Armut und Reichtum

Armut

Armut ist ein vielschichtiger und nicht eindeutig definierter Begriff und wird heute im weiteren Sinn als Mangel an Teilhabe- und Verwirklichungschancen verstanden. Unzureichende Einkommensressourcen gelten als so gravierend, dass sie als wesentliche Ursache von weiteren (multiplen) Armutsrisiken und Einschränkungen in anderen Lebensbereichen angenommen werden können. Der Fokus liegt in diesem Themenfeld auf der Betrachtung relativer Einkommensarmut auf Basis des verfügbaren Haushaltseinkommens.

Armut – Armutsgefährdung

Armutsgefährdungsschwelle

Armutsgefährdungsschwelle

Der Indikator zeigt die Entwicklung der Armutsgefährdungsschwelle – also die Einkommensgrenze, ab der ein Haushalt als armutsgefährdet gilt.

Abbildung A2.1.1 Armutsgefährdungsschwelle* in Baden-Württemberg im Zeitverlauf


*) Für die Berechnung für Baden-Württemberg wurde der Landesmedian verwendet.
**) Armutsgefährdungsschwelle für Einpersonenhaushalte multipliziert mit dem Bedarfsgewicht des Haushalts nach OECD-Skala.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A2.1.1 Armutsgefährdungsschwelle* auf Basis des Äquivalenzeinkommens im Zeitverlauf

# Jahr Einpersonenhaushalt: Baden-Württemberg (in €) Einpersonenhaushalt: Deutschland (in €) Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren**: Baden-Württemberg (in €) Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren**: Deutschland (in €)
1 2007 831 764 1.746 1.605
2 2008 856 787 1.797 1.652
3 2009 871 801 1.830 1.683
4 2010 895 826 1.880 1.735
5 2011 925 849 1.942 1.784
6 2012 952 870 1.999 1.828
7 2013 979 892 2.055 1.873
8 2014 1.009 917 2.119 1.926
9 2015 1.033 942 2.169 1.978
10 2016 1.055 969 2.215 2.035

*) Für die Berechnung für Baden-Württemberg wurde der Landesmedian verwendet.
**) Armutsgefährdungsschwelle für Einpersonenhaushalte multipliziert mit dem Bedarfsgewicht des Haushalts nach OECD-Skala.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
In den zurückliegenden zehn Jahren ist die Armutsgefährdungsschwelle in Baden-Württemberg sowohl für Einpersonenhaushalte als auch für Haushalte mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren gestiegen – um 260 € bzw. 545 €. Auch im bundesdeutschen Durchschnitt bewegte sich der Zuwachs in einem ähnlichen Bereich. Die Armutsgefährdungsschwellen liegen in Baden-Württemberg höher als in Deutschland, da sie vom allgemeinen Einkommensniveau abhängen und dieses in Baden-Württemberg vergleichsweise hoch ist.

Definition:
Der Indikator zeigt die Entwicklung der Armutsgefährdungsschwelle – also die Einkommensgrenze, ab der ein Haushalt als armutsgefährdet gilt.

Bewertung und empirische Relevanz:
Der Indikator zeigt die Entwicklung der Armutsgefährdungsschwelle in den Haushaltstypen Einpersonenhaushalt und Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren. Liegt das monatliche Nettoeinkommen eines Haushaltes unter der jeweiligen Armutsgefährdungsschwelle, wird von einer Armutsgefährdung ausgegangen. Die Armutsgefährdungsschwelle ist die Grundlage für die Berechnung der relativen Armutsgefährdungsquoten.

Hinweis:
Für die Berechnung der Schwelle werden das bedarfsgewichtete Äquivalenzeinkommen und der Landesmedian herangezogen.

Datenquelle:
Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Armutsgefährdungsquoten

Armutsgefährdungsquoten

Der Indikator zeigt die Armutsgefährdungsquoten im Zeitverlauf und nach soziodemographischen Merkmalen differenziert. Außerdem enthält er die Streuung (40 %, 50 %, 70 %) um die Armutsgefährdungsschwelle und die relative Armutsgefährdungslücke.

Abbildung A2.1.2.1 Armutsgefährdungsquoten* im Zeitverlauf


*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung für Baden-Württemberg wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Tabelle A2.1.2.1 Armutsgefährdungsquoten* im Zeitverlauf


# Jahr Baden-Württemberg (in %) Deutschland (in %)
1 2007 13,0 14,3
2 2008 13,3 14,4
3 2009 14,1 14,6
4 2010 14,0 14,5
5 2011 14,5 15,0
6 2012 14,6 15,0
7 2013 14,8 15,5
8 2014 15,0 15,4
9 2015 15,3 15,7
10 2016 15,4 15,7

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung für Baden-Württemberg wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Differenzierungsmerkmale:

A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten in Baden-Württemberg und Deutschland 2017


Abbildung A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg und Deutschland 2017


*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung für Baden-Württemberg wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg und Deutschland 2017


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 Armutsgefährdungsquote (60 %) 15,5
2 zum Vergleich: Armutsgefährdungsquote (60 %) Deutschland 15,8
3 -
4 Streuung um die Armutsgefährdungsschwelle
5 40 % 4,4
6 50 % 9,2
7 70 % 23,3
8 -
9 Relative Armutsgefährdungslücke 20,8

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung für Baden-Württemberg wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Einordnung der Ergebnisse:
Die Armutsgefährdungsquote in Baden-Württemberg lag im Jahr 2017 bei 15,5 % (Landesmedian). Damit lag sie ungefähr im Bundesdurchschnitt (15,8 %).
Die Streuung um die Armutsgefährdungsquote und die relative Armutsgefährdungslücke zeigen die Verteilung um die Armutsgefährdungsschwelle. Zieht man die Grenze statt bei 60 % bei 70 %, dann lebten 2017 23,3 % der Bevölkerung Baden-Württembergs in „prekärem Wohlstand“ und mussten mit Einschränkungen in zentralen Lebensbereichen zurechtkommen. Unter Verwendung der 50 %–Schwelle lag der Anteil der Personen, die als „einkommensarm“ gelten, bei 9,2 %. Von „strenger Armut“ (äquivalenzgewichtetes Medianeinkommen von weniger als 40 % des baden-württembergischen Durchschnitts) waren 2017 4,4 % der Bevölkerung in Baden-Württemberg betroffen.
Die relative Armutsgefährdungslücke, also der mittlere Abstand der armutsgefährdeten Personen zur Armutsgefährdungsschwelle, lag in Baden-Württemberg 2017 bei 20,8 % (gemessen am Landesmedian).

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg und Deutschland 2012


# Nach merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 Armutsgefährdungsquote (60 %) 14,6
2 zum Vergleich: Armutsgefährdungsquote (60 %) Deutschland 15,0
3 -
4 Streuung um die Armutsgefährdungsschwelle
5 40 % 4,1
6 50 % 8,3
7 70 % 22,3
8 -
9 Relative Armutsgefährdungslücke 20,1

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung für Baden-Württemberg wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


2016


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg und Deutschland 2016


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 Armutsgefährdungsquote (60 %) 15,4
2 zum Vergleich: Armutsgefährdungsquote (60 %) Deutschland 15,7
3 -
4 Streuung um die Armutsgefährdungsschwelle
5 40 % 4,1
6 50 % 8,8
7 70 % 23,4
8 -
9 Relative Armutsgefährdungslücke 20,0

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung für Baden-Württemberg wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.



A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten in Baden-Württemberg nach Geschlecht 2017


Abbildung A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Geschlecht 2017


*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Geschlecht 2017


# nach Merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 Männer 14,6
2 Frauen 16,4

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
In Baden-Württemberg hatten Frauen im Jahr 2017 ein höheres Armutsrisiko als Männer (16,4 % versus 14,6 %).

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Geschlecht 2012


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 Männer 13,4
2 Frauen 15,7

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


2016


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Geschlecht 2016


# nach Merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 Männer 14,5
2 Frauen 16,4

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.



A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten in Baden-Württemberg nach Migrationshintergrund 2017


Abbildung A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Migrationshintergrund** 2017


*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
**) Siehe Definition Migrationshintergrund.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Migrationshintergrund** 2017


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 ohne MH** 10,9
2 mit MH 25,8

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition im Glossar.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Menschen mit Migrationshintergrund (25,8 %) hatten in Baden-Württemberg 2017 ein mehr als doppelt so hohes Armutsrisiko wie Menschen ohne Migrationshintergrund (10,9 %).

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Migrationshintergrund** 2012


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 ohne MH** 11,2
2 mit MH 23,9

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition im Glossar.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


2016


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Migrationshintergrund** 2016


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 ohne MH** 11,2
2 mit MH 25,3

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition im Glossar.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.



A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten in Baden-Württemberg nach Altersgruppen 2017


Abbildung A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Altersgruppen 2017


*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Altersgruppen 2017


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 unter 18 Jahre 19,1
2 18 bis unter 25 Jahre 24,9
3 25 bis unter 50 Jahre 13,5
4 50 bis unter 65 Jahre 10,7
5 65 Jahre und älter 17,2

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
In Baden-Württemberg wiesen unter 18-Jährige (19,1 %) und 18- bis unter 25-Jährige (24,9 %) im Jahr 2017 die höchsten Armutsgefährdungsquoten auf. Das vergleichsweise hohe Armutsrisiko der Altersgruppe der 18- bis unter 25-Jährigen ist auf verschiedene Faktoren zurückzführen, beispielsweise die anhaltende Tendenz zu höheren Schulabschlüssen und der damit verbundene spätere Eintritt in den Arbeitsmarkt oder der häufig mit prekären Beschäftigungsverhältnissen oder schlecht bezahlten Praktika verbundene Berufseinstieg. Außerdem stellt die Höhe der Vergütung einer betrieblichen Ausbildung nicht immer einen Schutz vor Armutsgefährdung dar.
Auch Personen im Alter von 65 Jahren und älter hatten in Baden-Württemberg 2017 mit 17,2 ein überdurchschnittlich hohes Armutsrisiko.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Altersgruppen 2012


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 unter 18 Jahre 17,7
2 18 bis unter 25 Jahre 22,4
3 25 bis unter 50 Jahre 11,9
4 50 bis unter 65 Jahre 10,7
5 65 Jahre und älter 17,0

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


2016


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Altersgruppen 2016


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 unter 18 Jahre 19,4
2 18 bis unter 25 Jahre 23,3
3 25 bis unter 50 Jahre 13,5
4 50 bis unter 65 Jahre 10,5
5 65 Jahre und älter 17,3

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.



A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten in Baden-Württemberg nach Altersgruppen und Geschlecht 2017

Abbildung A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Altersgruppen und Geschlecht 2017

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW und eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Altersgruppen und Geschlecht 2017


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil: Männer (in %) Bevölkerungsanteil: Frauen (in %)
1 unter 18 Jahre 19,4 18,8
2 18 bis unter 25 Jahre 24,4 25,3
3 25 bis unter 50 Jahre 12,8 14,1
4 50 bis unter 65 Jahre 9,7 11,7
5 65 Jahre und älter 14,5 19,4

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW und eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Einordnung der Ergebnisse:
Das höhere Armutsrisiko von Frauen im Vergleich zu Männern verschärft sich im Alter: So war in Baden-Württemberg im Jahr 2017 die Armutsgefährdungsquote von Frauen über 65 Jahre um 4,9 Prozentpunkte höher als die von Männern (19,4 % versus 14,5 %).

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Altersgruppen und Geschlecht 2012


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil: Männer (in %) Bevölkerungsanteil: Frauen (in %)
1 unter 18 Jahre 17,7 17,6
2 18 bis unter 25 Jahre 21,2 23,6
3 25 bis unter 50 Jahre 10,7 13,1
4 50 bis unter 65 Jahre 9,7 11,6
5 65 Jahre und älter 14,4 19,0

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW und eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


2016


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Altersgruppen und Geschlecht 2016


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil: Männer (in %) Bevölkerungsanteil: Frauen (in %)
1 unter 18 Jahre 19,6 19,3
2 18 bis unter 25 Jahre 22,6 24,1
3 25 bis unter 50 Jahre 12,7 14,2
4 50 bis unter 65 Jahre 9,7 11,3
5 65 Jahre und älter 14,6 19,5

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW und eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.



A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten in Baden-Württemberg nach Altersgruppen und Migrationshintergrund 2017


Abbildung A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Altersgruppen und Migrationshintergrund** 2017

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
**) Siehe Definition Migrationshintergrund.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Altersgruppen und Migrationshintergrund** 2017


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil: ohne MH** (in %) Bevölkerungsanteil: mit MH (in %)
1 unter 18 Jahre 10,1 30,4
2 18 bis unter 25 Jahre 21,1 32,2
3 25 bis unter 50 Jahre 8,2 22,5
4 50 bis unter 65 Jahre 8,1 19,5
5 65 Jahre und älter 14,2 31,6

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition im Glossar.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Einordnung der Ergebnisse:
Die Armutsgefährdung von Menschen mit Migrationshintergrund war 2017 in Baden-Württemberg in allen Altersgruppen deutlich höher als in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund.
Am größten war die Differenz in der Altersgruppe der unter 18-Jährigen ausgeprägt: 10,1 % der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund und 30,4 % der Bevölkerung mit Migrationshintergrund waren in dieser Altersgruppe armutsgefährdet.
Eine ähnlich große Differenz zeigt sich bei der Altersgruppe der ab 65-Jährigen, bei denen 14,2 % der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund und 31,6 % der Bevölkerung mit Migrationshintergrund armutsgefährdet waren.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Altersgruppen und Migrationshintergrund** 2012


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil: ohne MH** (in %) Bevölkerungsanteil: mit MH (in %)
1 unter 18 Jahre 11,0 28,4
2 18 bis unter 25 Jahre 20,7 26,3
3 25 bis unter 50 Jahre 8,4 20,4
4 50 bis unter 65 Jahre 8,2 19,5
5 65 Jahre und älter 14,7 30,4

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition im Glossar.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


2016


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Altersgruppen und Migrationshintergrund** 2016


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil: ohne MH** (in %) Bevölkerungsanteil: mit MH (in %)
1 unter 18 Jahre 11,1 30,4
2 18 bis unter 25 Jahre 20,3 29,4
3 25 bis unter 50 Jahre 8,9 22,1
4 50 bis unter 65 Jahre 7,9 19,3
5 65 Jahre und älter 14,5 31,3

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition im Glossar.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.



A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten in Baden-Württemberg nach Erwerbsstatus 2017

Abbildung A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Erwerbsstatus** 2017

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
**) Nach dem „Labour-Force-Konzept“ der International Labour Organization (ILO).
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Erwerbsstatus** 2017


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 Erwerbstätige (In work Poverty) ... 8,4
2 ... Selbständige (einschließlich mithelfende Familienangehörige) 9,5
3 ... abhängig Erwerbstätige 8,2
4
5 Erwerbslose 48,5
6
7 Nichterwerbspersonen ... 22,9
8 ... Rentner_innen und Pensionär_innen*** 18,2
9 ... Personen im Alter von unter 18 Jahren 19,4
10 ... sonstige Nichterwerbspersonen 40,1

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
**) Nach dem „Labour-Force-Konzept“ der International Labour Organization (ILO).
***) Siehe Definiton Pensionär_in.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Einordnung der Ergebnisse:
Erwerbslose in Baden-Württemberg waren 2017 zu 48,5 % armutsgefährdet. Menschen in Erwerbstätigkeit waren allerdings zu 8,4 % ebenfalls armutsgefährdet (so genannte „in work Poverty“).

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Erwerbsstatus** 2012


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 Erwerbstätige (In work Poverty) ... 7,9
2 ... Selbständige (einschließlich mithelfende Familienangehörige) 9,7
3 ... abhängig Erwerbstätige 7,7
4
5 Erwerbslose 53,8
6
7 Nichterwerbspersonen ... 20,5
8 ... Rentner_innen und Pensionär_innen*** 17,4
9 ... Personen im Alter von unter 18 Jahren 17,9
10 ... sonstige Nichterwerbspersonen 33,0

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
**) Nach dem „Labour-Force-Konzept“ der International Labour Organization (ILO).
***) Siehe Definiton Pensionär_in.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


2016


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Erwerbsstatus** 2016


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 Erwerbstätige (In work Poverty) ... 8,5
2 ... Selbständige (einschließlich mithelfende Familienangehörige) 10,1
3 ... abhängig Erwerbstätige 8,3
4
5 Erwerbslose 50,5
6
7 Nichterwerbspersonen ... 22,4
8 ... Rentner_innen und Pensionär_innen*** 17,9
9 ... Personen im Alter von unter 18 Jahren 19,7
10 ... sonstige Nichterwerbspersonen 37,7

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
**) Nach dem „Labour-Force-Konzept“ der International Labour Organization (ILO).
***) Siehe Definiton Pensionär_in.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.



A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten in Baden-Württemberg nach Qualifikationsniveau 2017

Abbildung A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Qualifikationsniveau** 2017

Personen im Alter von 25 Jahren und älter.
*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
**) Siehe Definition Qualifikationsniveau.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Qualifikationsniveau** 2017


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil*** (in %)
1 niedrig (ISCED 0 bis 2) 29,8
2 mittel (ISCED 3 und 4) 11,8
3 hoch (ISCED 5 und höher) 6,3

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
**) Siehe Definition Qualifikationsniveau.
***) Personen im Alter von 25 Jahren und älter.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Einordnung der Ergebnisse:
Personen mit niedrigem Bildungsstand waren in Baden-Württemberg 2017 stärker armutsgefährdet (29,8 %) als der Bevölkerungsdurchschnitt (15,5 %). Personen mit einem hohen Bildungsniveau hatten ein fast fünfmal geringeres Armutsrisiko (6,3 %) als Personen mit einem niedrigen Bildugsstand.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Qualifikationsniveau** 2012


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil*** (in %)
1 niedrig (ISCED 0 bis 2) 27,4
2 mittel (ISCED 3 und 4) 11,2
3 hoch (ISCED 5 und höher) 5,5

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
**) Siehe Definition Qualifikationsniveau.
***) Personen im Alter von 25 Jahren und älter.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


2016


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten* in Baden-Württemberg nach Qualifikationsniveau** 2016


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil*** (in %)
1 niedrig (ISCED 0 bis 2) 29,5
2 mittel (ISCED 3 und 4) 11,9
3 hoch (ISCED 5 und höher) 6,3

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
**) Siehe Definition Qualifikationsniveau.
***) Personen im Alter von 25 Jahren und älter.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.




Einordnung der Ergebnisse:
Die Armutsgefährdungsquote in Baden-Württemberg lag im Jahr 2017 bei 15,5 % (Landesmedian). Damit lag sie ungefähr im Bundesdurchschnitt (15,8 %).
Die Armutsgefährdungsquote ist in Baden-Württemberg – ähnlich wie in Deutschland gesamt – in den letzten zehn Jahren leicht gestiegen. 2007 lag sie in Baden-Württemberg noch bei 13,0 % und in Deutschland bei 14,3 %.

Definition:
Der Indikator zeigt die Armutsgefährdungsquoten im Zeitverlauf und nach soziodemographischen Merkmalen differenziert. Außerdem enthält er die Streuung (40 %, 50 %, 70 %) um die Armutsgefährdungsschwelle und die relative Armutsgefährdungslücke.

Bewertung und empirische Relevanz:
Die Armutsgefährdungsquoten sind der Standardindikator zur Messung von Einkommensarmut und zur Veranschaulichung der unterschiedlich starken Betroffenheit verschiedener gesellschaftlicher Gruppen. Materielle Armut wirkt sich auf alle Lebensbereiche und die entsprechenden Teilhabechancen aus. Umgekehrt wird die Wahrscheinlichkeit, ein Einkommen zu beziehen, das unterhalb der Armutsschwelle liegt, von einer Vielzahl anderer Faktoren beeinflusst wie Bildung, Qualifikation und Erwerbsbeteiligung. Auf der Basis der allgemein üblichen Armutsgefährdungsquote (60 %-Schwelle) lassen sich keine Aussagen treffen, wie die Einkommensverteilung unterhalb und um die Armutsgefährdungsschwelle herum aussieht. Dafür werden die Armutsgefährdungslücke und die Streuung um die Armutsgefährdungsschwelle herangezogen.

Weitere Differenzierungsmerkmale:
In anderen Themenfeldern des Gesellschaftsmonitoring Baden-Württembergs finden Sie ergänzend folgende Differenzierungen zur Armutsgefährdung:

Hinweise:
Für die Berechnung werden das bedarfsgewichtete Äquivalenzeinkommen und der Landesmedian herangezogen.

Datenquelle:
Mikrozensus, IT.NRW und eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten in Baden-Württemberg 2012


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 Insgesamt 14,6
2 zum Vergleich: Deutschland 15,0
3 -
5 nach Geschlecht
6 Männer 13,4
7 Frauen 15,7
8 -
9 nach Migrationshintergrund*
10 ohne Migrationshintergrund 11,2
11 mit Migrationshintergrund 23,9


*) Siehe Definition Migrationshintergrund.
**) Nach dem „Labour-Force-Konzept“ der International Labour Organization (ILO).
***) Siehe Definiton Pensionär_in.
****) Siehe Definition Qualifikationsniveau.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW und eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


2016


Tabelle A2.1.2.2 Armutsgefährdungsquoten in Baden-Württemberg 2016


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 Insgesamt 15,4
2 zum Vergleich: Deutschland 15,7
3 -
5 nach Geschlecht
6 Männer 14,5
7 Frauen 16,4
8 -
9 nach Migrationshintergrund*
10 ohne Migrationshintergrund 11,2
11 mit Migrationshintergrund 25,3


*) Siehe Definition Migrationshintergrund.
**) Nach dem „Labour-Force-Konzept“ der International Labour Organization (ILO).
***) Siehe Definiton Pensionär_in.
****) Siehe Definition Qualifikationsniveau.
Datenquelle: Mikrozensus, IT.NRW und eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Armutsgefährdung vor/nach Sozialleistungen

Armutsgefährdung vor / nach Sozialleistungen

Der Indikator gibt an, welcher Anteil der Personen in der Bevölkerung ohne Sozialleistungen von Armutsgefährdung betroffen wäre und in welchem Maße sich der Anteil armutsgefährdeter Personen in der Bevölkerung durch Sozialleistungen reduziert.

Abbildung A2.1.3 Reduktion der Armutsgefährdung durch Sozialleistungen im Zeitvergleich


Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v34, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A2.1.3 Armutsgefährdung vor/nach Sozialleistungen sowie Reduktion durch Sozialleistungen in Baden-Württemberg 2016

# Nach Merkmal Armutsgefärdung* vor Sozialleistungen (Quote in %) Armutsgefährdung* nach Sozialleistungen (Quote in %) Reduktion der Armutsgefärdungsquoten durch Sozialleistungen (in %)
1 Insgesamt 22,4 15,9 29,2
2 Zum Vergleich: Deutschland 23,5 16,7 29,2
3 -
5 nach Geschlecht
6 Männer 21,5 14,6 31,9
7 Frauen 23,4 17,2 26,6
8 -
9 nach Migrationshintergrund**
10 ohne MH 14,4 10,4 28,1
11 mit MH 36,9 25,9 29,9

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung für Baden-Württemberg wurde der Landesmedian verwendet.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition im Glossar.
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v34, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Sozialleistungen reduzieren das Armutsrisiko um knapp ein Drittel: In Baden-Württemberg (34,7 %) wie auch in Deutschland (35,2 %) ließ sich im Jahr 2012 eine stärkere Reduktion des Armutsrisikos feststellen als im Jahr 2016 mit je 29,2 %. Personen im Alter von unter 50 Jahren profitierten 2016 stärker von der Reduktion des Armutsrisikos durch Sozialleistungen als die Bevölkerung ab 50 Jahren. Die Reduktion des Armutsrisikos durch Sozialleistungen war bei Männern (31,9 %) höher als bei Frauen (26,6 %). Zudem zeigt sich ein geringer Unterschied zwischen der Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund (29,9 % versus 28,1 %).

Definition:
Der Indikator gibt an, welcher Anteil der Personen in der Bevölkerung ohne Sozialleistungen von Armutsgefährdung betroffen wäre und in welchem Maße sich der Anteil armutsgefährdeter Personen in der Bevölkerung durch Sozialleistungen reduziert.

Bewertung und empirische Relevanz:
Sozialleistungen haben eine Umverteilungswirkung. Der dargestellte Indikator zeigt in welchem Maße staatliche Sozialleistungen zu einer Reduzierung der Armutsgefährdung beitragen.

Hinweis:
Für die Berechnung wird das bedarfsgewichtete Äquivalenzeinkommen und der Landesmedian bzw. beim Wert für Deutschland der Bundesmedian herangezogen. Zum Einkommen eines Haushalts zählen bei diesem Indikator das Erwerbseinkommen, Einkommen aus Vermögen und Renten, selbstgenutztes Wohneigentum (der dadurch enstehende Einkommensvorteil als hypothetische Mieteinnahmen), abzüglich der gezahlten Steuern. Je einmal mit und einmal ohne die Berücksichtigung von Sozialleistungen. Zu den Sozialtransfers zählen die staatlichen Leistungen zum Lebensunterhalt (Arbeitslosengeld II, Sozialgeld und Sozialhilfe/Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung), die Familienleistungen (Kindergeld, Kinderzuschlag, Pflegegeld und Unterhaltsvorschuss) sowie Wohngeld, nicht jedoch die durch Beitragszahlungen erworbenen Renten- und Pensionsansprüche. Für genauere Informationen zur Stichprobe und Einkommensvariable siehe Sozio-oekonomisches Panel (SOEP).

Datenquelle:
Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v34, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A2.1.3 Armutsgefährdung vor/nach Sozialleistungen sowie Reduktion durch Sozialleistungen in Baden-Württemberg 2012


# Nach Merkmal Armutsgefärdung* vor Sozialleistungen (Quote in %) Armutsgefährdung* nach Sozialleistungen (Quote in %) Armutsgefährdung nach Sozialleistungen (Quote in %)
1 Insgesamt 20,1 13,1 34,7
2 Zum Vergleich: Deutschland 22,4 14,5 35,2
3 -
5 nach Geschlecht
6 Männer 18,8 11,1 41,0
7 Frauen 21,5 15,2 29,2
8 -
9 nach Migrationshintergrund**
10 ohne MH 15,6 9,7 37,5
11 mit MH 29,0 19,8 31,8

**) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung für Baden-Württemberg wurde der Landesmedian verwendet.
*) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition im Glossar.
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


2015


Tabelle A2.1.3 Armutsgefährdung vor/nach Sozialleistungen sowie Reduktion durch Sozialleistungen in Baden-Württemberg 2015


# Nach Merkmal Armutsgefärdung* vor Sozialleistungen (Quote in %) Armutsgefährdung* nach Sozialleistungen (Quote in %) Reduktion der Armutsgefärdungsquoten durch Sozialleistungen (in %)
1 Insgesamt 19,4 13,8 28,8
2 Zum Vergleich: Deutschland 23,7 16,8 29,2
3 -
5 nach Geschlecht
6 Männer 18,0 11,9 33,9
7 Frauen 20,7 15,6 24,7
8 -
9 nach Migrationshintergrund**
10 ohne MH 12,6 7,4 41,1
11 mit MH 32,4 26,0 19,8

*) Siehe Definition Armutsgefährdung, für die Berechnung für Baden-Württemberg wurde der Landesmedian verwendet.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition im Glossar.
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Dauerhafte Armutsgefährdung

Dauerhafte Armutsgefährdung

Der Indikator zeigt den Anteil dauerhaft armutsgefährdeter Personen in der Bevölkerung. Als dauerhaft von Armutsgefährdung betroffen gelten Personen, die aktuell armutsgefährdet sind und zusätzlich in mindestens zwei der drei vorangegangenen Jahre armutsgefährdet waren. Für die Angaben für Baden-Württemberg müssen die Personen außerdem in all diesen Jahren in einem Haushalt in Baden-Württemberg gelebt haben.

Abbildung A2.1.4 Anteil dauerhaft Armutsgefährdeter* in Baden-Württemberg 2016



Die Angabe für Kinder und Jugendliche beruht auf geringen Fallzahlen und ist daher unsicher.
*) Für die Berechnung für Baden-Württemberg wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v34 (im Unterschied zu den anderen Indikatoren auf Basis des SOEP unter Einbezug der jeweils ersten Befragungswellen von Teilstichproben aus Fallzahlgründen), eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A2.1.4 Anteil dauerhaft Armutsgefährdeter* in Baden-Württemberg 2016

# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 Insgesamt 7,1
2 Zum Vergleich: Deutschland 9,4
3 -
4 nach Geschlecht
5 Männer (6,1)
6 Frauen 8,0
7 -
8 nach Migrationshintergrund**
9 ohne MH 5,0
10 mit MH 11,3

*) Für die Berechnung für Baden-Württemberg wurde der Landesmedian verwendet.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition im Glossar.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v34, (im Unterschied zu den anderen Indikatoren auf Basis des SOEP unter Einbezug der jeweils ersten Befragungswellen von Teilstichproben aus Fallzahlgründen), eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Der Anteil dauerhaft Armutsgefährdeter lag in Baden-Württemberg (gemessen am Landesmedian) im Jahr 2016 um 2,3 Prozentpunkte unter dem deutschlandweiten Anteil. Im Vergleich zu 2012 und 2015 ist der Anteil dauerhaft Armutsgefährdeter in Baden-Württemberg und in Deutschland nahezu konstant geblieben (2012: 6,9 % bzw. 9,1 %, 2015: 7,4 % bzw. 9,7 %).
Der Anteil dauerhaft armutsgefährdeter Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren lag in Baden-Württemberg im Jahr 2016 in etwa auf dem Niveau der Gesamtbevölkerung (allerdings ist die Aussagekraft aufgrund geringer Fallzahlen eingeschränkt). Frauen waren mit 8,0 % häufiger von dauerhafter Armutsgefährdung betroffen als Männer (6,1 %; Aussagekraft aufgrund geringer Fallzahlen eingeschränkt). Für Personen mit Migrationshintergrund war das Risiko außerdem deutlich höher als für Personen ohne Migrationshintergrund (Differenz: 6,3 Prozentpunkte).

Definition:
Der Indikator zeigt den Anteil dauerhaft armutsgefährdeter Personen in der Bevölkerung. Als dauerhaft von Armutsgefährdung betroffen gelten Personen, die aktuell armutsgefährdet sind und zusätzlich in mindestens zwei der drei vorangegangenen Jahre armutsgefährdet waren. Für die Angaben für Baden-Württemberg müssen die Personen außerdem in all diesen Jahren in einem Haushalt in Baden-Württemberg gelebt haben.

Bewertung und empirische Relevanz:
Neben dem Anteil armutsgefährdeter Personen im Querschnitt ist auch relevant, wie viele Personen dauerhaft von Armutsgefährdung betroffen sind. Dies ist sozialpolitisch bedeutsam, denn wer sich nicht aus der Armutsgefährdung befreien kann, unterliegt einem höheren Risiko geringerer Teilhabechancen als kurzzeitig armutsgefährdete Personen.

Hinweis:
Für die Berechnung wird das bedarfsgewichtete Äquivalenzeinkommen und der Landesmedian bzw. beim Wert für Deutschland der Bundesmedian herangezogen. Die jeweils ersten Erhebungswellen der SOEP-Teilstichproben, die im entsprechenden Befragungsjahr neu hinzugefügt wurden, werden aus Fallzahlgründen bei diesem Indikator berücksichtigt. Die Grundlage für die Berechnung der Armutsgefährdung sind Angaben zum äquivalenzgewichteten verfügbaren Haushaltseinkommen. In diesem auf den SOEP-Daten basierenden Indikator wird bei selbstgenutztem Wohneigentum der dadurch entstehende Einkommensvorteil als hypothetische Mieteinnahmen berücksichtigt. Für genauere Informationen zur Stichprobe und Einkommensvariable siehe Sozio-oekonomisches Panel (SOEP).

Datenquelle:
Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v34, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A2.1.4 Anteil dauerhaft Armutsgefährdeter* in Baden-Württemberg 2012


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 Insgesamt 6,9
2 Zum Vergleich: Deutschland 9,1
3 -
4 nach Geschlecht:
5 Männer (5,6)
6 Frauen 8,3
7 -
8 nach Migrationshintergrund**
9 ohne MH 5,2
10 mit MH 11,0

*) Für die Berechnung für Baden-Württemberg wurde der Landesmedian verwendet.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition im Glossar.
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, (im Unterschied zu den anderen Indikatoren auf Basis des SOEP unter Einbezug der jeweils ersten Befragungswellen von Teilstichproben aus Fallzahlgründen), eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


2015


Tabelle A2.1.4 Anteil dauerhaft Armutsgefährdeter* in Baden-Württemberg 2015


# Nach Merkmal Bevölkerungsanteil (in %)
1 Insgesamt 7,4
2 Zum Vergleich: Deutschland 9,7
3 -
4 nach Geschlecht
5 Männer 6,4
6 Frauen 8,3
7 -
8 nach Migrationshintergrund**
9 ohne MH 5,0
10 mit MH 12,2

*) Für die Berechnung für Baden-Württemberg wurde der Landesmedian verwendet.
**) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition im Glossar.
Datenquelle: Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) v33, (im Unterschied zu den anderen Indikatoren auf Basis des SOEP unter Einbezug der jeweils ersten Befragungswellen von Teilstichproben aus Fallzahlgründen), eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Armut und Reichtum im Verhältnis zueinander

Armut und Reichtum im Verhältnis zueinander

Der Indikator zeigt die Entwicklung der Armutsgefährdungsquoten (60 %) und ihrer Streuung (40 %, 50 %, 70 %) sowie der Einkommensreichtumsquoten (200 %, 300 %) in Baden-Württemberg im Zeitverlauf.

Abbildung A2.1.5 Entwicklung der Armutsgefährdungsquoten* und der Einkommensreichtumsquoten* in Baden-Württemberg im Zeitverlauf


*) Für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A2.1.5 Entwicklung der Armutsgefährdungsquoten* und der Einkommensreichtumsquoten* in Baden-Württemberg im Zeitverlauf

# Jahr Armut: 60%-Quote (in %) Armut: 40%-Quote (in %) Armut: 50%-Quote (in %) Armut: 70%-Quote (in %) Reichtum: 200%-Quote (in %) Reichtum: 300%-Quote (in %)
1 2007 13,0 3,3 7,2 21,0 7,3 1,9
2 2008 13,3 3,3 7,2 21,2 7,3 1,9
3 2009 14,1 3,7 7,7 22,1 7,5 2,0
4 2010 14,0 3,6 7,8 22,0 7,4 2,0
5 2011 14,5 4,1 8,2 22,4 7,5 2,0
6 2012 14,6 4,1 8,3 22,3 7,5 2,0
7 2013 14,8 4,2 8,7 22,4 7,8 2,1
8 2014 15,0 4,1 8,6 22,8 7,6 2,1
9 2015 15,3 4,3 8,9 23,0 7,8 2,2
10 2016 15,4 4,1 8,8 23,4 7,9 2,3

*) Für die Berechnung wurde der Landesmedian verwendet.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
2017 waren 15,5 % der Bevölkerung in Baden-Württemberg armutsgefährdet (60 %-Schwelle), 23,3 % lebten im prekären Wohlstand (70 %-Schwelle). Sowohl die Armutsgefährdungsquote als auch der Anteil derjenigen, die im prekären Wohlstand leben, ist im Zeitverlauf angestiegen (um + 2,5 bzw. +2,3 Prozentpunkte seit 2007). 9,2 % der Bevölkerung waren von Einkommensarmut (50 %-Schwelle) und 4,4 % von strenger Armut betroffen (40 %-Schwelle). Auch diese beiden Quoten sind seit 2007 angestiegen (um +2,0 bzw. + 1,1 Prozentpunkte). Die Einkommensreichtumsquoten lagen bei 7,6 % (200 %-Schwelle) bzw. 2,3 % (300 %-Schwelle) und sind im untersuchten Zeitraum relativ konstant geblieben.

Definition:
Der Indikator zeigt die Entwicklung der Armutsgefährdungsquoten (60 %) und ihrer Streuung (40 %, 50 %, 70 %) sowie der Einkommensreichtumsquoten (200 %, 300 %) in Baden-Württemberg im Zeitverlauf.

Bewertung und empirische Relevanz:
Durch die Darstellung der zeitlichen Entwicklung sowohl der Armutsrisikoquote und der Streuung um diese als auch der Einkommensreichtumsquoten kann man langfristige Entwicklungen von Armut und Reichtum auf einen Blick und im Verhältnis zueinander beobachten.

Hinweis:
Für die Berechnung der unterschiedlichen Schwellen wird das bedarfsgewichtete Äquivalenzeinkommen und der Landesmedian herangezogen. Einkommensreichtum kann anhand des Mikrozensus nur sehr bedingt analysiert werden. Der Grund hierfür ist die Erhebung der Haushaltseinkommen in Klassen mit einer obersten Klasse ab 18.000 € pro Monat, welche keine weitere Differenzierung zulässt. Eine solche wäre aber für Aussagen im Bereich der Hoch- und Höchsteinkommen von großer Bedeutung.

Datenquelle:
Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Armut und SGB II-Leistungen

Armut und SGB II

Der Indikator stellt die Entwicklung der Armutsgefährdungsquoten von Personen im erwerbsfähigen Alter (zwischen 15 und 65 Jahren) und die Quote des Bezugs von Arbeitslosengeld II nach SGB II von Personen im erwerbsfähigen Alter in einem Schaubild dar.

Abbildung A2.1.6 Armutsgefährdungsquoten* und SGB II-Quoten** jeweils der erwerbsfähigen Bevölkerung in Baden-Württemberg im Zeitverlauf


*) Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
**) Die angegebenen Werte sind Jahresdurchschnittswerte.
Datenquellen: Mikrozensus, eigene Auswertung und Statistik der Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGB II), eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A2.1.6 Armutsgefährdungsquoten* und SGB II-Quoten** jeweils der erwerbsfähigen Bevölkerung in Baden-Württemberg im Zeitverlauf

# Jahr Armutsgefährdungsquote (in %) Quote ALG II-Bezug nach SGB II (in %)
1 2007 12,0 4,9
2 2008 12,1 4,6
3 2009 13,1 4,7
4 2010 13,0 4,8
5 2011 13,3 4,5
6 2012 13,2 4,3
7 2013 13,5 4,3
8 2014 13,8 4,2
9 2015 14,0 4,3
10 2016 14,0 4,3
11 2017 14,3 4,5

*) Für die Berechnung wurde der Landesmedian genutzt.
**) Die angegebenen Werte sind Jahresdurchschnittswerte.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung und Statistik der Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGB II), eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Relative Einkommensarmut und der Bezug von ALG II sind zwei unterschiedliche Messkonzepte für monetäre Armut, die einen je spezifischen Ausschnitt der Realität abbilden, aus unterschiedlichen Gründen aber nicht direkt vergleichbar sind. Nicht jede Person, die Mindestsicherungsleistungen bezieht, ist armutsgefährdet und umgekehrt.
Der Anteil der erwerbsfähigen Personen mit Bezug von Arbeitslosengeld II nach dem SGB II in Baden-Württemberg lag in den Jahren 2007 bis 2011 bei ca. 5 % (4,5 % bis 4,9 %), in den Folgejahren bei rund 4 % (4,2 bis 4,3 %). Im Jahr 2017 betrug der Anteil 4,5 %.
Die Armutsgefährdungsquote von Personen im erwerbsfähigen Alter (von 15 Jahren bis unter 65 Jahren) ist hingegen zwischen 2007 und 2017 von 12,0 % auf 14,3 % angestiegen.
Dies zeigt, dass die Entwicklung der Armutsgefährdungsquote und der ALG II-Quote in den vergangenen Jahren nicht parallel verlief. Das deutet darauf hin, dass Personen, denen z. B. durch die Aufnahme oder Ausweitung einer Erwerbsarbeit der Ausstieg aus dem ALG II-Bezug gelingt, nicht immer auch ein Einkommen oberhalb der Armutsgefährdungsgrenze erzielen.

Definition:
Der Indikator stellt die Entwicklung der Armutsgefährdungsquoten von Personen im erwerbsfähigen Alter (zwischen 15 und 65 Jahren) und die Quote des Bezugs von Arbeitslosengeld II nach SGB II von Personen im erwerbsfähigen Alter in einem Schaubild dar.

Bewertung und empirische Relevanz:
Der Indikator zeigt, wie sich die jeweiligen Anteile dieser beiden unterschiedlichen Messkonzepte von Armutsgefährdung entwickeln und im Verhältnis zueinanderstehen.

Hinweise:
Es werden zwei unterschiedliche Messkonzepte für monetäre Armut mit unterschiedlicher Datenbasis dargestellt – keine Schnittmenge dieser beiden. Die Überschneidung der Gruppen, die im Sinne des Konzepts der relativen Einkommensarmut als armutsgefährdet gelten, und derer, die Leistungen der sozialen Mindestsicherung beziehen, lässt sich auf der Basis des Mikrozensus nur näherungsweise abbilden (vgl. Erster Armuts- und Reichtumsbericht Baden-Württemberg, S. 152 ff) und ist im Zeitverlauf mit großen Ungenauigkeiten behaftet. Daher wird an dieser Stelle darauf verzichtet.

Datenquelle:
Mikrozensus, eigene Auswertung und Statistik der Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGB II), eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffene Bevölkerung

Von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffene Bevölkerung

Der von der EU im Rahmen der Europa-Strategie 2020 entwickelte und europaweit im Rahmen der EU-SILC erhobene Indikator misst Armut nicht nur auf der monetären Einkommensebene, sondern erweitert den Armutsbegriff um soziale Ausgrenzung. Neben den Armutsgefährdungsquoten (hier auf Grundlage des Bundesmedians berechnet) fließen in diesen Indikator noch zwei weitere Indikatoren ein: die Quote der erheblich materiell Deprivierten und der Anteil von Personen, die in Haushalten mit niedriger Erwerbsbeteiligung leben. Der Indikator weist diese drei Indikatoren sowohl einzeln als auch als Gesamtmerkmal aus, das erfüllt ist, wenn mindestens einer der drei Indikatoren (Armutsgefährdung, materielle Deprivation, Haushalt mit geringer Erwerbsbeteiligung) vorliegt.

Abbildung A2.2.1 Von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffene Bevölkerung 2017


*) Der Berechnung liegt der Bundesmedian zugrunde.
**) Nach der Selbsteinschätzung der Befragten sind mindestens vier von neun Deprivationskriterien erfüllt.
***) Personen im Alter von 0 bis 59 Jahren.
****) Siehe Europäische Union im Glossar.
Datenquelle: EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle A2.2.1 Von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffene Bevölkerung 2017

# Nach Region Insgesamt (in %) armutsgefährdung* (in %) materielle Deprivation** (in %) Haushalte mit geringer Erwerbsbeteiligung*** (in %)
1 Baden-Württemberg 16,0 12,9 3,6 7,0
2 Deutschland 19,0 16,1 3,4 8,7
3 Europäische Union**** 22,4 16,9 6,6 9,5

*) Der Berechnung liegt der Bundesmedian zugrunde.
**) Nach der Selbsteinschätzung der Befragten sind mindestens vier von neun Deprivationskriterien erfüllt.
***) Personen im Alter von 0 bis 59 Jahren.
****) Siehe Europäische Union im Glossar.
Datenquelle: EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.



Tabelle A2.2.2 Von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffene Bevölkerung nach Geschlecht und Alter 2017

# Nach Merkmal Baden-Württemberg (in %) Deutschland (in %) Europäische Union* (in %)
1 Insgesamt 16,0 19,0 22,4
2 -
3 nach Geschlecht
4 Männer 16,5 17,6 21,6
5 Frauen 15,6 20,3 23,3
6 -
7 nach Altersgruppen
8 unter 18 Jahre 15,3 18,0 24,9
9 18 bis unter 65 Jahre 16,4 19,6 23,0
10 65 Jahre und älter 15,4 17,7 18,2

*) Siehe Europäische Union im Glossar.
Datenquelle: EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Nach Ergebnissen der EU-SILC waren 2017 insgesamt 16,0 % der Bevölkerung in Baden-Württemberg von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen, in Deutschland waren es hingegen 19,0 % und in der Europäischen Union sogar 22,4 %.
Der Anteil der Armutsgefährdeten lag in Baden-Württemberg bei 12,9 %, von erheblicher materieller Deprivation waren 3,6 % der Bevölkerung betroffen. In Haushalten mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung lebten 7,0 % der Menschen in Baden-Württemberg. In der Altersgruppe der 65-Jährigen und Älteren waren Frauen häufiger von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen. Unter 18-Jährige hatten in Baden-Württemberg und in Deutschland – anders als in der EU – ein etwas geringeres Risiko armutsgefährdet oder sozial ausgegrenzt zu sein als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Definition:
Der von der EU im Rahmen der Europa-Strategie 2020 entwickelte und europaweit im Rahmen der EU-SILC erhobene Indikator misst Armut nicht nur auf der monetären Einkommensebene, sondern erweitert den Armutsbegriff um soziale Ausgrenzung. Neben den Armutsgefährdungsquoten (hier auf Grundlage des Bundesmedians berechnet) fließen in diesen Indikator noch zwei weiteren Indikatoren ein: die Quote der erheblich materiell Deprivierten und der Anteil von Personen, die in Haushalten mit niedriger Erwerbsbeteiligung leben. Der Indikator weist diese drei Indikatoren sowohl einzeln als auch als Gesamtmerkmal aus, das erfüllt ist, wenn mindestens einer der drei Indikatoren (Armutsgefährdung, materielle Deprivation, Haushalt mit geringer Erwerbsbeteiligung) vorliegt.

Bewertung und empirische Relevanz:
Dem Indikator liegt ein multidimensionales Armutskonzept zugrunde, das neben monetären Merkmalen – wie Einkommen und Vermögen – auch nicht monetäre Merkmale (wie Beschäftigung) berücksichtigt und zusammenfasst.

Hinweis:
Das Befragungsjahr entspricht nicht dem Einkommensjahr, da das Einkommen als Vorjahreseinkommen erfragt wird.

Datenquelle:
EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle A2.2.1 Von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffene Bevölkerung 2012


# Nach Region Insgesamt (in %) armutsgefährdung* (in %) materielle Deprivation** (in %) Haushalte mit geringer Erwerbsbeteiligung*** (in %)
1 Baden-Württemberg 14,2 11,5 3,0 6,3
2 Deutschland 19,6 16,1 4,9 9,9
3 Europäische Union**** 24,8 16,8 9,9 10,6

*) Der Berechnung liegt der Bundesmedian zugrunde.
**) Nach der Selbsteinschätzung der Befragten sind mindestens vier von neun Deprivationskriterien erfüllt.
***) Personen im Alter von 0 bis 59 Jahren.
****) Siehe Europäische Union im Glossar.
Datenquelle: EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.



Tabelle A2.2.2 Von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffene Bevölkerung nach Geschlecht und Alter 2012


# Nach merkmal Baden-Württemberg (in %) Deutschland (in %) Europäische Union* (in %)
1 Insgesamt 14,2 19,6 24,8
2 -
3 nach Geschlecht
4 Männer 11,6 18,1 23,8
5 Frauen 16,8 21,1 25,8
6 -
7 nach Altersgruppen
8 unter 18 Jahre 12,6 18,4 28,1
9 18 bis unter 65 Jahre 14,4 21,2 25,4
10 65 Jahre und älter 15,2 15,8 19,2

*) Siehe Europäische Union im Glossar.
Datenquelle: EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


2016


Tabelle A2.2.1 Von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffene Bevölkerung 2016


# Nach Region Insgesamt (in %) armutsgefährdung* (in %) materielle Deprivation** (in %) Haushalte mit geringer Erwerbsbeteiligung*** (in %)
1 Baden-Württemberg 16,3 12,8 4,3 7,3
2 Deutschland 19,7 16,5 3,7 9,6
3 Europäische Union**** 23,5 17,3 7,5 10,5

*) Der Berechnung liegt der Bundesmedian zugrunde.
**) Nach der Selbsteinschätzung der Befragten sind mindestens vier von neun Deprivationskriterien erfüllt.
***) Personen im Alter von 0 bis 59 Jahren.
****) Siehe Europäische Union im Glossar.
Datenquelle: EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.



Tabelle A2.2.2 Von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffene Bevölkerung nach Geschlecht und Alter 2016


# Nach Merkmal Baden-Württemberg (in %) Deutschland (in %) Europäische Union* (in %)
1 Insgesamt 16,3 19,7 23,5
2 -
3 nach Geschlecht
4 Männer 15,2 18,1 22,5
5 Frauen 17,3 21,2 24,4
6 -
7 nach Altersgruppen
8 unter 18 Jahre 15,1 19,3 26,4
9 18 bis unter 65 Jahre 16,9 20,2 24,2
10 65 Jahre und älter 15,3 18,3 18,2

*) Siehe Europäische Union im Glossar.
Datenquelle: EU-SILC, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.