Familie und Zusammenleben

Familiengründung

Der Zeitpunkt und die jeweilige Form der Familiengründung werden durch persönliche aber auch durch gesellschaftliche und politische Aspekte und Rahmenbedingungen beeinflusst. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels können Veränderungen bei der Familiengründung auch wichtige Hinweise auf grundlegende gesellschaftliche Entwicklungen liefern.

Eheschließungen

Eheschliessungen

Zahl der Eheschließungen im zeitlichen Verlauf von 1950 bis heute sowie die Zahl der Eheschließungen je 10.000 Personen der Bevölkerung nach vorherigem Familienstand sowie nach Staatsangehörigkeit.

Abbildung C1.1.1 Eheschließungen in Baden-Württemberg im Zeitverlauf


Datenquelle: Statistik der Eheschließungen, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle C1.1.1 Eheschließungen in Baden-Württemberg im Zeitverlauf

wdt_ID Jahr Eheschließungen (Anzahl)
1 1950 65.151
2 1960 71.412
3 1970 62.158
4 1980 52.646
5 1990 61.448
6 2000 55.422
7 2010 48.927
8 2017 54.591

Datenquelle: Statistik der Eheschließungen, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Tabelle C1.1.2 Eheschließungen in Baden-Württemberg 2017

wdt_ID nach Merkmal Eheschließungen (Anzahl) Eheschließungen (in %)
1 Insgesamt 54.591 -
2 auf 10.000 Personen 49,5 -
3 -
4 Familienstand vor Eheschließung*
5 beide ledig 39.522 72,4
6 beide geschieden 5.650 10,4
7 beide verwitwet 90 0,2
8 Frau ledig / Mann verwitwet 159 0,3
9 Frau ledig / Mann geschieden 4.188 7,7
10 Frau verwitwet / Mann ledig 154 0,3

*) Sonstige und unbekannte Familienstände bzw. Staatsangehörigkeiten sind in der Gesamtsumme enthalten.
Datenquelle: Statistik der Eheschließungen, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
In den 1960er-Jahren erreichte die Zahl der Eheschließungen in Baden-Württemberg (mit deutlich über 70.000) in der langfristigen Betrachtung ihren Höhepunkt. Danach folgte eine tendenzielle Abnahme. Die anschließende Trendumkehr erlebte im Jahr 1990 mit über 61.000 Eheschließungen einen weiteren Spitzenwert, allerdings konnte damit nicht an die früheren Größenordnungen angeschlossen werden. In den folgenden 20 Jahren nahmen die Eheschließungen erneut ab und lagen schließlich im Jahr 2013 gerade noch bei etwas über 48.000. Seit 2014 entschieden sich Paare wieder verstärkt für die Ehe als gemeinsame Lebensform.
Am häufigsten finden Eheschließungen statt, in denen beide Personen zuvor ledig sind. Wiederverheiratungen nach einer früheren Ehe sind mittlerweile jedoch keine Seltenheit mehr. Bei gut jeder vierten im Jahr 2017 geschlossenen Ehe (27,6 %) war mindestens eine der beiden Eheleute zuvor schon einmal verheiratet. Der Anteil binationaler Ehen lag 2017 bei 14,5 % und hat sich somit seit 2012 nicht wesentlich verändert.

Definition:
Zahl der Eheschließungen im zeitlichen Verlauf von 1950 bis heute sowie die Zahl der Eheschließungen je 10.000 Personen der Bevölkerung nach vorherigem Familienstand sowie nach Staatsangehörigkeit.

Bewertung und empirische Relevanz:
Die zeitliche Entwicklung der Zahl an Eheschließungen deutet auf die Bedeutung der ehelichen Lebensform im gesellschaftlichen Zusammenhang hin.

Hinweise:
Berücksichtigt werden alle gegengeschlechtliche standesamtliche Trauungen im Inland, ausgenommen werden die Fälle, in denen beide Ehegatten Mitglieder von im Bundesgebiet stationierten ausländischen Streitkräften sind und die Fälle, in denen beide Ehepartner ihren Wohnsitz im Ausland haben.

Datenquelle:
Statistik der Eheschließungen, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle C1.1.2 Eheschließungen in Baden-Württemberg 2012


wdt_ID nach Merkmal Eheschließungen (Anzahl) Eheschließungen (in %)
1 Insgesamt 50.555 -
2 auf 10.000 Personen 47,8 -
3 -
4 Familienstand vor Eheschließung*
5 beide ledig 34.860 69,0
6 beide geschieden 6.027 11,9
7 beide verwitwet 75 0,1
8 Frau ledig / Mann verwitwet 176 0,3
9 Frau ledig / Mann geschieden 4.339 8,6
10 Frau verwitwet / Mann ledig 144 0,3

*) Sonstige und unbekannte Familienstände bzw. Staatsangehörigkeiten sind in der Gesamtsumme enthalten.
Datenquelle: Statistik der Eheschließungen, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


2016


Tabelle C1.1.2 Eheschließungen in Baden-Württemberg 2016


wdt_ID nach Merkmal Eheschließungen (Anzahl) Eheschließungen (in %)
1 Insgesamt 54.553 -
2 auf 10.000 Personen 49,8 -
3 -
4 Familienstand vor Eheschließung*
5 beide ledig 39.301 72,0
6 beide geschieden 5.766 10,6
7 beide verwitwet 88 0,2
8 Frau ledig / Mann verwitwet 173 0,3
9 Frau ledig / Mann geschieden 4.248 7,8
10 Frau verwitwet / Mann ledig 131 0,2

*) Sonstige und unbekannte Familienstände bzw. Staatsangehörigkeiten sind in der Gesamtsumme enthalten.
Datenquelle: Statistik der Eheschließungen, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Heiratshäufigkeit

Heiratshäufigkeit

Zahl der eheschließenden Ledigen (Erstheirat) in einer bestimmten Altersgruppe je 1.000 ledige Personen der gleichen Altersgruppe, differenziert nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit.

Abbildung C1.2 Heiratshäufigkeit in Baden-Württemberg 2017


Datenquelle: Statistik der Eheschließungen, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle C1.2 Heiratshäufigkeit in Baden-Württemberg 2017 nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit

wdt_ID nach Merkmal Männer (Anzahl) Frauen (Anzahl) beide deutsch (Anzahl) beide nicht deutsch (Anzahl) Frau deutsch / Mann nicht deutsch (Anzahl) Frau nicht deutsch / Mann deutsch (Anzahl)
1 Eheschließungen 25- bis unter 30-Jähriger 12.618 16.167 9.974 792 954 898
2 ledige Bevölkerung 25- bis unter 30-Jähriger 333.580 255.461 251.100 82.480 206.653 48.808
3 Heiratsziffer* 37,8 63,3 39,7 9,6 4,6 18,4
4 -
5 Eheschließungen 30- bis unter 35-Jähriger 13.782 11.443 11.828 468 683 803
6 ledige Bevölkerung 30- bis unter 35-Jähriger 222.547 148.774 167.405 55.142 120.051 28.723
7 Heiratsziffer* 61,9 76,9 70,7 8,5 5,7 28,0

*) Siehe Definition der Heiratsziffer.
Datenquelle: Statistik der Eheschließungen, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
In der Altersgruppe der 30- bis unter 35-Jährigen waren die Heiratshäufigkeiten 2017 in Baden-Württemberg sowohl bei Frauen als auch bei Männern deutlich höher als in der Altersgruppe der 25- bis unter 30-Jährigen. Dies zeigt sich insbesondere bei Paaren, bei denen beide die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Bei ausländischen Paaren war der Unterschied zwischen den beiden Altersgruppen nur sehr gering.

Definition:
Zahl der eheschließenden Ledigen (Erstheirat) in einer bestimmten Altersgruppe je 1.000 ledige Personen der gleichen Altersgruppe, differenziert nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit.

Bewertung und empirische Relevanz:
Aus der Entwicklung der Zahl der Eheschließungen allein lassen sich nur bedingt Rückschlüsse auf Veränderungen in Bezug auf den Entschluss zu heiraten ziehen. Der leichte Anstieg der Heiratszahlen in den vergangenen Jahren könnte beispielsweise auch nur auf eine positive Veränderung der Personenzahl im heiratsfähigen Alter zurückzuführen sein. Um den Einfluss der Bevölkerungszahl auszuschließen, wird die Zahl der eheschließenden Ledigen in einer bestimmten Altersgruppe auf je 1.000 ledige Frauen bzw. Männer der gleichen Altersgruppe bezogen. Das Ergebnis sind sogenannte Erstheiratswahrscheinlichkeiten, diese geben die Wahrscheinlichkeit dafür an, dass eine Person in einem bestimmten Alter heiratet.

Hinweise:
Berechnungen zu Heiratsziffern mit einer Differenzierung nach Staatsangehörigkeit liegen für das Jahr 2012 nicht vor.

Datenquelle:
Statistik der Eheschließungen, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle C1.2 Heiratshäufigkeit in Baden-Württemberg 2012 nach Geschlecht


wdt_ID nach Merkmal Männer (Anzahl) Frauen (Anzahl)
1 Eheschließungen 25- unter 30-Jähriger 11.581 15.303
2 ledige Bevölkerung 25- unter 30-Jähriger 273.668 219.195
3 Heiratsziffer* 42,3 69,8
4 -
5 Eheschließungen 30- unter 35-Jähriger 13.023 11.652
6 ledige Bevölkerung 30- unter 35-Jähriger 183.206 135.746
7 Heiratsziffer* 71,1 85,8

*) Siehe Definition der Heiratsziffer.
Datenquelle: Statistik der Eheschließungen, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


2016


Tabelle C1.2 Heiratshäufigkeit in Baden-Württemberg 2016 nach Geschlecht


wdt_ID nach Merkmal Männer (Anzahl) Frauen (Anzahl) beide deutsch (Anzahl) beide nicht deutsch (Anzahl) Frau deutsch / Mann nicht deutsch (Anzahl) Frau nicht deutsch / Mann deutsch (Anzahl)
1 Eheschließungen 25- bis unter 30-Jähriger 13.394 17.424 10.492 829 1.087 986
2 ledige Bevölkerung 25- bis unter 30-Jähriger 325.873 249.734 252.327 73.546 207.013 42.721
3 Heiratsziffer* 41,1 69,8 41,6 11,3 5,3 23,1
4 -
5 Eheschließungen 30- bis unter 35-Jähriger 14.853 13.205 12.375 554 915 1.009
6 ledige Bevölkerung 30- bis unter 35-Jähriger 210.597 140.899 164.343 46.254 117.102 23.798
7 Heiratsziffer* 70,5 93,7 75,3 12,0 7,8 42,4

*) Siehe Definition der Heiratsziffer.
Datenquelle: Statistik der Eheschließungen, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Durchschnittliches Heiratsalter

Durchschnittliches Heiratsalter

Durchschnittliches Heiratsalter lediger Männer und Frauen von 1950 bis 2017.

Abbildung C1.3 Durchschnittliches Heiratsalter lediger Männer und Frauen in Baden-Württemberg im Zeitverlauf


Datenquelle: Statistik der Eheschließungen, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle C1.3 Durchschnittliches Heiratsalter lediger Männer und Frauen in Baden-Württemberg im Zeitverlauf

wdt_ID Jahr Männer (Alter in Jahren) Frauen (Alter in Jahren)
1 1950 28,7 26,0
2 1960 26,1 24,0
3 1970 26,0 23,4
4 1980 26,4 23,8
5 1990 28,6 26,2
6 2000 31,3 28,6
7 2010 33,0 30,1
8 2017 33,6 31,2

Datenquelle: Statistik der Eheschließungen, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Das durchschnittliche Heiratsalter bei der ersten Eheschließung ist seit Mitte der 1970er-Jahre deutlich angestiegen. Noch vor 4 Jahrzehnten heirateten ledige Männer in Baden-Württemberg im Durchschnitt im Alter von 26 Jahren, 2017 dagegen erst mit 33,6 Jahren. Bei den ledigen Frauen hat sich das durchschnittliche Heiratsalter seit den 1970er-Jahren ebenfalls um fast 8 Jahre erhöht auf zuletzt 31,2 Jahre. Ursache für den Anstieg des Erstheiratsalters ist unter anderem, dass sich die Ausbildungszeiten und das Alter bis zur beruflichen Etablierung erhöht haben. Hinzu kommt, dass Paare mittlerweile vor der Eheschließung längere Zeit unverheiratet zusammenleben und oftmals erst im Zusammenhang mit der Geburt eines Kindes heiraten.

Definition:
Durchschnittliches Heiratsalter lediger Männer und Frauen von 1950 bis 2017.

Bewertung und empirische Relevanz:
Das durchschnittliche Heiratsalter und die Entwicklung der Heiratszahlen sind ein Indikator für die Veränderungen von Lebensläufen und Einstellungen zur Ehe.

Datenquelle:
Statistik der Eheschließungen, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Ehelösungen

Ehelösungen

Zahl der Ehelösungen durch Tod bzw. durch Scheidung im zeitlichen Verlauf von 1950 bis 2017 sowie Ehescheidungen nach Ehedauer und Staatsangehörigkeit.

Abbildung C1.4.1 Ehelösungen in Baden-Württemberg im Zeitverlauf



Datenquelle: Scheidungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle C1.4.1 Ehelösungen in Baden-Württemberg im Zeitverlauf

wdt_ID Jahr Ehelösungen Insgesamt (Anzahl) Ehelösungen durch Tod (Anzahl) Ehelösungen durch Tod des Mannes (Anzahl) Ehelösungen durch Tod der Frau (Anzahl) Ehelösungen durch Gerichtsurteil* (Anzahl) Ehelösungen durch Scheidung (Anzahl)
1 1950 37.257 29.236 18.469 10.767 8.021 7.862
2 1960 42.802 36.774 25.129 11.645 6.028 5.955
3 1970 52.139 42.179 29.769 12.410 9.960 9.926
4 1980 54.056 41.132 29.707 11.425 12.924 12.899
5 1990 56.961 40.273 29.111 11.162 16.688 16.669
6 2000 60.977 38.891 27.854 11.037 22.086 22.050
7 2010 62.138 40.145 28.106 12.039 21.993 21.958
8 2017 62.720 44.358 31.047 13.311 18.362 18.356

*) Dazu zählen Ehelösungen durch Nichtigkeit, durch Aufhebung der Ehe sowie durch Scheidung.
Datenquelle: Scheidungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

wdt_ID Jahr Ehelösungen durch Tod (in % von insgesamt) Ehelösungen durch Tod des Mannes (in %) Ehelösungen durch Tod der Frau (in %) Ehelösungen durch Scheidung (in % von insgesamt)
1 1950 78,5 63,2 36,8 21,1
2 1960 85,9 68,3 31,7 13,9
3 1970 80,9 70,6 29,4 19,0
4 1980 76,1 72,2 27,8 23,9
5 1990 70,7 72,3 27,7 29,3
6 2000 63,8 71,6 28,4 36,2
7 2010 64,6 70,0 30,0 35,3
8 2017 70,7 70,0 30,0 29,3

Datenquelle: Scheidungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Abbildung C1.4.2 Ehescheidungen in Baden-Württemberg im Jahr 2017 nach Ehedauer



Datenquelle: Scheidungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle C1.4.2 Ehescheidungen in Baden-Württemberg im Jahr 2017 nach Ehedauer

wdt_ID Ehedauer (in Jahren) Geschiedene Ehen (Anzahl)
1 0 bis 2 719
2 3 bis 5 2.257
3 6 bis 10 3.997
4 11 bis 15 3.257
5 16 bis 20 2.875
6 21 und mehr 5.251
7 Insgesamt 18.356


Datenquelle: Scheidungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Tabelle C1.4.3 Spezifische Scheidungsziffern in Baden-Württemberg

wdt_ID Jahr Ehescheidungen (auf 10.000 der mittleren* Bevölkerung) Ehescheidungen (auf 10.000 bestehender Ehen)
1 2012 20,6 93,7
2 2016 18,0 79,5
3 2017 16,7 75,8

*) Die mittlere Bevölkerung ist die durchschnittliche Bevölkerungszahl für ein Jahr, berechnet als arithmetisches Mittel aus Anfangs- und Endbestand.
Datenquelle: Scheidungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Tabelle C1.4.4 Ehescheidungen in Baden-Württemberg 2017 nach Staatsangehörigkeit

wdt_ID nach Merkmal Ehescheidungen (Anzahl) Ehescheidungen (Anteil in %)
1 beide deutsch 13.855 75,5
2 beide nicht deutsch 1.519 8,3
3 Frau deutsch / Mann nicht deutsch 1.466 8,0
4 Frau nicht deutsch / Mann deutsch 1.516 8,3

Datenquelle: Scheidungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Im Jahr 2017 wurden in Baden-Württemberg 62.720 Ehen gelöst, davon 44.358 oder 70,7 % durch Tod eines Ehepartners. In den überwiegenden Fällen (70,0 %) verursachte der Tod des Mannes die Auflösung der Ehe.
18.356 Ehelösungen oder 29,3 % fanden im Jahr 2017 durch Scheidung statt und somit 27 % weniger gegenüber dem Jahr 2004, in dem mit 25.129 Scheidungen der bisherige Höchststand seit Bestehen des Landes Baden-Württemberg registriert wurde.
Die Scheidungsziffer, also die Zahl der geschiedenen Ehen bezogen auf 10.000 bestehender Ehen, hat sich gegenüber dem Vorjahr von 79,5 auf 75,8 verringert.
Am häufigsten erfolgten im Jahr 2017 Scheidungen nach 6 bis 10 Ehejahren (21,8 %) sowie nach einer verhältnismäßig langen Ehedauer: 28,6 % aller Scheidungspaare waren 21 und mehr Jahre miteinander verheiratet.
In den meisten Scheidungsfällen (75,5 %) besaßen beide Ehepartner die deutsche Staatsangehörigkeit. In 16,2 % aller Fälle besaß nur eine_r die deutsche Staatsangehörigkeit, in 8,3 % der Fälle hatten beide Beteiligten eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Definition:
Zahl der Ehelösungen durch Tod bzw. durch Scheidung im zeitlichen Verlauf von 1950 bis 2017 sowie Ehescheidungen nach Ehedauer und Staatsangehörigkeit.

Bewertung und empirische Relevanz:
Der Indikator bildet die Stabilität von Ehen ab und gibt damit auch einen Hinweis auf die Entwicklung von Umbrüchen und Veränderungen in Lebensverläufen.

Hinweise:
In Folge der Reform des Ehe- und Familienrechts zum 1.7.1977 sind die Scheidungszahlen zurückgegangen.
Seit 1.10.2017 haben gleichgeschlechtliche Paare das Recht auf Eheschließung. Zuvor konnten gleichgeschlechtliche Paare in Deutschland nur eine eingetragene Lebenspartnerschaft schließen, welche im Vergleich zur Zivilehe mit den gleichen Pflichten, aber weniger Rechten ausgestattet ist.

Datenquelle:
Scheidungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle C1.4.2 Ehescheidungen in Baden-Württemberg im Jahr 2012 nach Ehedauer


wdt_ID Ehedauer (in Jahren) Geschiedene Ehen (Anzahl)
1 0 bis 2 819
2 3 bis 5 2.864
3 6 bis 10 5.352
4 11 bis 15 4.083
5 16 bis 20 3.426
6 21 und mehr 5.682
7 Insgesamt 22.226


Datenquelle: Scheidungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.



Tabelle C1.4.4 Ehescheidungen in Baden-Württemberg 2012 nach Staatsangehörigkeit


wdt_ID nach Merkmal Ehescheidungen (Anzahl) Ehescheidungen (Anteil in %)
1 beide deutsch 16.791 75,5
2 beide nicht deutsch 1.622 7,3
3 Frau deutsch / Mann nicht deutsch 1.949 8,8
4 Frau nicht deutsch / Mann deutsch 1.864 8,4

Datenquelle: Scheidungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


2016


Tabelle C1.4.2 Ehescheidungen in Baden-Württemberg im Jahr 2016 nach Ehedauer


wdt_ID Ehedauer (in Jahren) Geschiedene Ehen (Anzahl)
1 0 bis 2 752
2 3 bis 5 2.427
3 6 bis 10 4.367
4 11 bis 15 3.479
5 16 bis 20 3.055
6 21 und mehr 5.584
7 Insgesamt 19.664


Datenquelle: Scheidungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.



Tabelle C1.4.4 Ehescheidungen in Baden-Württemberg 2016 nach Staatsangehörigkeit


wdt_ID nach Merkmal Ehescheidungen (Anzahl) Ehescheidungen (Anteil in %)
1 beide deutsch 15.089 76,7
2 beide nicht deutsch 1.460 7,4
3 Frau deutsch / Mann nicht deutsch 1.636 8,3
4 Frau nicht deutsch / Mann deutsch 1.479 7,5

Datenquelle: Scheidungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


von Scheidung betroffene Kinder

Zahl der von Scheidung betroffenen minderjährigen Kinder

Zahl der von Scheidung der Eltern betroffenen minderjährigen Kinder im zeitlichen Verlauf.

Abbildung C1.5 Zahl der von Scheidung betroffenen minderjährigen Kinder in Baden-Württemberg im Zeitverlauf*


*) Zum Zeitpunkt der Urteilsverkündung; Zahlen für 1950–1960 teilweise geschätzt.
Datenquelle: Scheidungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle C1.5 Zahl der von Scheidung betroffenen minderjährigen Kinder in Baden-Württemberg im Zeitverlauf

wdt_ID Jahr von Scheidung betroffene minderjährige Kinder* (Anzahl)
1 1950 7.773
2 1960 5.889
3 1970 11.645
4 1980 11.583
5 1990 12.470
6 2000 19.158
7 2010 18.181
8 2017 14.560

*) Zum Zeitpunkt der Urteilsverkündung; Zahlen für 1950–1960 teilweise geschätzt.
Datenquelle: Scheidungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Die Zahl der von Scheidung betroffenen minderjährigen Kinder hat sich in den letzten Jahren parallel zu den Scheidungsfällen in Baden-Württemberg entwickelt. Nachdem die Zahl der Scheidungskinder bis auf den bisherigen Höchststand von 21.965 Kindern im Jahre 2004 angestiegen war, ist sie seither tendenziell rückläufig. Im Jahr 2017 waren 14.560 minderjährige Kinder von der Scheidung ihrer Eltern betroffen – gut 7 % weniger als im Jahr zuvor (1.113 Kinder). Im Vergleich zu 1990 lag die Zahl der von Scheidung betroffenen Kinder im Jahr 2017 allerdings um fast 17 % höher. Dies beruht nicht nur darauf, dass die Zahl der Ehescheidungen insgesamt heute höher ist, sondern auch darauf, dass sich deutlich mehr Ehepaare mit zwei oder mehr minderjährigen Kindern trennen als noch Anfang der 1990er-Jahre. Während 1990 etwa in jeder fünften Familie, in der sich die Eltern scheiden ließen, zwei oder mehr Kinder lebten, traf dies im Jahr 2017 auf knapp jede vierte der gerichtlich getrennten Ehen zu. Nach wie vor waren in fast der Hälfte aller Ehescheidungen keine minderjährigen Kinder betroffen.

Definition:
Zahl der von Scheidung der Eltern betroffenen minderjährigen Kinder im zeitlichen Verlauf.

Bewertung und empirische Relevanz:
Der Indikator bildet die Stabilität von Ehen ab und gibt damit einen Hinweis auf die Entwicklung von Diskontinuitäten und Brüchen im Lebensverlauf aus der Sicht von Kindern.

Datenquelle:
Scheidungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Geburtenrate

Geburtenrate

Lebendgeborene auf 1.000 Personen seit 1980 bis heute, differenziert nach Deutschen und Ausländer_innen und nach Familienstand der Mutter.

Abbildung C1.6 Lebendgeborene auf 1.000 Einwohner_innen in Baden-Württemberg im Zeitverlauf


*) Beide Elternteile deutsch oder Mutter deutsch, Vater nicht deutsch.
**) Beide Elternteile nicht deutsch oder Mutter nicht deutsch, Vater deutsch.
Datenquelle: Geburtenstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle C1.6 Lebendgeborene in Baden-Württemberg im Zeitverlauf

wdt_ID nach Merkmal 1980 1990 2000 2010 2017
1 Lebendgeborene (Anzahl) 99.721 118.579 106.182 90.695 107.375
2 -
3 Geburtenrate* Insgesamt 10,8 12,1 10,1 8,4 9,7
4 Deutsche** 9,6 11,3 9,0 7,5 8,2
5 Ausländer_innen*** 21,1 18,2 17,6 15,0 16,1
6 -
7 Familienstand der Eltern
8 Eltern miteinander verheiratet (in %) 93,8 91,3 84,5 78,0 74,9
9 Eltern nicht miteinander verheiratet (in %) 6,2 8,7 15,5 22,0 25,1

*) Lebendgeborene auf 1.000 Personen in Baden-Württemberg.
**) Beide Elternteile deutsch oder Mutter deutsch, Vater nicht deutsch.
***) Beide Elternteile nicht deutsch oder Mutter nicht deutsch, Vater deutsch.
Datenquelle: Geburtenstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Die Geburtenrate zeigt die Entwicklung im Zeitverlauf von 1980 bis 2017. Zwischen 1990 und 2010 zeigt sich ein deutlicher Rückgang. Im Jahr 2017 lag die Geburtenrate wieder in etwa auf dem Niveau des Jahres 2000. Der Anteil der nicht verheirateten Mütter ist im Zeitverlauf angestiegen und lag im Jahr 2017 bei 25,1 %.

Definition:
Lebendgeborene auf 1.000 Personen seit 1980 bis heute, differenziert nach Deutschen und Ausländer_innen und nach Familienstand der Mutter.

Bewertung und empirische Relevanz:
Die Geburtenentwicklung ist einer der wichtigsten Faktoren des demografischen Wandels. Die sogenannten Fertilitätsmaße stehen deshalb im Fokus des gesellschaftlichen Interesses. Im Gegensatz zur allgemeinen Fertilitätsrate wird die Anzahl der Lebendgeborenen hier auf die Gesamtbevölkerung bezogen. Dieses Fertilitätsmaß berücksichtigt nicht den Altersaufbau der Bevölkerung, und wird daher als „roh“ bezeichnet.

Datenquelle:
Geburtenstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Durchschnittliche Kinderzahl

Durchschnittliche Kinderzahl je Frau

Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer in Baden-Württemberg im zeitlichen Verlauf, differenziert nach Deutschen und Ausländer_innen.

Abbildung C1.7 Durchschnittliche Kinderzahl je Frau* in Baden-Württemberg im Zeitverlauf


*) Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer Lebendgeborener von deutschen bzw. ausländischen Müttern, bezogen auf deutsche bzw. ausländische Frauen.
Datenquelle: Geburtenstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle C1.7 Durchschnittliche Anzahl an Kindern je Frau* in Baden-Württemberg im Zeitverlauf

wdt_ID Jahr Insgesamt (Kinder je Frau) Deutsche (Kinder je Frau) Ausländerinnen (Kinder je Frau)
1 1980 1,5 1,4 2,4
2 1990 1,5 1,4 2,1
3 2000 1,4 1,3 1,8
4 2010 1,4 1,4 1,6
5 2017 1,6 1,5 1,9

*) Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer Lebendgeborener von deutschen bzw. nicht deutschen Müttern, bezogen auf deutsche bzw. nicht deutsche Frauen.
Datenquelle: Geburtenstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:

Die durchschnittliche Kinderzahl je Frau ist in Baden-Württemberg in den letzten Jahren wieder angestiegen und hat einen Stand wie zuletzt 1973 erreicht. Auf diesen Anstieg könnte unter anderem der Ausbau der Kinderbetreuung im Land Einfluss gehabt haben. Außerdem könnten hierfür die in den letzten Jahren positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit einem Höchststand an Erwerbstätigen und einer relativ geringen Arbeitslosenquote im Land eine Rolle spielen. Darüber hinaus hat durch die Zuwanderung die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter zugenommen.

Allerdings lag die durchschnittliche Kinderzahl je Frau auch im Jahr 2017 mit 1,6 Kindern je Frau weiterhin unter dem für eine Bestandserhaltung der Bevölkerung erforderlichen Niveau. Hierzu wäre eine durchschnittliche Kinderzahl je Frau von 2,1 Kindern je Frau notwendig. Dieser Wert wurde in Baden-Württemberg letztmals im Jahr 1970 erreicht. Eine durchschnittliche Kinderzahl je Frau unter diesem sogenannten Bestandserhaltungsniveau führt zu einem Rückgang und zur Alterung der Gesellschaft.

Definition:
Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer in Baden-Württemberg im zeitlichen Verlauf, differenziert nach Deutschen und Ausländer_innen.

Bewertung und empirische Relevanz:
Die zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer ergibt sich aus der Summe der altersjahresspezifischen Fruchtbarkeitsziffern eines Kalenderjahres. Sie gibt die Gesamtzahl der lebend geborenen Kinder an, die 1.000 Frauen im Laufe ihrer gesamten fruchtbaren Lebenszeit unter den Fruchtbarkeitsverhältnissen des betreffenden Kalenderjahres zur Welt bringen würden.

Datenquelle:
Geburtenstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Altersspezifische Geburtenziffer

Altersspezifische Geburtenziffer

Altersspezifische Geburtenziffer, differenziert nach Deutschen und Ausländer_innen.

Abbildung C1.8 Altersspezifische Geburtenhäufigkeiten in Baden-Württemberg 1975* und 2017


*) Für das Jahr 1975 sind für Mütter ab 45 Jahren keine Werte einzeln ausweisbar.
**) Differenz zwischen Berichtsjahr und Geburtsjahr der Mutter.
Datenquelle: Geburtenstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle C1.8 Altersspezifische Geburtenhäufigkeiten* in Baden-Württemberg 1975 und 2017

wdt_ID Alter** der Mutter (in Jahren) 1975: Insgesamt* (Anzahl) 2017: Insgesamt* (Anzahl) 2017: Mutter deutsch* (Anzahl) 2017: Mutter nicht deutsch* (Anzahl)
1 15 1,0 0,8 0,6 2,5
2 16 5,0 1,3 1,0 4,2
3 17 15,5 3,7 2,4 12,8
4 18 30,7 6,6 4,2 20,5
5 19 48,4 11,3 6,2 38,7
6 20 62,7 17,1 9,7 52,6
7 21 74,9 23,3 13,3 66,2
8 22 88,7 27,4 17,1 69,6
9 23 98,9 35,0 22,2 85,4
10 24 105,4 44,7 32,3 92,1

*) Lebendgeborene auf 1.000 Frauen gleichen Alters.
**) Differenz zwischen Berichtsjahr und Geburtsjahr der Mutter.
x = Keine Angabe, da Daten für das Jahr 1975 von Müttern ab 45 Jahren nicht einzeln ausweisbar sind.
Datenquelle: Geburtenstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Geburten verlagern sich zunehmend auf einen späteren Zeitpunkt im Leben der Mütter. Während vor 40 Jahren die Frauen deutlich jünger ihre Kinder bekamen, finden die Geburten heute in einer späteren Lebensphase statt. Geburten bei Frauen im Alter von Mitte 30 bis Anfang 40 sind heute keine Seltenheit mehr.

Definition:
Altersspezifische Geburtenziffer, differenziert nach Deutschen und Ausländer_innen.

Bewertung und empirische Relevanz:
Der Indikator spiegelt im Zeitvergleich Veränderungen im generativen Verhalten wider und gibt Aufschluss darüber, in welcher Altersphase die Entscheidung für ein Kind realisiert wird.

Datenquelle:
Geburtenstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Durchschnittsalter der Mütter bei erstem Kind

Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes

Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes im Zeitverlauf, differenziert nach Deutschen und Ausländerinnen.

Abbildung C1.9.1 Durchschnittliches Alter der Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes in Baden-Württemberg im Zeitverlauf*


*) Berücksichtigt sind lebendgeborene Kinder von verheirateten Müttern.
Datenquelle: Geburtenstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle C1.9.1 Durchschnittliches Alter der Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes in Baden-Württemberg im Zeitverlauf*

wdt_ID Jahr Durchschnittliches Alter (in Jahren)
1 1960 25,3
2 1965 25,1
3 1970 24,6
4 1975 24,9
5 1980 25,4
6 1985 26,4
7 1990 27,0
8 1995 28,2
9 2000 29,1
10 2005 29,8

*) Berücksichtigt sind lebendgeborene Kinder von verheirateten Müttern.
Quelle: Geburtenstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Tabelle C1.9.2 Durchschnittliches Alter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes* in Baden-Württemberg 2017

wdt_ID nach Merkmal durchschnittliches Alter (in Jahren)
1 Mütter insgesamt 30,2
2 Deutsche 30,7
3 Nicht deutsche 28,7

*) Berücksichtigt sind alle Mütter lebendgeborener Kinder, unabhängig von ihrem jeweiligen Familienstand.
Quelle: Geburtenstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Das Durchschnittsalter der verheirateten Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes hat sich in Baden-Württemberg seit 1970 stetig erhöht. Während eine Frau damals mit durchschnittlich 24,6 Jahren ihr erstes Kind gebar, ist der Wert im Jahr 2017 auf 30,7 Jahre gestiegen. Frauen gebären heute ihr erstes Kind also mehr als 6 Jahre später als noch vor knapp 5 Jahrzehnten. Diese Entwicklung ist beeinflusst von längeren Bildungs- und Ausbildungszeiten und ausgedehnten Phasen der beruflichen Etablierung der jüngeren Generation, denn eine finanziell gesicherte Basis wird oft als Voraussetzung zur Gründung einer Familie angesehen. Allerdings sinken die Chancen auf eine Schwangerschaft während deren Risiken mit zunehmendem Alter steigen und es bleibt öfter beim unerfüllten Kinderwunsch. Deutsche Frauen gebären ihr erstes Kind in Baden-Württemberg im Durchschnitt zwei Jahre später als nicht deutsche Frauen.

Definition:
Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes im Zeitverlauf, differenziert nach Deutschen und Ausländerinnen.

Bewertung und empirische Relevanz:
Dieser Indikator verdeutlicht, in welchem Alter Frauen mit der Familiengründung beginnen.

Hinweise:
Das Durchschnittsalter der Mütter bei Geburt des ersten Kindes im Zeitverlauf bezieht sich auf lebendgeborene Kinder von verheirateten Eltern, da vor dem Jahr 2001 dieses Merkmal nur bei verheirateten Müttern erhoben wurde. Bei der Differenzierung nach Staatsangehörigkeit werden alle Mütter berücksichtigt, unabhängig von ihrem jeweiligen Familienstand.

Datenquelle:
Geburtenstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle C1.9.2 Durchschnittliches Alter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes* in Baden-Württemberg 2012


wdt_ID Nach Merkmal durchschnittliches Alter (in Jahren)
1 Mütter insgesamt 29,7
2 Deutsche 30,0
3 Nicht deutsche 28,8

*) Berücksichtigt sind alle Mütter, unabhängig von ihrem jeweiligen Familienstand.
Quelle: Geburtenstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


2016


Tabelle C1.9.2 Durchschnittliches Alter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes* in Baden-Württemberg 2016


wdt_ID nach Merkmal durchschnittliches Alter (in Jahren)
1 Mütter insgesamt 30,1
2 Deutsche 30,6
3 Nicht deutsche 28,5

*) Berücksichtigt sind alle Mütter, unabhängig von ihrem jeweiligen Familienstand.
Quelle: Geburtenstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Kinderlosenquote

Kinderlosenquote

Kinderlose Frauen in Baden-Württemberg, differenziert nach schulischer und beruflicher Qualifikation sowie nach Migrationshintergrund.

Abbildung C1.10 Kinderlose Frauen in Baden-Württemberg 2016 nach schulischer und beruflicher Qualifikation


Einige Angaben basieren auf kleinen Fallzahlen, daher sind diese Zahlenwerte unsicher. Siehe dazu Angaben in Klammern in der zugehörigen Tabelle.
*) Einschl. eines Abschlusses der 8. oder 9. Klasse der polytechnischen Oberschule der DDR.
**) Einschl. eines Abschlusses der 10. Klasse der polytechnischen Oberschule der DDR.
***) Diplom, Bachelor, Master, Magister, Staatsprüfung, Lehramtsprüfung: Berufsakademie, Verwaltungsfachhochschule, Fachhochschule, Ingenieurschule, Duale Hochschule, Universität oder Promotion.
****) Einschl. eines Berufsvorbereitungsjahres und beruflichen Praktikums, da durch diese keine berufsqualifizierenden Abschlüsse erreicht werden.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Berechnungen FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle C1.10 Kinderlose Frauen in Baden-Württemberg 2016 nach schulischer und beruflicher Qualifikation*

wdt_ID nach Merkmal** im Alter von 50 bis unter 54 Jahren (in %) im Alter von 65 bis unter 75 Jahren (in %)
1 Schulabschluss
2 Haupt-, Volksschulabschluss*** 15,5 10,1
3 Realschulabschluss**** 17,6 16,4
4 ​(Fach-) Hochschulreife 26,4 18,4
5 -
6 Beruflicher Ausbildungsabschluss
7 Akademikerinnen***** 25,9 (18,3)
8 ohne berufliche Ausbildung****** (​13,0) 8,9
9 -
10 Migrationshintergrund*******

*) Mit Angaben zur Geburt von Kindern.
**) Mit Angaben zum höchsten Schulabschluss bzw. beruflichen Ausbildungsabschluss.
***) Einschl. eines Abschlusses der 8. oder 9. Klasse der polytechnischen Oberschule der DDR.
****) Einschl. eines Abschlusses der 10. Klasse der polytechnischen Oberschule der DDR.
*****) Diplom, Bachelor, Master, Magister, Staatsprüfung, Lehramtsprüfung: Berufsakademie, Verwaltungsfachhochschule, Fachhochschule, Ingenieurschule, Duale Hochschule, Universität oder Promotion.
******) Einschl. eines Berufsvorbereitungsjahres und beruflichen Praktikums, da durch diese keine berufsqualifizierenden Abschlüsse erreicht werden.
*******) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition im Glossar.
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Berechnungen FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Lange war vom Trend zur Kinderlosigkeit die Rede, insbesondere Frauen mit akademischer Ausbildung blieben häufiger ohne eigene Kinder als Nicht-Akademikerinnen. Tatsache ist, dass mit zunehmender Bildung der Anteil kinderloser Frauen steigt. Dies ist sowohl bei Frauen der „jüngeren Generation“ als auch bei Frauen der „älteren Generation“ zu beobachten. Allerdings setzt sich der Trend nicht beliebig fort, vielmehr verringerte sich der Anteil der kinderlosen Akademikerinnen im Jahr 2016 um knapp einen Prozentpunkt gegenüber 2012. Bei Akademikerinnen der „vorheriger Generation“ fiel dieser Rückgang deutlicher aus.
Frauen mit Migrationshintergrund sind deutlich seltener kinderlos als jene ohne. Lediglich 13,0 Prozent der Frauen in der Altersgruppe von 50 bis 54 Jahren waren ohne Kinder, während der Anteil bei Frauen ohne Migrationshintergrund in derselben Altersgruppe bei 21,2 Prozent lag. Im Vergleich zu 2008 bzw. 2012 ist der Anteil kinderloser Frauen mit Migrationshintergrund in dieser Altersgruppe aber deutlich angestiegen.

Definition:
Kinderlose Frauen in Baden-Württemberg, differenziert nach schulischer und beruflicher Qualifikation sowie nach Migrationshintergrund.

Bewertung und empirische Relevanz:
Die Kinderlosigkeit von Frauen wird anhand von zwei Altersgruppen untersucht. In der Altersgruppe der 50 bis 54-Jährigen ist die Geburtsphase bereits abgeschlossen, weitere Geburten sind nicht zu erwarten. Diese Altersgruppe wird mit den 65 bis 75-jährigen Frauen verglichen, die bereits einer früheren Generation angehören. Diese beiden Gruppen werden bezüglich ihrer schulischen und beruflichen Qualifikation gegenübergestellt.

Hinweise:
Die Daten werden nur alle 4 Jahre erhoben.

Datenquelle:
Mikrozensus, eigene Berechnungen FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2008


Tabelle C1.10 Kinderlose Frauen in Baden-Württemberg nach schulischer und beruflicher Qualifikation* 2008


wdt_ID nach Merkmal** im Alter von 50 bis unter 54 Jahren (in %) im Alter von 65 bis unter 75 Jahren (in %)
1 Schulabschluss
2 Haupt-, Volksschulabschluss*** 13,9 9,1
3 Realschulabschluss**** 14,0 15,5
4 ​(Fach-) Hochschulreife 20,4 (19,7)
5 -
6 Beruflicher Ausbildungsabschluss
7 Akademikerinnen***** (22,4) (22,4)
8 ohne berufliche Ausbildung****** (11,5) 7,6
9 -
10 Migrationshintergrund*******

*) Mit Angaben zur Geburt von Kindern.
**) Mit Angaben zum höchsten Schulabschluss bzw. beruflichen Ausbildungsabschluss.
***) Einschl. eines Abschlusses der 8. oder 9. Klasse der polytechnischen Oberschule der DDR.
****) Einschl. eines Abschlusses der 10. Klasse der polytechnischen Oberschule der DDR.
*****) Diplom, Bachelor, Master, Magister, Staatsprüfung, Lehramtsprüfung: Berufsakademie, Verwaltungsfachhochschule, Fachhochschule, Ingenieurschule, Duale Hochschule, Universität oder Promotion.
******) Einschl. eines Berufsvorbereitungsjahres und beruflichen Praktikums, da durch diese keine berufsqualifizierenden Abschlüsse erreicht werden.
*******) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition im Glossar.
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Berechnungen FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


2012


Tabelle C1.10 Kinderlose Frauen in Baden-Württemberg nach schulischer und beruflicher Qualifikation* 2012


wdt_ID nach Merkmal** Im Alter von 50 bis unter 54 Jahren (in %) Im Alter von 65 bis unter 75 Jahren (in %)
1 Schulabschluss
2 Haupt-, Volksschulabschluss*** 15,1 9,5
3 Realschulabschluss**** 15,7 14,1
4 ​(Fach-) Hochschulreife 25,5 20,5
5 -
6 Beruflicher Ausbildungsabschluss
7 Akademikerinnen***** 26,8 (22,1)
8 ohne berufliche Ausbildung****** (11,9) 8,9
9 -
10 Migrationshintergrund*******

*) Mit Angaben zur Geburt von Kindern.
**) Mit Angaben zum höchsten Schulabschluss bzw. beruflichen Ausbildungsabschluss.
***) Einschl. eines Abschlusses der 8. oder 9. Klasse der polytechnischen Oberschule der DDR.
****) Einschl. eines Abschlusses der 10. Klasse der polytechnischen Oberschule der DDR.
*****) Diplom, Bachelor, Master, Magister, Staatsprüfung, Lehramtsprüfung: Berufsakademie, Verwaltungsfachhochschule, Fachhochschule, Ingenieurschule, Duale Hochschule, Universität oder Promotion.
******) Einschl. eines Berufsvorbereitungsjahres und beruflichen Praktikums, da durch diese keine berufsqualifizierenden Abschlüsse erreicht werden.
*******) MH = Migrationshintergrund, siehe Definition im Glossar.
() = Angabe in Klammern, da Zahlenwert unsicher.
Datenquelle: Mikrozensus, eigene Berechnungen FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.