Gleichstellung

Bildung, Berufswahl und Ausbildung

Bildung, Berufswahl und Ausbildung sind wichtige Grundsteine für die Gleichstellung von Frauen und Männern, weil sie einen wesentlichen Einfluss auf Einkommen und Karrierechancen haben.

Die Indikatoren in diesem Themenfeld decken daher die Entwicklungen hinsichtlich formaler Qualifikationen ab und stellen außerdem die Berufs- und Fächerwahl von Männern und Frauen dar.

Abiturientenquote

Abiturientenquote

Der Indikator stellt den Anteil der Absolvierenden mit dem Abschluss der Hochschulreife der jeweiligen Geburtsjahrgänge im Zeitverlauf dar.

Abbildung G2.1 Abiturientenquote in Baden-Württemberg im Zeitverlauf


Datenquelle: Schulstatistik, eigene Darstellung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg.

Tabelle G2.1 Abiturientenquote in Baden-Württemberg im Zeitverlauf

wdt_ID Jahr Insgesamt (in %) Männer (in %) Frauen (in %)
1 1980 18,5 18,9 16,5
2 1990 24,8 25,6 24,0
3 2000 29,3 27,2 31,4
4 2010 37,4 33,6 41,4
5 2017 42,1 36,7 48,1

Datenquelle: Schulstatistik, eigene Darstellung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg.


Einordnung der Ergebnisse:
An den Abiturientenquoten lässt sich ablesen, dass sich die ehemalige Bildungsbenachteiligung von Mädchen und jungen Frauen mittlerweile ausgeglichen und sich das Verhältnis mittlerweile sogar umgekehrt hat:
In den 1980er- und 1990er-Jahren erwarben Absolventen häufiger eine Hochschulreife als Absolventinnen. Im Jahr 2000 lag der Anteil der Absolventinnen mit Hochschulabschluss bei 31,4 %, bei den Absolventen lag er bei 27,2 %. Seither nimmt der Geschlechterunterschied zu Gunsten der Absolventinnen zu: Im Jahr 2000 betrug die Differenz 4,2 Prozentpunkte, im Jahr 2017 11,4 Prozentpunkte.

Definition:
Der Indikator stellt den Anteil der Absolvierenden mit dem Abschluss der Hochschulreife der jeweiligen Geburtsjahrgänge im Zeitverlauf dar.

Bewertung und empirische Relevanz:
Von der bereits in den 1950er-Jahren einsetzenden Bildungsexpansion, also dem Ausbau des Bildungssektors vor allem im Bereich der mittleren und höheren Bildung (Gesamtschulen, Realschulen und Gymnasien sowie Hochschulen), konnten Mädchen und junge Frauen besonders profitieren und ihre einstige Bildungsbenachteiligung ausgleichen.
Damit stehen ihnen zunehmend – zumindest formal – die gleichen Karrierechancen offen wie Männern, beispielsweise der Zugang zu einem Studium. Dies übersetzt sich aber nicht unmittelbar in die Arbeitsverhältnisse und Aufstiegschancen im weiteren Lebensverlauf.
Mit der gestiegenen Bildungsbeteiligung von Mädchen und jungen Frauen haben sich auch die Lebensentwürfe gewandelt. Dies hat auf gesellschaftlicher Ebene Auswirkungen auf die Berufstätigkeit von Frauen, ihr Heiratsalter und die Familiengründung.

Hinweise:
Berechnet mit dem Quotensummenverfahren bzw. vor 2000 bezogen auf die Altersjahrgänge der 18- bis unter 21-Jährigen (gemittelt) am 1.1. des jeweiligen Jahres.

Datenquelle:
Schulstatistik, eigene Darstellung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg.

Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge

Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge

Der Indikator stellt die Berufswahl von Männern und Frauen anhand der Top 10 der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge von Männern und Frauen dar.

Abbildung G2.2.1 Top 10 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in Baden-Württemberg 2017 – Männer


Datenquelle: Berufsbildungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle G2.2.1 Top 10 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in Baden-Württemberg 2017 – Männer

wdt_ID nach Merkmal Anteil an Männern insgesamt (in %)
1 Rang 1 - Industriemechaniker 6,1
2 Rang 2 - Kraftfahrzeugmechatroniker 5,5
3 Rang 3 - Kaufmann im Einzelhandel 3,9
4 Rang 4 - Mechatroniker 3,5
5 Rang 5 - Elektroniker: Energie- und Gebäudetechnik 3,4
6 Rang 6 - Fachkraft für Lagerlogistik 3,1
7 Rang 7 - Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs-, Klimatechnik 3,1
8 Rang 8 - Industriekaufmann 2,6
9 Rang 9 - Kaufmann im Groß- u. Außenhandel: Großhandel 2,5
10 Rang 10 - Fachinformatiker: Systemintegration 2,5

Datenquelle: Berufsbildungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Abbildung G2.2.2 Top 10 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in Baden-Württemberg 2017 – Frauen


Datenquelle: Berufsbildungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle G2.2.2 Top 10 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in Baden-Württemberg 2017 – Frauen

wdt_ID nach Merkmal Anteil an Frauen insgesamt (in %)
1 Rang 1 - Medizinische Fachangestellte 8,5
2 Rang 2 - Kauffrau für Büromanagement 8,3
3 Rang 3 - Kauffrau im Einzelhandel 7,7
4 Rang 4 - Industriekauffrau 7,0
5 Rang 5 - Zahnmedizinische Fachangestellte 6,2
6 Rang 6 - Verkäuferin 5,4
7 Rang 7 - Friseurin 4,4
8 Rang 8 - Kauffrau im Groß- und Außenhandel: Großhandel 3,1
9 Rang 9 - Bankkauffrau 2,8
10 Rang 10 - Verwaltungsfachangestellte: Kommunalverwaltung 2,7

Datenquelle: Berufsbildungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Die Betrachtung der Top 10 der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge von Männern und Frauen im Jahr 2017 in Baden-Württemberg zeigt geschlechtsspezifische Vorlieben bei der Berufswahl.
Bei den Männern steht der Beruf des Industriemechanikers mit 6,1 % der abgeschlossenen Verträge auf Rang 1, gefolgt vom Kraftfahrzeugmechatroniker (5,5 %). Bei den Frauen ist die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten am beliebtesten (8,5 %), dicht gefolgt von der Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement (8,3 %).
Drei Berufe finden sich in den Top 10 beider Geschlechter, alle drei sind kaufmännische Berufe: Kaufmann und Kauffrau im Einzelhandel liegt bei Männern und Frauen auf Rang 3. Der Beruf des Industriekaufmanns findet sich bei den Männern auf Rang 8, bei den Frauen liegt der Beruf der Industriekauffrau auf Rang 4. Kaufmann im Groß- und Außenhandel (Fachrichtung Großhandel) liegt bei den Männern auf Rang 9, bei den Frauen findet sich die Kauffrau im Groß- und Außenhandel auf Rang 8.
Bei den Frauen sind 56,0 % der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge in den Top 10 der Frauen zu finden, bei den Männern sind es 36,3 %. Das bedeutet, dass sich die Berufswahl der Frauen auf weniger Berufe konzentriert als dies bei den Männern der Fall ist.

Definition:
Der Indikator stellt die Berufswahl von Männern und Frauen anhand der Top 10 der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge von Männern und Frauen dar.

Bewertung und empirische Relevanz:
Die Berufswahl ist noch immer geprägt von Geschlechterrollen oder Geschlechterstereotypen und wird somit nicht unabhängig vom Geschlecht getroffen. Mit der geschlechtsspezifischen Berufswahl geht auch eine geschlechtsspezifische Segregation der Gehälter einher, was damit zusammenhängt, dass die Gehälter in sogenannten „typischen Frauenberufen“ tendenziell geringer ausfallen. Diese geschlechtsspezifische Ungleichheit setzt sich bei den Renten fort. Die geschlechtsspezifische Berufswahl führt zudem auch dazu, dass in den jeweiligen sogenannten „typisch männlichen“ oder „typisch weiblichen“ Berufen wenige andere Vorbilder des jeweils anderen Geschlechts für die nächste Generation existieren.

Datenquelle:
Berufsbildungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle G2.2.1 Top 10 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in Baden-Württemberg 2012 – Männer


wdt_ID Nach Merkmal Anteil an Männern insgesamt (in %)
1 Rang 1 - Industriemechaniker 6,8
2 Rang 2 - Kraftfahrzeugmechatroniker 5,1
3 Rang 3 - Kaufmann im Einzelhandel 4,1
4 Rang 4 - Mechatroniker 3,3
5 Rang 5 - Elektroniker: Energie- und Gebäudetechnik 3,0
6 Rang 6 - Fachkraft für Lagerlogistik 2,8
7 Rang 7 - Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs-, Klimatechnik 2,7
8 Rang 8 - Industriekaufmann 2,6
9 Rang 9 - Kaufmann im Groß- u. Außenhandel: Großhandel 2,5
10 Rang 10 - Fachinformatiker: Systemintegration 2,5

Datenquelle: Berufsbildungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.



Tabelle G2.2.2 Top 10 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge in Baden-Württemberg 2012 – Frauen


wdt_ID Nach Merkmal Anteil an Frauen insgesamt (in %)
1 Rang 1 - Medizinische Fachangestellte 8,0
2 Rang 2 - Kauffrau für Büromanagement 7,4
3 Rang 3 - Kauffrau im Einzelhandel 6,5
4 Rang 4 - Industriekauffrau 6,5
5 Rang 5 - Zahnmedizinische Fachangestellte 5,2
6 Rang 6 - Verkäuferin 4,9
7 Rang 7 - Friseurin 4,2
8 Rang 8 - Kauffrau im Groß- und Außenhandel: Großhandel 4,1
9 Rang 9 - Bankkauffrau 3,9
10 Rang 10 - Verwaltungsfachangestellte: Kommunalverwaltung 3,5

Datenquelle: Berufsbildungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Studierende im ersten Hochschulsemester nach Fächergruppen

Studierende im ersten Hochschulsemester nach Fächergruppen

Der Indikator stellt die Verteilung der männlichen und weiblichen Studierenden an Hochschulen im ersten Hochschulsemester auf die unterschiedlichen Fächergruppen dar. Die Anteile an den einzelnen Fächergruppen nach Geschlecht beziehen sich jeweils auf alle Männer beziehungsweise alle Frauen, die im ersten Hochschulsemester eingeschrieben sind.

Abbildung: G2.3 Studierende im ersten Hochschulsemester in Baden-Württemberg im Wintersemester 2017/18


*) Bis SoSe 2015 Sprach- und Kulturwissenschaften.
Datenquelle: Studierenden- und Prüfungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle G2.3 Studierende im ersten Hochschulsemester in Baden-Württemberg im Wintersemester 2017/18

wdt_ID Nach Fächergruppen* Anteil an Studenten (in %) Anteil an Studentinnen (in %)
1 Geisteswissenschaften** 5,9 15,0
2 Sport 0,8 0,9
3 Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften 28,6 44,0
4 Mathematik, Naturwissenschaften 9,9 11,1
5 Humanmedizin, Gesundheitswissenschaften 2,8 6,3
6 Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, Veterinärmedizin 1,6 2,5
7 Ingenieurwissenschaften 46,8 14,9
8 Kunst, Kunstwissenschaft 1,9 3,2
9 Außerhalb der Studienbereichsgliederung 1,8 2,1

*) Ab WS 2015/16 zum Teil neue Zuordnung bisheriger Fächergruppen, Studienbereiche bzw. Studienfächer.
**) Bis SoSe 2015 Sprach- und Kulturwissenschaften.
Datenquelle: Studierenden- und Prüfungsstatistik, eigene Darstellung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg.


Einordnung der Ergebnisse:
Die Studienfachwahl der Studierenden im ersten Hochschulsemester zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern, insbesondere bei den Fächergruppen der Geisteswissenschaften, der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und der Ingenieurwissenschaften.
Die Ingenieurswissenschaften sind bei den Studienanfängern am beliebtesten, fast die Hälfte der Studienanfänger (46,8 %) entschied sich im WS 2017/2018 für Fächer aus diesem Bereich. Bei den Studienanfängerinnen waren es 14,9 %. Obwohl damit immer noch relativ wenige Frauen ein Ingenieursstudium aufnehmen, ist der Anteil seit dem WS 2012/2013 angestiegen (+ 3,7 Prozentpunkte).
Die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften werden von Studienanfängerinnen am häufigsten gewählt (44,0 %), bei den Studienanfängern entschieden sich 28,6 % für Fächer aus dieser Fächergruppe.
Ein deutlicher Geschlechterunterschied zeigt sich auch bei den Geisteswissenschaften. Diese werden von 15,0 % der Studienanfängerinnen und 5,9 % der Studienanfänger gewählt.

Definition:
Der Indikator stellt die Verteilung der männlichen und weiblichen Studierenden an Hochschulen im ersten Hochschulsemester auf die unterschiedlichen Fächergruppen dar. Die Anteile an den einzelnen Fächergruppen nach Geschlecht beziehen sich jeweils auf alle Männer beziehungsweise alle Frauen, die im ersten Hochschulsemester eingeschrieben sind.

Bewertung und empirische Relevanz:
Wie auch die Berufswahl (vgl. Indikator Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge) ist auch die Fächerwahl von Studierenden im ersten Semester nicht unabhängig von ihrem Geschlecht und zum Teil auch heute noch durch traditionelle Rollenbilder geprägt. Weil die sogenannten „typisch männlichen“ und „typisch weiblichen“ Studienfächer unterschiedliche Berufs- und Karrierechancen eröffnen, folgen darauf entsprechende geschlechtsspezifische Unterschiede beim Einkommen und der Rente (im Mittel).

Datenquelle:
Studierenden- und Prüfungsstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabellenarchiv:
2012


Tabelle G2.3 Studierende im ersten Hochschulsemester in Baden-Württemberg im Wintersemester 2012/13


wdt_ID Nach Fächergruppen* Anteil an Studenten (in %) Anteil an Studentinnen (in %)
1 Geisteswissenschaften** 7,1 22,6
2 Sport 0,7 0,9
3 Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften 26,8 38,9
4 Mathematik, Naturwissenschaften 23,9 14,9
5 Humanmedizin, Gesundheitswissenschaften 2,5 5,4
6 Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften, Veterinärmedizin 1,5 2,1
7 Ingenieurwissenschaften 35,0 11,2
8 Kunst, Kunstwissenschaft 1,7 3,2
9 Außerhalb der Studienbereichsgliederung 0,7 0,9

*) Ab WS 2015/16 zum Teil neue Zuordnung bisheriger Fächergruppen, Studienbereiche bzw. Studienfächer.
**) Bis SoSe 2015 Sprach- und Kulturwissenschaften.
Datenquelle: Studierenden- und Prüfungsstatistik, eigene Darstellung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg.


Frauenanteil an Promotionen und Habilitationen

Frauenanteil an Promotionen und Habilitationen

Der Indikator stellt den Anteil an Promotionen und Habilitationen von Frauen im Zeitverlauf dar.

Abbildung G2.4 Anteil von Frauen und Männern an Habilitationen in Baden-Württemberg im Zeitverlauf


Datenquellen: Studierenden- und Prüfungsstatistik und Statistik der Habilitationen, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle G2.4 Frauenanteil an Promotionen und Habilitationen in Baden-Württemberg im Zeitverlauf

wdt_ID Jahr Frauenanteil an Promotionen (in %) Frauenanteil an Habilitationen (in %)
1 1995 26,6 17,2
2 2000 32,6 19,1
3 2005 36,7 19,2
4 2010 45,1 23,6
5 2015 42,6 32,3
6 2017 42,8 26,3

Datenquellen: Studierenden- und Prüfungsstatistik und Statistik der Habilitationen, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Der Frauenanteil bei Promotionen hat im dargestellten Zeitraum seit 1995 insgesamt zugenommen: Im Jahr 1995 waren 26,6 % der Promovierenden weiblich. Anfang der 2000er-Jahre lag der Frauenanteil bei rund einem Drittel (32,6 % im Jahr 2000) und stieg bis 2010 auf knapp die Hälfte (45,1 %). Seit 2015 lag der Anteil mit rund 43 % etwas niedriger (42,8 % im Jahr 2017).
Der Frauenanteil bei erfolgreich absolvierten Habilitationen ist geringer als bei den Promotionen, 1995 lag er bei 17,2 %. Er stieg ebenfalls im beobachteten Zeitraum und lag im Jahr 2017 bei 26,3 %. (Hinweis für die Interpretation: Der Frauenanteil bei den Habilitationen in den jeweiligen Jahren schwankt stärker als bei den Promotionen, was mit den geringeren Fallzahlen bei den Habilitationen zusammenhängt).

Definition:
Der Indikator stellt den Anteil der Absolvierenden mit dem Abschluss der Hochschulreife der jeweiligen Geburtsjahrgänge im Zeitverlauf dar.

Bewertung und empirische Relevanz:
Der Indikator bildet ab, inwiefern Frauen wissenschaftliche Qualifikationen erlangen. Dies gibt Hinweise auf Strukturen, die die Zugangschancen von Frauen zu Spitzenpositionen im Hochschulbereich (Professuren) erschweren. Diese Chancen hängen nicht zuletzt auch mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zusammen, beispielsweise der Vereinbarkeit von Familie und Karriere.

Hinweise:
Die Daten der Studierenden- und Prüfungsstatistik beziehen sich jeweils auf das Sommersemester und das vorhergehende Wintersemester. Berücksichtigt werden auch private und theologische Hochschulen.

Datenquelle:
Studierenden- und Prüfungsstatistik und Statistik der Habilitationen, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.