Im Jahr 2017 wurde der Begriff der Pflegebedürftigkeit neu definiert und die Einteilung des Ausmaßes von Pflegebedürftigkeit in drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade umgestellt. Durch die Umstellung wurde es ermöglicht, Art und Umfang der Leistungen der Pflegeversicherung unabhängig von körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen auf die jeweiligen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse abzustimmen. Seit der Neudefinition haben mehr Personen die Möglichkeit, Leistungen von der Pflegekasse zu beziehen, die Zahl der Pflegebedürftigen stieg damit an. Das Themenfeld beinhaltet Informationen über die Anzahl der Pflegebedürftigen in Baden-Württemberg, unterschieden nach der empfangenen Leistungsart, die Verteilung der Schwere der Pflegebedürftigkeit, gemessen an den Pflegegraden, sowie die Pflegequote, die Aufschluss über den Anteil der Pflegebedürftigen an der Gesamtbevölkerung gibt sowie die Anteile der pflegebedürftigen Personen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind.

Pflegebedürftige

Der Indikator stellt die Leistungsempfänger_innen der Pflegeversicherung nach empfangener Leistung, Geschlecht und Alter dar. Gemäß Definition werden diese offiziell als Pflegebedürftige bezeichnet.

Abbildung J1.1.4 Anzahl der Pflegebedürftigen nach Geschlecht und Alter in Baden-Württemberg 2017

*) Einschließlich „ohne Angabe“ (nach Personenstandsgesetz) beim Geschlecht.
Datenquelle: Pflegestatistiken, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Stichtag 15.12.

Tabelle J1.1.2 Pflegebedürftige nach Leistungsart und Geschlecht in Baden-Württemberg 2017

wdt_ID Nach Merkmal Insgesamt ambulante Pflege* Pflegegeld** vollstationäre Pflege - insgesamt*** vollstationäre Pflege - Dauerpflege vollstationäre Pflege - Kurzzeitpflege Mit Pflegegrad 1 und teilstationärer Pflege
1 Insgesamt (Anzahl) 398.612 75.303 226.987 96.181 92.562 3.619 141
2 Zum Vergleich: Deutschland (Anzahl) 3.414.378 829.958 1.764.904 818.289 - - 1.227
3 Männer (Anzahl) 149.406 25.222 94.870 29.282 28.004 1.278 32
4 Frauen**** (Anzahl) 249.206 50.081 132.117 66.899 64.558 2.341 109
5 -
6 Insgesamt (in %) 100 18,9 56,9 24,1 23,2 0,9 0,1
7 Zum Vergleich: Deutschland (in %) 100 24,3 51,7 23,9 - - 0,1
8 Männer (in %) 100 16,8 63,5 19,5 18,7 0,8 0,1
9 Frauen (in %) 100 20,1 53,0 26,8 25,9 0,9 0,1

*) Sach- und Kombinationsleistungen.
**) Ohne Empfänger_innen von Pflegegeld, die zusätzlich auch ambulante Pflege erhalten. Diese werden bei der ambulanten Pflege berücksichtigt. Zudem ohne Empfänger_innen von Kurzzeit- bzw. Verhinderungspflege. Diese werden bereits bei der vollstationären bzw. ambulanten Pflege erfasst.
***) Dauerpflege + Kurzzeitpflege.
****) Einschließlich „ohne Angabe“ (nach Personenstandsgesetz) beim Geschlecht.
Datenquelle: Pflegestatistiken, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Stichtag 15.12.


Tabelle J1.1.3 Pflegebedürftige nach Leistungsart und Alter in Baden-Württemberg 2017

wdt_ID nach Alter (Anzahl) Insgesamt ambulante Pflege* Pflegegeld** vollstationäre Pflege - insgesamt*** vollstationäre Pflege - Dauerpflege vollstationäre Pflege - Kurzzeitpflege Mit Pflegegrad 1 und teilstationärer Pflege
1 unter 15 Jahre 14.132 439 13.670 23 - - -
2 15 bis unter 60 Jahre 47.813 5.122 37.349 5.342 5.195 147 -
3 60 bis unter 65 Jahre 13.789 2.162 8.731 2.895 2.822 73 1
4 65 bis unter 70 Jahre 19.349 2.999 12.315 4.030 3.916 114 5
5 70 bis unter 75 Jahre 25.135 4.414 15.256 5.453 5.271 182 12
6 75 bis unter 80 Jahre 53.130 10.500 30.658 11.954 11.406 548 18
7 80 bis unter 85 Jahre 77.316 16.815 42.279 18.178 17.335 843 44
8 85 bis unter 90 Jahre 80.730 18.073 40.021 22.599 21.666 933 37
9 90 Jahre und älter 67.218 14.779 26.708 25.707 24.942 765 24
10 -

*) Sach- und Kombinationsleistungen.
**) Ohne Empfänger_innen von Pflegegeld, die zusätzlich auch ambulante Pflege erhalten. Diese werden bei der ambulanten Pflege berücksichtigt. Zudem ohne Empfänger_innen von Kurzzeit- bzw. Verhinderungspflege. Diese werden bereits bei der vollstationären bzw. ambulanten Pflege erfasst.
***) Dauerpflege + Kurzzeitpflege.
Datenquelle: Pflegestatistiken, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Stichtag 15.12.


Tabelle J1.1.4 Pflegebedürftige nach Geschlecht und Alter in Baden-Württemberg 2017

wdt_ID nach Alter (Anzahl und in %) Insgesamt (Anzahl) Männer (Anzahl) Frauen* (Anzahl) Männer (in %) Frauen* (in %)
1 Insgesamt 398.612 149.406 249.206 37,5 62,5
2 unter 15 Jahre 14.132 8.916 5.216 63,1 36,9
3 15 bis unter 60 Jahre 47.813 25.289 22.524 52,9 47,1
4 60 bis unter 65 Jahre 13.789 6.956 6.833 50,4 49,6
5 65 bis unter 70 Jahre 19.349 9.596 9.753 49,6 50,4
6 70 bis unter 75 Jahre 25.135 11.705 13.430 46,6 53,4
7 75 bis unter 80 Jahre 53.130 21.710 31.420 40,9 59,1
8 80 bis unter 85 Jahre 77.316 27.085 50.231 35,0 65,0
9 85 bis unter 90 Jahre 80.730 23.562 57.168 29,2 70,8
10 90 Jahre und älter 67.218 14.587 52.631 21,7 78,3

*) Einschließlich „ohne Angabe“ (nach Personenstandsgesetz) beim Geschlecht.
Datenquelle: Pflegestatistiken, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Stichtag 15.12.


Einordnung der Ergebnisse:
Zum Stichtag 2017 waren 398.612 Personen in Baden-Württemberg pflegebedürftig. Mit knapp 57,0 % nahm die Mehrheit der Pflegebedürftigen Pflegegeld in Anspruch, was gleichbedeutet damit ist, dass sie die Pflege selbst sicherstellen und meist zu Hause von Angehörigen gepflegt werden. Etwa 19,0 % wurden durch ambulante Pflegedienste zu Hause gepflegt und rund ein Viertel (24,1 %) wurde vollstationär in einer Pflegeeinrichtung betreut. 249.206 pflegebedürftige Personen waren Frauen, dies entspricht einem Anteil von 62,5 %. Anteilig bezogen mehr Männer (63,5 %) als Frauen (53,0 %) Pflegegeld und wurden damit eher zu Hause von Angehörigen gepflegt. Frauen wiederum bezogen zu größeren Anteilen (26,8 %) als Männer (19,5 %) Leistungen der vollstationären Pflege. Gründe für die Differenzen liegen zum einen in der höheren Lebenserwartung von Frauen, die damit häufiger ein pflegeintensives Alter erreichen. Zum anderen sind Männer im Schnitt häufiger mit jüngeren Frauen verheiratet, die in vielen Fällen die Pflege übernehmen, wohingegen Frauen aufgrund von Verwitwung häufiger auf fremde Hilfe angewiesen sind. Der Frauenanteil an allen Pflegebedürftigen steigt entsprechend mit dem Alter. Je jünger die Pflegebedürftigen waren, desto seltener bezogen sie Leistungen der vollstationären Pflege und desto häufiger wurden sie zu Hause von Angehörigen oder ambulanten Pflegediensten gepflegt. In der Altersgruppe der 70- bis unter 75-Jährigen befanden sich 21,7 % in vollstationärer Pflege wohingegen sich 38,2 % der 90-Jährigen und älteren in vollstationärer Pflege befanden.

Definition:
Der Indikator stellt die Leistungsempfänger_innen der Pflegeversicherung nach empfangener Leistung, Geschlecht und Alter dar. Gemäß Definition werden diese offiziell als Pflegebedürftige bezeichnet.

Bewertung und empirische Relevanz:
Die Anzahl pflegebedürftiger Personen in Baden-Württemberg nimmt stetig zu. Der Indikator gibt einen Überblick über die Zahl der Pflegebedürftigen unterschieden nach Geschlecht und Alter sowie nach empfangener Leistung. So lassen sich zum einen Aussagen treffen, wie sich die Gruppe der Pflegebedürftigen zusammensetzt und wer vor allem betroffen ist. Zum anderen lässt sich erkennen von wem und an welchem Ort Pflegebedürftige in Baden-Württemberg versorgt und betreut werden.

Hinweise:
Die Pflegestatistik erfasst die Leistungsempfänger_innen der Pflegeversicherung nach empfangener Leistung und unterscheidet dabei zwischen ambulanter Pflege durch Pflegedienste (inklusive Personen, die gleichzeitig auch Pflegegeld erhalten), reine Pflegegeldempfänger und vollstationärer Pflege (Dauerpflege und Kurzzeitpflege). Die Pflegestatistik wird alle 2 Jahre zum Stichtag 15.12 erhoben.

Pflegebedürftige nach Pflegegraden

Der Indikator zeigt pflegebedürftige Personen nach dem Pflegegrad, in dem sie eingestuft sind. Dabei wird nach den soziodemografischen Merkmalen Alter und Geschlecht und nach empfangener Pflegeleistung unterschieden.

Abbildung J1.2.3 Verteilung der Leistungsart nach Pflegegrad in Baden-Württemberg 2017 (in %)


*) Bei Pflegegrad 1 besteht kein Anspruch auf Pflegegeld. Abweichungen zu 100 % durch Fehlen von „mit Pflegegrad 1 und teilstationärer Pflege“
**) Sach- und Kombinationsleistungen.
***) Ohne Empfänger_innen von Pflegegeld, die zusätzlich auch ambulante Pflege erhalten. Diese werden bei der ambulanten Pflege berücksichtigt. Zudem ohne Empfänger_innen von Kurzzeit- bzw. Verhinderungspflege. Diese werden bereits bei der vollstationären bzw. ambulanten Pflege erfasst.
Datenquelle: Pflegestatistiken, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Stichtag 15.12.

Tabelle J1.2.2 Pflegebedürftige nach Pflegegrad und Leistungsart in Baden-Württemberg 2017

wdt_ID Pflegegrade Insgesamt (Anzahl) Insgesamt (in %) ambulante Pflege* (Anzahl) Pflegegeld** (Anzahl) vollstationäre Pflege - insgesamt*** (Anzahl) vollstationäre Pflege - Dauerpflege (Anzahl) vollstationäre Pflege - Kurzzeitpflege (Anzahl) Mit Pflege- grad 1 und teilstatio- närer Pflege (Anzahl)
1 Insgesamt 398.612 100 75.303 226.987 96.181 92.562 3.619 141
2 Pflegegrad 1 3.375 0,8 2.596 - 638 556 82 141
3 Pflegegrad 2 168.548 42,3 33.814 115.525 19.209 17.769 1.440 -
4 Pflegegrad 3 126.602 31,8 23.327 72.282 30.993 29.804 1.189 -
5 Pflegegrad 4 71.740 18,0 11.376 31.064 29.300 28.771 529 -
6 Pflegegrad 5 27.572 6,9 4.190 8.116 15.266 15.097 169 -
7 ohne Zuordnung**** 775 0,2 - - 775 565 210 -

*) Sach- und Kombinationsleistungen.
**) Ohne Empfänger_innen von Pflegegeld, die zusätzlich auch ambulante Pflege erhalten. Diese werden bei der ambulanten Pflege berücksichtigt.
Zudem ohne Empfänger_innen von Kurzzeit- bzw. Verhinderungspflege. Diese werden bereits bei der vollstationären bzw. ambulanten Pflege erfasst.
Bei Pflegegrad 1 besteht kein Anspruch auf Pflegegeld.
***) Dauerpflege + Kurzzeitpflege.
****) Diejenigen Personen, deren Zuordnung zu einem bestimmten Pflegegrad noch in Bearbeitung ist.
Datenquelle: Pflegestatistiken, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Stichtag 15.12.


Tabelle J1.2.3 Verteilung der Leistungsart nach Pflegegrad in Baden-Württemberg 2017

wdt_ID Pflegegrade Insgesamt (in %) ambulante Pflege** (in %) Pflegegeld*** (in %) vollstationäre Pflege (in %)
1 Pflegegrad 1* 100 76,9 - 18,9
2 Pflegegrad 2 100 20,1 68,5 11,4
3 Pflegegrad 3 100 18,4 57,1 24,5
4 Pflegegrad 4 100 15,9 43,3 40,8
5 Pflegegrad 5 100 15,2 29,4 55,4

*) Bei Pflegegrad 1 besteht kein Anspruch auf Pflegegeld. Abweichungen zu 100 % durch Fehlen von „mit Pflegegrad 1 und teilstationärer Pflege“
**) Sach- und Kombinationsleistungen.
***) Ohne Empfänger_innen von Pflegegeld, die zusätzlich auch ambulante Pflege erhalten. Diese werden bei der ambulanten Pflege berücksichtigt. Zudem ohne Empfänger_innen von Kurzzeit- bzw. Verhinderungspflege. Diese werden bereits bei der vollstationären bzw. ambulanten Pflege erfasst.
Datenquelle: Pflegestatistiken, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Stichtag 15.12.


Tabelle J1.2.4 Pflegebedürftige nach Pflegegrad, Geschlecht und Alter in Baden-Württemberg 2017

wdt_ID nach Merkmal Insgesamt Pflegegrad 1 Pflegegrad 2 Pflegegrad 3 Pflegegrad 4 Pflegegrad 5 ohne Zuordnung**
1 nach Geschlecht
2 Männer (Anzahl) 149.406 1.087 59.780 50.303 28.240 9.669 327
3 Frauen* (Anzahl) 249.206 2.288 108.768 76.299 43.500 17.903 448
4 Männer (in %) 100 0,7 40,0 33,7 18,9 6,5 0,2
5 Frauen* (in %) 100 0,9 43,6 30,6 17,5 7,2 0,2
6 -
7 Nach Alter (Anzahl)
8 unter 15 Jahre 14.132 5 3.876 5.955 3.198 1.098 -
9 15 bis unter 60 Jahre 47.813 287 20.682 14.772 7.865 4.119 88
10 60 bis unter 65 Jahre 13.789 153 6.306 4.438 2.058 788 46

*) Einschließlich „ohne Angabe“ (nach Personenstandsgesetz) beim Geschlecht.
**) Diejenigen Personen, deren Zuordnung zu einem bestimmten Pflegegrad noch in Bearbeitung ist.
Datenquelle: Pflegestatistiken, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Stichtag 15.12.


Einordnung der Ergebnisse:
Im Jahr 2017 verteilten sich 295.150 der pflegebedürftigen Personen in Baden-Württemberg auf die Pflegegrade 2 und 3. Das entspricht rund 75,0 %. 71.740 Personen und damit 18,0 % waren dem Pflegegrad 4 zugeordnet und 25.572 (7,0 %) dem höchsten Pflegegrad 5. Dem Pflegegrad 1 waren 3.375 Personen und damit 0,8 % zugeordnet. Je höher der Pflegegrad war, desto eher wurden die pflegebedürftigen Personen vollstationär gepflegt. Mit Pflegegrad 3 wurde rund ein Viertel (24,5 %) der Pflegebedürftigen vollstationär in einer Pflegeeinrichtung versorgt, mit Pflegegrad 5 waren es mehr als die Hälfte (55,4 %). Frauen und Männer unterschieden sich hinsichtlich der Verteilung ihrer Pflegegrade nur unwesentlich. Mit 43,6 % waren anteilig etwas häufiger Frauen als Männer (40,0 %) dem Pflegegrad 2 zugeordnet. Männer hingegen mit 33,6 % etwas häufiger dem Pflegegrad 3 als Frauen (30,6 %). Je älter die Pflegebedürftigen waren, desto eher waren sie den höheren Pflegegraden zugeordnet. Im Alter von 90 und mehr Jahren waren 22,5 % der Pflegestufe 4 zugeordnet, im Alter von 70 bis unter 75 Jahren hingegen nur knapp 16,0 %.

Definition:
Der Indikator zeigt pflegebedürftige Personen nach dem Pflegegrad, in dem sie eingestuft sind. Dabei wird nach den soziodemografischen Merkmalen Alter und Geschlecht und nach empfangener Pflegeleistung unterschieden.

Bewertung und empirische Relevanz:
2017 wurde die bisherige Einteilung der drei Pflegestufen durch fünf Pflegegrade ersetzt. Die Pflegegrade orientieren sich an der Schwere der Beeinträchtigung der Selbstständigkeit oder der Fähigkeiten der pflegebedürftigen Person und dies unabhängig von der konkreten körperlichen, geistigen oder psychischen Einschränkung. Somit wurden Demenz, psychische Erkrankungen sowie geistige Behinderungen körperlichen Erkrankungen beim Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung gleichgestellt. Der Indikator gibt einen Überblick über die Verteilung der Schwere der Pflegebedürftigkeit in Baden-Württemberg. Dabei wird auch betrachtet, welche Leistungsarten Personen mit jeweiligen Pflegegraden erhalten und wie sich Männer und Frauen sowie die einzelnen Altersklassen in der Ausprägung ihrer Pflegebedürftigkeit unterscheiden.

Hinweise:
2017 wurden die bisherigen 3 Pflegestufen durch 5 Pflegegrade ersetzt. Es ist nicht möglich, die Zahlen der Pflegestufen mit denen der Pflegegrade zu vergleichen.

Pflegequote

Der Indikator zeigt den prozentualen Anteil der pflegebedürftigen Personen in einer Bevölkerungsgruppe.

Abbildung J1.3 Pflegequote nach Alter und Geschlecht in Baden-Württemberg 2017


*) Einschließlich „ohne Angabe“ (nach Personenstandsgesetz) beim Geschlecht.
Alter von …bis unter… Jahren.
Datenquelle: Pflegestatistiken, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Stichtag 15.12.

Tabelle J1.3 Pflegequote nach Alter und Geschlecht in Baden-Württemberg 2017

wdt_ID Pflegebedürftige Insgesamt (in %) Männer (in %) Frauen* (in %)
1 Insgesamt 3,6 2,7 4,5
2 Zum Vergleich: Deutschland 4,1 3,1 5,1
3 -
4 nach Alter
5 unter 5 Jahre 0,6 0,7 0,5
6 5 bis unter 10 Jahre 1,1 1,4 0,8
7 10 bis unter 15 Jahre 1,1 1,4 0,8
8 15 bis unter 20 Jahre 0,8 1,0 0,7
9 20 bis unter 25 Jahre 0,6 0,6 0,5
10 25 bis unter 30 Jahre 0,5 0,5 0,4

*) Einschließlich „ohne Angabe“ (nach Personenstandsgesetz) beim Geschlecht.
Datenquelle: Pflegestatistiken, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Stichtag 15.12.


Einordnung der Ergebnisse:
Zum Stichtag 2017 waren 3,6 % der Bevölkerung Baden-Württembergs pflegebedürftig. Bundesweit lag der Anteil Pflegebedürftiger 0,5 Prozenpunkte höher bei 4,1 %. Frauen waren anteilsmäßig mit rund 4,5 % häufiger pflegebedürftig als Männer (2,7 %).
Die Pflegequote steigt mit dem Alter an. Im Alter von 80 bis 85 Jahren war rund ein Fünftel (21,4 %) der Bevölkerung pflegebedürftig, im Alter von 90 bis 95 Jahren schon knapp zwei Drittel (64,6 %) und im Alter von 95 und mehr Jahren 82,6 %. Bis zur Altersgruppe der über 75-Jährigen überstieg die Pflegequote der Männer fast durchgehend die der Frauen. In den höheren Altersgruppen hingegen lagen die Anteile der pflegebedürftigen Frauen deutlich über den Anteilen der Männer.

Definition:
Der Indikator zeigt den prozentualen Anteil der pflegebedürftigen Personen in einer Bevölkerungsgruppe.

Bewertung und empirische Relevanz:
Der Indikator gibt eine Übersicht, wie groß der Anteil an Pflegebedürftigen an der Gesamtbevölkerung Baden-Württembergs sowie innerhalb einzelner Altersgruppen ist. Dabei wird auch auf Geschlechterunterschiede eingegangen, da sich zeigt, dass sich der Anteil pflegebedürftiger Frauen und Männer je nach Altersgruppe mitunter deutlich unterscheidet.

Hilfe zur Pflege

Der Indikator stellt dar, wie viele Personen aufgrund ihrer Pflegebedürftigkeit Hilfe zur Pflege als Teil der Sozialhilfe erhalten. Dabei wird zusätzlich der Anteil an allen Pflegebedürftigen ausgewiesen und nach Geschlecht und Alter differenziert.

Abbildung J1.4.2 Empfänger_innen von Hilfe zur Pflege nach Geschlecht und Alter in Baden-Württemberg 2017


*) Personen mit Signierung des Geschlechts „ohne Angabe (nach § 22 Absatz 3 PStG)“ werden dem männlichen Geschlecht zugeordnet.
Alter von…bis unter…Jahre.
Datenquelle: Pflegestatistiken, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Angaben zum Jahresende.

Tabelle J1.4.2 Empfänger_innen von Hilfe zur Pflege nach Geschlecht und Alter in Baden-Württemberg 2017

wdt_ID nach Merkmal Anzahl Anteil an allen Pflegebedürftigen (in %)
1 Insgesamt 30.163 7,6
2 Zum Vergleich: Deutschland 287.352 8,4
3 -
4 Männer* 11.333 7,6
5 Frauen 18.830 7,6
6 -
7 Nach Alter**
8 40 bis unter 50 Jahre 882 9,6
9 50 bis unter 60 Jahre 2.768 13,8
10 60 bis unter 65 Jahre 2.033 14,7

*) Personen mit Signierung des Geschlechts „ohne Angabe (nach § 22 Absatz 3 PStG)“ werden dem männlichen Geschlecht zugeordnet.
**) Aufgrund unterschiedlicher Alterskategorien bei der Erfassung von Pflegebedürftigen
und Empfänger_innen von Hilfe zur Pflege, können Anteile für Personen unter 40 Jahren nicht ausgewiesen werden.
Mehrfachzählungen sind nur insoweit ausgeschlossen, als sie aufgrund der Meldungen erkennbar waren.
Datenquelle: Pflegestatistiken, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg. Angaben zum Jahresende.


Einordnung der Ergebnisse:
Zum Jahresende 2017 bezogen in Baden-Württemberg 30.163 Personen Hilfe zur Pflege.
Dies entspricht zu diesem Zeitpunkt einem Anteil von 7,6 % an allen Pflegebedürftigen. Bundesweit lag der Anteil mit 8,4 % um 0,8 Prozentpunkte höher. In Baden-Württemberg zeigten sich im Schnitt dabei keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Nach Altersgruppen betrachtet waren es vor allem Pflegebedürftige zwischen 50 und unter 75 Jahren, die ihre Pflege nicht alleine finanzieren konnten. Mit Anteilen zwischen 12,2 % und 17,4 % waren es vor allem pflegebdürftige Männer in diesen Altersstufen, die auf Unterstützung durch die Sozialhilfe angewiesen waren. Im hochbetagten Alter ab 80 Jahren hingegen waren es anteilig mehr Frauen, die Hilfe zur Pflege bezogen. Im Alter ab 90 Jahren lag ihr Anteil bei 8,2 %.

Definition:
Der Indikator stellt dar, wie viele Personen aufgrund ihrer Pflegebedürftigkeit Hilfe zur Pflege als Teil der Sozialhilfe erhalten. Dabei wird zusätzlich der Anteil an allen Pflegebedürftigen ausgewiesen und nach Geschlecht und Alter differenziert.

Bewertung und empirische Relevanz:
Der Indikator steht in einem besonderen Spannungsverhältnis. Auf der einen Seite wird aufgrund des demografischen Wandels die Zahl pflegebedürftiger Menschen zukünftig weiter steigen. Das finanzielle Auskommen im Alter gestaltet sich jedoch aufgrund sinkender Renten immer schwieriger. Viele Menschen sind auch heute schon von Altersarmut betroffen. Hierbei spielt auch das Geschlecht eine wichtige Rolle, denn Frauen leben im Durchschnitt länger, werden damit eher pflegebedürftig und sind aufgrund ihrer Erwerbsbiografien häufiger von Altersarmut betroffen als Männer.

Hinweise:
Die Hilfe zur Pflege nach §§ 61-66 SGB XII ist Teil der Sozialhilfe.