oder mehr Kinder 8 1.232,8 77,7
9
davon: 1 Erwachsene_r mit Kind(ern) insgesamt 10 986,1 62,1

*) siehe Definition Haushaltstyp.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Zurechtkommen mit dem Einkommen

Zurechtkommen mit dem Einkommen

Der Indikator gibt die subjektive Selbsteinschätzung der Haushalte bzw. unterschiedlichen Haushaltstypen wieder.

Abbildung A1.4 Zurechtkommen mit dem Einkommen in Baden-Württemberg 2016 nach Haushaltstyp


Einige Angaben basieren auf kleinen Fallzahlen, daher sind diese Zahlenwerte unsicher. Siehe dazu Angaben in Klammern in der zugehörigen Tabelle.
Datenquelle: EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Tabelle A1.4 Zurechtkommen mit dem Einkommen in Baden-Württemberg 2016

wdt_ID Nach Merkmal gut bis sehr gut (in %) relativ gut (in %) relativ schlecht (in %) schlecht bis sehr schlecht (in %)
1 Haushalte Insgesamt 45,9 37,8 9,3 7,0
2 zum Vergleich: Deutschland 44,2 39,4 9,6 6,9
3 -
5 Nach Armutsgefährdung
6 armutsgefährdete Haushalte (14,3) 32,8 (23,0) 29,9
7 nicht armutsgefährdete Haushalte 50,5 38,5 7,3 3,6
8 -
9 zum Vergleich: Armutsgefährdung Deutschland
10 armutsgefährdete Haushalte 15,9 37,7 22,9 23,5
11 nicht armutsgefährdete Haushalte 49,7 39,7 7,0 3,5

() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher aufgrund zu geringer Fallzahlen.
Datenquelle: EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Insgesamt gaben 2016 in Baden-Württemberg 45,9 % der Haushalte an, sehr gut bis gut mit ihrem Einkommen zurechtkommen. Weitere 37,8 % kamen nach eigener Einschätzung relativ gut zurecht. Insgesamt 16,3 % gaben an, relativ schlecht oder sehr schlecht zurechtzukommen. Diese Verteilung findet sich analog auch für Deutschland insgesamt wieder.
Armutsgefährdete Haushalte beurteilen ihre finanzielle Lage hingegen zu 52,9 % als relativ schlecht bis sehr schlecht und lediglich (14,3) % als sehr gut bis gut. Nicht armutsgefährdete Haushalte hingegen kommen zu gut 49,7 % sehr gut bzw. gut mit ihren Einkommen aus, 10,5 % gaben an, relativ schlecht bzw. schlecht bis sehr schlecht zurechtzukommen.
Betrachtet man die Haushalte differenziert nach Haushaltstypen, so sieht man auch hier deutliche Unterschiede in der Einschätzung der finanziellen Lage. Alleinerziehende beurteilten ihre Lage am schlechtesten. Hier gaben (40,9) % an, mit den finanziellen Mitteln relativ schlecht bis schlecht zurechtzukommen. Am besten beurteilten Paare ohne Kinder ihre eigene finanzielle Lage. Sie gaben zu 85,6 % an, mit dem Einkommen sehr gut bis relativ gut zurechtzukommen.

Definition:
Der Indikator gibt die subjektive Selbsteinschätzung der Haushalte bzw. unterschiedlichen Haushaltstypen wieder.

Bewertung und empirische Relevanz:
Dieser subjektive Indikator zeigt, wie gut die Haushalte nach ihrer eigenen Einschätzung mit ihrem monatlichen Einkommen zurechtzukommen. Diese subjektive Wahrnehmung der eigenen Lebenslage ist z. B. entscheidend für die Nachfrage nach finanzieller Unterstützung und bringt die Perspektive der Betroffenen in die Armutsanalyse ein.

Datenquelle:
EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A1.4 Zurechtkommen mit dem Einkommen in Baden-Württemberg 2012


wdt_ID Nach Merkmalen gut bis sehr gut (in %) relativ gut (in %) relativ schlecht (in %) schlecht bis sehr schlecht (in %)
1 Haushalte Insgesamt 38,0 41,6 13,0 7,4
2 zum Vergleich: Deutschland 36,6 42,5 11,8 9,2
3 -
5 Nach Armutsgefährdung
6 armutsgefährdete Haushalte (11,0) 34,6 (22,5) (31,9)
7 nicht armutsgefährdete Haushalte 41,4 42,4 11,8 4,2
8 -
9 zum Vergleich: Armutsgefährdung Deutschland
10 armutsgefährdete Haushalte 11,0 34,6 23,3 31,4
11 nicht armutsgefährdete Haushalte 41,7 43,9 9,5 4,9

() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher aufgrund zu geringer Fallzahlen.
Datenquelle: EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Entwicklung der Einkommenslage

Entwicklung der Einkommenslage

Der Indikator zeigt die Entwicklung der Einkommenslage der Bevölkerung in Baden-Württemberg im Zeitverlauf anhand des monatlichen Nettoäquivalenzeinkommens in drei Dezilen. Dabei werden die untersten 10 % der Einkommensverteilung (p10), die Mitte der Einkommensverteilung (Median, p50) sowie die obersten 10 % (p90) betrachtet.

Abbildung A1.5 Entwicklung der Einkommenslage der Bevölkerung in Baden-Württemberg im Zeitverlauf


*) MH = Migrationshintergrund.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A1.5 Entwicklung der Einkommenslage der Bevölkerung in Baden-Württemberg im Zeitverlauf

wdt_ID Jahr Insgesamt: p10 (in €, real) Insgesamt: p50 (in €, real) Insgesamt: p90 (in €, real) mit MH*: p10 (in €, real) mit MH: p50 (in €, real) mit MH: p90 (in €, real) ohne MH*: p10 (in €, real) ohne MH: p50 (in €, real) ohne MH: p90 (in €, real)
1 2007 795,5 1.442,0 2.616,9 681,6 1.196,1 2.132,0 870,6 1.532,4 2.767,0
2 2008 793,4 1.446,8 2.616,3 694,1 1.211,2 2.106,1 862,9 1.535,0 2.768,5
3 2009 789,9 1.468,8 2.674,2 684,5 1.219,8 2.189,4 863,9 1.567,3 2.842,5
4 2010 802,5 1.491,5 2.737,3 693,1 1.260,5 2.248,6 876,2 1.587,0 2.880,7
5 2011 804,3 1.509,5 2.769,5 689,6 1.260,3 2.245,3 869,7 1.604,3 2.901,9
6 2012 809,4 1.527,1 2.805,5 690,7 1.275,6 2.296,8 882,0 1.621,4 2.933,6
7 2013 812,5 1.549,0 2.854,9 705,9 1.302,8 2.352,3 887,8 1.655,1 3.023,9
8 2014 828,8 1.583,8 2.917,7 723,9 1.329,6 2.352,6 900,7 1.689,8 3.082,7
9 2015 838,2 1.618,0 3.000,3 725,8 1.360,7 2.405,9 919,8 1.737,1 3.183,5
10 2016 855,9 1.646,3 3.060,7 747,0 1.370,4 2.467,9 943,6 1.780,9 3.259,4

*) MH = Migrationshintergrund.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
In den vergangenen neun Jahren ist das monatliche Nettoäquivalenzeinkommen im Median um 204 € gestiegen, was einem Zuwachs von 14,2 % entspricht. Dabei hat das Einkommen der oberen 10 % der Einkommensverteilung mehr zugenommen (um 17,0 %) als das der untersten 10 % (um 7,6 %). Personen, die dem untersten Einkommensbereich angehören, verdienten damit im Jahr 2016 nur 27,9 % der obersten Einkommen. Im Vergleich zu 2007 (30,4 %) bedeutet das, dass die Einkommensschere weiter aufgegangen ist.
Die oberen 10 % innerhalb der Gruppe von Menschen mit Migrationshintergrund verdienen deutlich weniger als Menschen ohne Migrationshintergrund (im Jahr 2016 lag der Unterschied bei 791 €). Bei den unteren 10 % liegt das Einkommen von Menschen mit Migrationshintergrund ebenfalls unter denen ohne Migrationshintergrund. Hier beträgt der Unterschied 197 €. Der Verdienstunterschied von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund ist also im oberen Bereich der Einkommensverteilung größer als im unteren Bereich – aber überall vorhanden.

Definition:
Der Indikator zeigt die Entwicklung der Einkommenslage der Bevölkerung in Baden-Württemberg im Zeitverlauf anhand des monatlichen Nettoäquivalenzeinkommens in drei Dezilen. Dabei werden die untersten 10 % der Einkommensverteilung (p10), die Mitte der Einkommensverteilung (Median, p50) sowie die obersten 10 % (p90) betrachtet.

Bewertung und empirische Relevanz:
Die Daten zeigen, wie sich die Einkommen der untersten (p10) und obersten (p90) 10 % sowie das monatliche Mediannettoäquivalenzeinkommen entwickeln. Anhand dessen kann Ungleichheit in der Einkommenslage der Bevölkerung dargestellt werden.

Hinweise:
Monatliches Nettoäquivalenzeinkommen, preisbereinigt zu Preisen von 2010. Berücksichtigt wurden Personen in Privathaushalten.

Datenquelle:
Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter

Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter

Der Indikator zeigt die Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter (Verdienste) im Zeitverlauf.

Abbildung A1.6 Bruttolöhne und -gehälter der Arbeitnehmer_innen in Baden-Württemberg im Zeitverlauf


* Preisbereinigt zu Preisen von 2010.
Datenquelle: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (VGR), eigene Darstellung sowie eigene Berechnungen (preisbereinigte Angaben) FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A1.6 Bruttolöhne und -gehälter der Arbeitnehmer_innen in Baden-Württemberg im Zeitverlauf

wdt_ID Jahr Bruttolöhne und -gehälter (in € je Arbeitsstunde) Bruttolöhne und -gehälter: Veränderung gegenüber dem Vorjahr (in %) Bruttolöhne und -gehälter (in € je Arbeitsstunde, preisbereinigt*)
1 2007 22,0 1,0 22,9
2 2008 22,2 1,1 22,5
3 2009 23,1 4,0 23,4
4 2010 23,4 1,1 23,4
5 2011 24,1 2,9 23,6
6 2012 25,0 3,9 24,1
7 2013 25,5 2,0 24,2
8 2014 25,9 1,8 24,4
9 2015 26,8 3,4 25,2
10 2016 27,8 3,7 26,0
11 2017 28,5 2,5 26,2

* Preisbereinigt zu Preisen von 2010.
Datenquelle: Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (VGR), eigene Darstellung sowie eigene Berechnungen (preisbereinigte Angaben) FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Die in Baden-Württemberg gezahlten Bruttolöhne und -gehälter lagen 2017 um 2,5 % über dem Vorjahresniveau. Generell ist seit dem Jahr 2010 ein kontinuierlicher Anstieg der Bruttolöhne und -gehälter zu beobachten, der seit 2014 nochmal zugenommen hat. Auch bei einer Preisbereinigung bleibt diese Tendenz erhalten. Die preisbereinigten Löhne und Gehälter steigen aber ab 2016 weniger stark an als die nicht preisbereinigten.

Definition:
Der Indikator zeigt die Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter (Verdienste) im Zeitverlauf.

Bewertung und empirische Relevanz:
Die Teilhabe am Erwerbsleben und damit verbunden die Einkommenslage der Menschen in Baden-Württemberg ist abhängig von der Situation am Arbeitsmarkt. Die Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter ist ein wichtiger Indikator für die Beschreibung der Situation auf dem Arbeitsmarkt.

Hinweis:
Die Preisbereinigung bei der Angabe zu den preisbereinigten Euro je Arbeitsstunde erfolgte anhand des Verbraucherpreisindex Baden-Württemberg (Basisjahr 2010 = 100).

Datenquelle:
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder (VGR), eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.