Gleichstellung

Arbeitsmarkt

Die Gleichstellung von Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt ist insofern wichtig, weil die Erwerbstätigkeit und ihr Umfang die finanzielle Situation in Gegenwart und Zukunft beeinflussen und somit eine große Rolle für Teilhabechancen spielen.

Die Gleichstellung von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt ist in den letzten Jahrzenten vorangeschritten. Das zeigt sich beispielsweise anhand der gestiegenen Erwerbsbeteiligung von Frauen.

Die Indikatoren in diesem Themenbereich sind mit der Erwerbstätigenquote und dem Beschäftigungsumfang von Frauen sowie den Verdienstunterschieden zwischen Männern und Frauen wichtige Kennzahlen für die Erfassung der Gleichstellung.

Erwerbstätigkeit

Erwerbstätigkeit

Der Indikator stellt die Erwerbstätigkeit von Frauen und Männern anhand der Erwerbstätigenquote und des Beschäftigungsumfangs dar.

Abbildung G3.1.1 Erwerbstätigenquote von Frauen und Männern in Baden-Württemberg 2017


Datenquelle: Mikrozensus, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle G3.1.1 Erwerbstätigenquote von Frauen und Männern in Baden-Württemberg 2017

wdt_ID nach Merkmal Anteil an erwerbstätigen Männern in der entsprechenden Altersgruppe (in %) Anteil an erwerbstätigen Frauen in der entsprechenden Altersgruppe (in %)
1 Insgesamt 81,9 73,5
2 -
3 Nach Altersgruppen
4 15 bis unter 20 Jahre 32,5 30,2
5 20 bis unter 25 Jahre 67,0 67,9
6 25 bis unter 30 Jahre 82,5 76,7
7 30 bis unter 35 Jahre 92,3 77,1
8 35 bis unter 40 Jahre 93,4 77,5
9 40 bis unter 45 Jahre 93,8 82,4
10 45 bis unter 50 Jahre 94,0 87,4

Datenquelle: Mikrozensus, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.



Tabelle G3.1.2 Beschäftigungsumfang von Frauen und Männern in Baden-Württemberg 2017

wdt_ID nach Merkmal Vollzeit-beschäftigt: insgesamt (in %) Vollzeit-beschäftigt: mit Kindern (in %) Vollzeit-beschäftigt: ohne Kinder (in %) Teilzeit-beschäftigt: insgesamt (in %) Teilzeit-beschäftigt: mit Kindern (in %) Teilzeit-beschäftigt: ohne Kinder (in %)
1 Erwerbstätige Männer 91,1 95,2 89,3 8,9 4,8 10,7
2 Erwerbstätige Frauen 50,8 26,8 61,7 49,2 73,2 38,3

Datenquelle: Mikrozensus, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Die Erwerbstätigenquote im Alter zwischen 15 und 65 Jahren betrug 2017 in Baden-Württemberg bei Frauen 73,5 %, bei Männern 81,9 %.
Die größten Unterschiede zwischen Männern und Frauen fanden sich in den beiden Altersgruppen der 30- bis 35-Jährigen sowie der 35- bis 40-Jährigen. In diesen beiden Altersgruppen lag die Erwerbstätigenquote von Frauen 15,2 bzw. 15,8 Prozentpunkte unter derjenigen gleichaltriger Männer. Ein wichtiger Grund für diese Unterschiede bei den 30- bis 40-Jährigen ist, dass in diesem Lebensalter häufig Familiengründung und Kindererziehung stattfinden, die nach wie vor stärkere Auswirkungen auf das Erwerbsleben von Frauen als das von Männern haben.
Der Blick auf den Beschäftigungsumfang von erwerbstätigen Männern und Frauen zeigt, dass dieser sich deutlich unterscheidet. Während bei berufstätigen Männern eine Beschäftigung in Vollzeit die Regel war (91,1 %), war diese bei den berufstätigen Frauen mit 50,8 % im Jahr 2017 deutlich seltener. Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass Männer mit Kindern sogar häufiger einer Vollzeitbeschäftigung nachgingen und seltener in Teilzeit arbeiteten als Männer ohne Kinder (Vollzeit: 95,2 % versus 89,3 %; Teilzeit 4,8 % versus 10,7 %). Bei den berufstätigen Frauen war es genau umgekehrt: Von den berufstätigen Frauen mit Kindern waren 73,2 % in Teilzeit und 26,8 % in Vollzeit beschäftigt, während berufstätige Frauen ohne Kinder mit 61,7 % deutlich häufiger in Vollzeit arbeiteten als in Teilzeit (38,3 %).
Bei der Interpretation ist zu beachten, dass die Höhe des Beschäftigungsumfangs bei Teilzeitbeschäftigungen nicht berücksichtigt wurde. Hinter Teilzeitbeschäftigung verbirgt sich daher eine heterogene Gruppe.

Definition:
Der Indikator stellt die Erwerbstätigkeit von Frauen und Männern anhand der Erwerbstätigenquote und des Beschäftigungsumfangs dar.

Bewertung und empirische Relevanz:
Die Erwerbsbeteiligung von Frauen im Vergleich zu Männern ist ein wichtiger Indikator für das Thema Gleichstellung. Die Vorstellung, dass Männer alleine für die Erwerbsarbeit zuständig sind und Frauen für die Hausarbeit ist, wie die Erwerbstätigenquote der Frauen zeigt, mittlerweile überholt. Allerdings besteht auch heute noch häufig eine traditionelle geschlechtsspezifische Arbeitsteilung insofern, dass Frauen neben ihrer Erwerbsarbeit überwiegend die Hausarbeit und Betreuung von Kindern und Angehörigen übernehmen. Dass es hauptsächlich Frauen sind, die die Herausforderung meistern müssen, Familie und Beruf zu vereinen, wirkt sich auf ihren Beschäftigungsumfang aus und erhöht damit auch das Risiko der Altersarmut.

Weitere Differenzierungsmerkmale:
In anderen Themenfeldern des Gesellschaftsmonitorings Baden-Württemberg finden Sie ergänzend folgende Differenzierungen zur Erwerbstätigenquote:

Hinweise:
Betrachtet werden Frauen und Männer am Hauptwohnsitz im Alter von 15 bis unter 65 Jahren.

Datenquelle:
Mikrozensus, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle G3.1.1 Erwerbstätigenquote von Frauen und Männern in Baden-Württemberg 2012


wdt_ID nach Merkmal Anteil an erwerbstätigen Männern in der entsprechenden Altersgruppe (in %) Anteil an erwerbstätigen Frauen in der entsprechenden Altersgruppe (in %)
1 Insgesamt 80,3 70,2
2 -
3 nach Altersgruppen
4 15 bis unter 20 Jahre 32,8 28,7
5 20 bis unter 25 Jahre 66,1 64,9
6 25 bis unter 30 Jahre 82,0 77,1
7 30 bis unter 35 Jahre 92,0 75,0
8 35 bis unter 40 Jahre 93,4 77,6
9 40 bis unter 45 Jahre 93,9 83,4
10 45 bis unter 50 Jahre 92,4 83,7

Datenquelle: Mikrozensus, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.



Tabelle G3.1.2 Beschäftigungsumfang von Frauen und Männern in Baden-Württemberg 2012


wdt_ID Nach Merkmal Vollzeit-beschäftigt: insgesamt (in %) Vollzeit-beschäftigt: mit Kindern (in %) Vollzeit-beschäftigt: ohne Kinder (in %) Teilzeit-beschäftigt: insgesamt (in %) Teilzeit-beschäftigt: mit Kindern (in %) Teilzeit-beschäftigt: ohne Kinder (in %)
1 Erwerbstätige Männer 91,8 96,0 90,1 8,2 4,0 9,9
2 Erwerbstätige Frauen 52,0 26,7 63,8 48,0 73,3 36,2

Datenquelle: Mikrozensus, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


2016


Tabelle G3.1.1 Erwerbstätigenquote von Frauen und Männern in Baden-Württemberg 2016


wdt_ID nach Merkmal Anteil an erwerbstätigen Männern in der entsprechenden Altersgruppe (in %) Anteil an erwerbstätigen Frauen in der entsprechenden Altersgruppe (in %)
1 Insgesamt 81,0 73,3
2 -
3 Nach Altersgruppen
4 15 bis unter 20 Jahre 32,3 29,9
5 20 bis unter 25 Jahre 65,9 66,2
6 25 bis unter 30 Jahre 82,5 79,2
7 30 bis unter 35 Jahre 91,1 77,0
8 35 bis unter 40 Jahre 92,9 77,4
9 40 bis unter 45 Jahre 92,5 84,1
10 45 bis unter 50 Jahre 93,3 86,7

Datenquelle: Mikrozensus, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.



Tabelle G3.1.2 Beschäftigungsumfang von Frauen und Männern in Baden-Württemberg 2016


wdt_ID nach Merkmal Vollzeit-beschäftigt: insgesamt (in %) Vollzeit-beschäftigt: mit Kindern (in %) Vollzeit-beschäftigt: ohne Kinder (in %) Teilzeit-beschäftigt: insgesamt (in %) Teilzeit-beschäftigt: mit Kindern (in %) Teilzeit-beschäftigt: ohne Kinder (in %)
1 Erwerbstätige Männer 91,7 95,6 90,0 8,3 4,4 10,0
2 Erwerbstätige Frauen 50,7 26,4 61,7 49,3 73,6 38,3

Datenquelle: Mikrozensus, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Verdienstunterschiede

Verdienstunterschiede

Der Indikator stellt die Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen anhand des unbereinigten Gender Pay Gap im Zeitverlauf dar.

Abbildung G3.2 Unbereinigter Gender Pay Gap im Zeitverlauf


Datenquelle: Verdienststrukturerhebung fortgeschrieben mit Ergebnissen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle G3.2 Unbereinigter Gender Pay Gap im Zeitverlauf

wdt_ID Jahr Baden-Württemberg (in %) Deutschland (in %)
1 2008 28 23
2 2009 27 23
3 2010 27 22
4 2011 27 22
5 2012 27 23
6 2013 27 22
7 2014 27 22
8 2015 27 22
9 2016 27 21
10 2017 27 21

Datenquelle: Verdienststrukturerhebung fortgeschrieben mit Ergebnissen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Der unbereinigte Gender Pay Gap betrug in Baden-Württemberg im Jahr 2017 27 % und ist damit um sechs Prozentpunkte größer als in Deutschland insgesamt (21 %).
Im Zeitraum zwischen 2008 und 2017 ist der unbereinigte Gender Pay Gap in Baden-Württemberg um einen Prozentpunkt gesunken. In Deutschland ist er im selben Zeitraum um zwei Prozentpunkte gesunken.

Definition:
Der Indikator stellt die Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen anhand des unbereinigten Gender Pay Gap im Zeitverlauf dar.

Bewertung und empirische Relevanz:
An den Verdienstunterschieden zwischen Männern und Frauen lässt sich erkennen, dass Frauen und Männer im Erwerbsleben finanziell nicht gleichgestellt sind.
Die Ursachen für die Verdienstunterschiede zwischen Männern und Frauen (wie Unterschiede bei Berufen, Beschäftigungsumfang, Bildungsstand, Berufserfahrung oder der geringere Anteil von Frauen in Führungspositionen) werden bei dem unbereinigten Gender Pay Gap nicht berücksichtigt.

Hinweise:
Bei den Ergebnissen der Jahre 2006, 2010, 2014 handelt es sich um Daten auf Basis der Verdienststrukturerhebung, in allen anderen Jahren um Fortschreibungen auf Basis der Vierteljährlichen Verdiensterhebung.

Datenquelle:
Verdienststrukturerhebung fortgeschrieben mit Ergebnissen der Vierteljährlichen Verdiensterhebung, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.