Gleichstellung

Partizipation

Die Repräsentanz von Frauen in Führungspositionen und der Politik gilt als ein wichtiger Maßstab für die Gleichstellung von Frauen und Männern, da diese Positionen mit einem hohen Einfluss auf Entscheidungsprozesse verbunden sind.

Das Themenfeld beinhaltet Indikatoren zur Vertretung von Frauen in Führungspositionen der obersten Landesbehörden und der Privatwirtschaft sowie die Beteiligung von Frauen am Prozess der Meinungsbildung und Entscheidungsfindung auf Landes- sowie kommunaler Ebene.

Frauenanteil im Landesparlament und in den Kreistagen

Frauenanteil im Landesparlament und in den Kreistagen

Der Indikator stellt den Anteil weiblicher Abgeordneter dar, die bei den Landtagswahlen und den Kommunalwahlen (Kreistagswahlen) in Baden-Württemberg gewählt wurden.

Abbildung G1.1.1 Weibliche Abgeordnete der Landtagswahlen in Baden-Württemberg im Zeitverlauf


Datenquelle: Amtliche Wahlstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.

Tabelle G1.1.1 Weibliche Abgeordnete der Landtagswahlen in Baden-Württemberg im Zeitverlauf

wdt_ID Jahr Abgeordnete insgesamt (Anzahl) weibliche Abgeordnete (Anzahl) weibliche Abgeordnete (in %)
1 1976 121 6 5,0
2 1980 124 7 5,6
3 1984 126 8 6,3
4 1988 125 11 8,8
5 1992 146 16 11,0
6 1996 155 24 15,5
7 2001 128 28 21,9
8 2006 139 33 23,7
9 2011 138 25 18,1
10 2016 143 35 24,5

Datenquelle: Amtliche Wahlstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.


Abbildung G1.1.2 Weibliche Abgeordnete der Kreistagswahlen in Baden-Württemberg im Zeitverlauf


Datenquelle: Amtliche Wahlstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.

Tabelle G1.1.2 Weibliche Abgeordnete der Kreistagswahlen in Baden-Württemberg im Zeitverlauf

wdt_ID Jahr Abgeordnete insgesamt (Anzahl) weibliche Abgeordnete (Anzahl) weibliche Abgeordnete (in %)
1 1989 2.331 210 9,0
2 1994 2.35 308 13,1
3 1999 2.241 313 14,0
4 2004 2.283 352 15,4
5 2009 2.273 364 16,0
6 2014 2.228 425 19,1

Datenquelle: Amtliche Wahlstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.


Einordnung der Ergebnisse:
In den Landtag Baden-Württembergs wurden im Jahr 1976 sechs weibliche Abgeordnete gewählt, was einem Anteil von 5,0 % entspricht. Im Zeitverlauf ist der Anteil der in den Landtag gewählten Frauen insgesamt kontinuierlich angestiegen (Ausnahme: Wahl im Jahr 2011) und lag bei der Landtagswahl im Jahr 2016 bei 24,5 % (35 weibliche Abgeordnete).
Die Zunahme des Anteils weiblicher Abgeordneter ist in den 1980er und 1990er Jahren am stärksten ausgeprägt. Trotz der deutlichen Zunahme sind weibliche Abgeordnete im Landtag mit einem Anteil von rund einem Viertel nach wie vor deutlich unterrepräsentiert.

Der Anteil weiblicher Abgeordneter in den Kreistagen lag in Baden-Württemberg im Jahr 1989 bei 9,0 % und stieg bis 2014 stetig an auf 19,1 %. Der Anstieg des Anteils der in die Kreistage gewählten Frauen fällt damit geringer aus als die Zunahme bei den weiblichen Abgeordneten im Landtag im selben Zeitraum.

Definition:
Der Indikator stellt den Anteil weiblicher Abgeordneter dar, die bei den Landtagswahlen und den Kommunalwahlen (Kreistagswahlen) in Baden-Württemberg gewählt wurden.

Bewertung und empirische Relevanz:
Der Indikator zeigt, inwiefern Frauen im Landesparlament und in den Kreistagen vertreten sind und sich somit am politischen Prozess der Meinungsbildung und Entscheidungsfindung in Baden-Württemberg auf Landesebene wie auch auf kommunaler Ebene beteiligen.

Hinweise:
Dargestellt werden jeweils die Wahljahre.
Kreistagswahlen ohne Stadtkreise (keine Gemeinderäte enthalten). Angaben zu den Kreistagswahlen liegen erst ab 1989 vor.

Datenquelle:
Amtliche Wahlstatistik, eigene Darstellung FamilienForschung im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.

Frauenanteil an Führungspositionen der obersten Landesbehörden

Frauenanteil an Führungspositionen der obersten Landesbehörden

Der Indikator bildet den Anteil von Abteilungsleitungspositionen der obersten Landesbehörden ab, der von Frauen besetzt ist.

Abbildung G1.2 Frauenanteil an Führungspositionen der obersten Landesbehörden im Zeitverlauf


Datenquelle: Eigene Erhebung der Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder (GFMK), zitiert nach dem 3. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, eigene Darstellung FamilienForschung im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.

Tabelle G1.2 Frauenanteil an Führungspositionen der obersten Landesbehörden im Zeitverlauf

wdt_ID Jahr Baden-Württemberg (in %) Deutschland (in %)
1 2008 10,7 15,4
2 2011 15,4 20,3
3 2015 16,7 23,9
4 2017 26,2 25,0

Datenquelle: Eigene Erhebung der Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder (GFMK), zitiert nach dem 3. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, eigene Darstellung FamilienForschung im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.


Einordnung der Ergebnisse:
Der Anteil von Frauen, die eine Abteilung in einer obersten Landesbehörde leiten, hat in den letzten zehn Jahren zugenommen: In Baden-Württemberg stieg der Anteil von 10,7 % im Jahr 2008 auf 26,2 % im Jahr 2017.
In Deutschland lag der Anteil von Frauen in Führungspositionen in obersten Landesbehörden in den Jahren 2008 bis 2015 über dem in Baden-Württemberg.
Zwischen 2015 und 2017 lässt sich in Baden-Württemberg ein starker Anstieg des Frauenanteils in Führungspositionen in obersten Landesbehörden beobachten (+ 9,5 Prozentpunkte). Im Jahr 2017 war der Anteil von Frauen in Führungspositionen mit 26,2 % höher als in Deutschland insgesamt mit 25,0 %.

Definition:
Der Indikator bildet den Anteil von Abteilungsleitungspositionen der obersten Landesbehörden ab, der von Frauen besetzt ist.

Bewertung und empirische Relevanz:
Der Indikator bildet ab, wie stark Frauen in Führungspositionen in den obersten Landesbehörden in Baden-Württemberg vertreten sind. Dies gibt indirekt auch Auskunft über die Verwaltungskultur und die Personalentwicklung in den übrigen Hierarchieebenen, da diese die Aufstiegschancen von Frauen in Führungsebenen beeinflussen.
Die Chancen hängen außerdem nicht zuletzt auch mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zusammen, beispielsweise der Vereinbarkeit von Familie und Karriere.

Hinweise:
Als Führungsposition gelten hier Abteilungsleitungen, die im Geschäftsverteilungs- oder Organisationsplan ausgewiesen sind. Andere Funktionsebenen werden in diesem Indikator nicht berücksichtigt (beispielsweise Unterabteilungsleitungen oder Referatsleitungen).

Datenquelle:
Eigene Erhebung der Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder (GFMK), zitiert nach dem 3. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, eigene Darstellung FamilienForschung im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.

Frauenanteil an Führungspositionen der Privatwirtschaft

Frauenanteil an Führungspositionen der Privatwirtschaft

Der Indikator stellt den Anteil von Frauen in Führungspositionen in der „obersten Ebene“ und der „zweiten Ebene“ der Privatwirtschaft dar.

Abbildung G1.3 Frauenanteil an Führungspositionen der Privatwirtschaft im Zeitverlauf


*) Siehe Definition „oberste Ebene“ und „zweite Ebene“.
Datenquelle: IAB-Betriebspanel, zitiert nach dem 3. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, eigene Darstellung FamilienForschung im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.

Tabelle G1.3 Frauenanteil an Führungspositionen der Privatwirtschaft im Zeitverlauf

wdt_ID Jahr "oberste Ebene"*: Baden-Württemberg (in %) "oberste Ebene": Deutschland (in %) "zweite Ebene"*: Baden-Württemberg (in %) "zweite Ebene": Deutschland (in %)
1 2008 23,2 24,5 29,1 35,2
2 2012 24,0 26,3 31,4 38,0
3 2014 24,5 24,6 38,1 38,6
4 2016 24,1 25,9 36,8 40,5

*) Siehe Definition „oberste Ebene“ und „zweite Ebene“.
Datenquelle: IAB-Betriebspanel, zitiert nach dem 3. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, eigene Darstellung FamilienForschung im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.


Einordnung der Ergebnisse:
Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der obersten Ebene in der Privatwirtschaft lag in Baden-Württemberg im Jahr 2016 bei 24,1 %. Im beobachteten Zeitraum seit 2008 blieb er weitgehend stabil und lag in der Regel etwas unter dem Anteil von Frauen in Führungspositionen in Deutschland.
In der zweiten Ebene sind Frauen häufiger in Führungspositionen zu finden als in der obersten Ebene. In Baden-Württemberg lag der Anteil im Jahr 2016 bei 36,8 % und war damit um 12,7 Prozentpunkte höher als in der obersten Ebene.
Auch bei der zweiten Ebene gilt, dass die Frauenanteile von Führungspositionen deutschlandweit höher ausfallen als in Baden-Württemberg, im Jahr 2016 betrug die Differenz beispielsweise 3,7 Prozentpunkte.
Im Zeitverlauf zeigt sich außerdem, dass der Frauenanteil in der zweiten Ebene zwischen 2008 und 2016 sowohl in Baden-Württemberg als auch in Deutschland gestiegen ist. Gleichzeitig ist der Frauenanteil in der obersten Ebene eher stabil geblieben. Dies deutet darauf hin, dass Frauen zwar häufiger in Führungspositionen zu finden sind, es aber trotzdem nicht häufiger „nach ganz oben“ schaffen („gläserne Decke“).

Definition:
Der Indikator stellt den Anteil von Frauen in Führungspositionen in der „obersten Ebene“ und der „zweiten Ebene“ der Privatwirtschaft dar.

Bewertung und empirische Relevanz:
Der Indikator bildet ab, wie stark Frauen in Führungspositionen der Privatwirtschaft vertreten sind. Dies gibt indirekt auch Auskunft über die Unternehmenskultur und die Personalentwicklung in den übrigen Hierarchieebenen, da diese die Aufstiegschancen von Frauen in die Führungsebene beeinflussen. Die Betrachtung der „obersten Ebene“ und der „zweiten Ebene“ erlaubt auch Rückschlüsse darüber, inwiefern die Chancen von Frauen in Spitzenpositionen zu gelangen durch die sogenannte „gläserne Decke“ beeinflusst sind.
Die Chancen hängen außerdem nicht zuletzt auch mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zusammen, beispielsweise der Vereinbarkeit von Familie mit derund Karriere.

Datenquelle:
IAB-Betriebspanel, zitiert nach dem 3. Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, eigene Darstellung FamilienForschung im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg.