Vorausrechnungen stellen eine wichtige Orientierungshilfe dar, da sie die Basis für Analysen und Planungen der Entscheidungsträger beisteuern, mögliche (Fehl-) Entwicklungen aufzeigen und so die Unsicherheit über die Zukunft verringern helfen.

Bevölkerungsentwicklung und –vorausrechnung

Bevölkerungsentwicklung und -vorausrechnung

Dargestellt wird die Bevölkerung in Baden-Württemberg im Rückblick bis 1960 und im Vorausblick bis 2060.

Abbildung I2.1 Durchschnittsalter der Bevölkerung in Baden-Württemberg im Zeitverlauf


Datenquelle: Bevölkerungsfortschreibung und Bevölkerungsvorausrechnung, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle I2.1 Entwicklung und Vorausrechnung der Bevölkerung in Baden-Württemberg im Zeitverlauf nach Altersgruppen

wdt_ID Jahr Durch- schnitts- alter (in Jahren) Insgesamt (Anzahl in 1.000 Personen) unter 18 Jahre (in %) 18 bis unter 25 Jahre (in %) 25 bis unter 50 Jahre (in %) 50 bis unter 65 Jahre (in %) 65 bis unter 80 Jahre (in %) 80 Jahre und älter (in %)
1 Bevölkerungs-entwicklung
2 1960 34,8 7.727 26,1 12,5 32,9 18,6 8,6 1,3
3 1970 34,9 8.954 28,3 9,5 35,1 15,2 10,2 1,6
4 1980 37,1 9.260 24,0 11,5 35,1 15,1 11,9 2,4
5 1990 38,8 9.823 19,2 11,0 37,0 18,4 10,7 3,6
6 2000 40,2 10.529 19,9 7,9 38,1 18,2 12,2 3,7
7 2010 42,8 10.765 17,4 8,5 35,2 19,3 14,3 5,2
8 2017 43,4 11.023 16,9 8,4 32,7 22,0 14,1 5,9
9 -
10 Bevölkerungs-voraus- rechnung

Datenquelle: Bevölkerungsfortschreibung und Bevölkerungsvorausrechnung, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.


Einordnung der Ergebnisse:
Das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Baden-Württemberg ist seit 1960 von 34,8 um 8,6 Jahre gestiegen (auf 43,4 im Jahr 2017). Während 1960 noch gut ein Viertel (26,1 %) der Bevölkerung unter 18 Jahre alt war, werden es 2060 voraussichtlich nur noch 16,0 % sein. Der Anteil der älteren Bevölkerung wird in diesem Zeitraum voraussichtlich deutlich zunehmen: 1960 waren noch 1,3 % der Bevölkerung 80 Jahre oder älter, im Jahr 2060 werden es laut der Vorausrechnung 11,9 % sein.

Definition:
Dargestellt wird die Bevölkerung in Baden-Württemberg im Rückblick bis 1960 und im Vorausblick bis 2060.

Bewertung und empirische Relevanz:
Durch die Betrachtung der Altersentwicklung der Bevölkerung wird der demografische Wandel ersichtlich.

Hinweise:
Für die Jahre 1960 bis 2017 wurden Daten der Bevölkerungsfortschreibung verwendet, für die weiteren Jahre Ergebnisse der Hauptvariante der Bevölkerungsvorausrechnung für Baden-Württemberg (auf Basis 31.12.2017).

Datenquelle:
Bevölkerungsfortschreibung und Bevölkerungsvorausrechnung, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Jugend- und Altenquotient

Jugend- und Altenquotient

Dargestellt werden der Jugendquotient und der Altenquotient in Baden-Württemberg im Rückblick bis 1996 und im Vorausblick bis 2035.

Abbildung I2.2 Jugendquotient* und Altenquotient** in Baden-Württemberg im Zeitverlauf


*) Siehe Definition Jugendquotient.
**) Siehe Definition Altenquotient.
Datenquelle: Bevölkerungsfortschreibung und Bevölkerungsvorausrechnung, eigene Darstellung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle I2.2 Entwicklung und Vorausrechnung des Jugendquotients* und des Altenquotients** in Baden-Württemberg im Zeitverlauf

wdt_ID Jahr Bevölkerung unter 20 Jahre (in 1.000 Personen) Bevölkerung 65 Jahre und älter (in 1.000 Personen) Bevölkerung 20 bis unter 65 Jahre (in 1.000 Personen) Jugendquotient (in %) Altenquotient (in %)
1 Bevölkerungs-entwicklung
2 1996 2.306 1.554 6.515 35,4 23,8
3 2000 2.337 1.669 6.519 35,8 25,6
4 2005 2.288 1.954 6.494 35,2 30,1
5 2010 2.128 2.091 6.534 32,6 32,0
6 2015 2.098 2.152 6.630 31,6 32,5
7 2017 2.110 2.207 6.706 31,5 32,9
8 -
9 Bevölkerungs-vorausrechnung
10 2020 2.119 2.291 6.766 31,3 33,9

*) Siehe Definition Jugendquotient.
**) Siehe Definition Altenquotient.
Datenquelle: Bevölkerungsfortschreibung und Bevölkerungsvorausrechnung, eigene Darstellung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg.


Einordnung der Ergebnisse:
Im Jahr 2017 kamen auf 100 Personen im Erwerbsalter 32 Menschen unter 20 Jahren. Der Jugendquotient wird bis zum Jahr 2035 voraussichtlich auf 35 Personen unter 20 Jahren je 100 Personen im Erwerbsalter ansteigen. Dieser Anstieg ist auf die Zuwanderung zurückzuführen, die einen abmildernden Einfluss auf die Alterung der Bevölkerung hat. Der Altenquotient wird voraussichtlich in den nächsten Jahren nur leicht ansteigen, jedoch ab ca. 2020 deutlich zunehmen, da dann die geburtenstarken Jahrgänge nach und nach das Alter von 65 Jahren erreichen und überschreiten. Während 2017 auf 100 Personen im Erwerbsalter 33 Menschen im Alter von 65 Jahren und älter kommen, werden es im Jahr 2035 voraussichtlich 48 sein. Die Vorausberechnungen zeigen, dass die Zuwanderung den Alterungsprozess der baden-württembergischen Bevölkerung zwar etwas abschwächt, den demografischen Wandel jedoch nicht aufhalten kann.

Definition:
Dargestellt werden der Jugendquotient und der Altenquotient in Baden-Württemberg im Rückblick bis 1996 und im Vorausblick bis 2035.

Bewertung und empirische Relevanz:
Der Jugend- und der Altenquotient sind zwei Indikatoren aus der Demografie, die zur Beschreibung des Verhältnisses der Generationen zueinander herangezogen werden. Als Belastungsmaß geben sie Auskunft über das Verhältnis der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter zur jüngeren bzw. älteren Bevölkerung. Im Zeitverlauf lässt sich daraus indirekt die Entwicklung der (unter anderem finanziellen) Belastung der Erwerbsbevölkerung durch die Versorgung der Jungen bzw. Alten ableiten.

Hinweis:
Bis 2010 gilt die Fortschreibungen jährlich zum 31.12. auf Basis der Volkszählung 1987. Von 2011 bis 2017 gilt der Zensus 2011. Ab 2020 gilt die regionalisierte Bevölkerungsvorausrechnung Baden‑Württemberg (Hauptvariante mit Wanderungen), Basis ist hierbei der Bevölkerungsstand zum 31.12.2017.

Datenquelle:
Bevölkerungsfortschreibung und Bevölkerungsvorausrechnung, eigene Darstellung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg.

Haushaltsentwicklung und -vorausrechnung

Haushaltsentwicklung und -vorausrechnung

Dargestellt werden Haushaltsgrößen in Baden-Württemberg im Rückblick bis 1965 und im Vorausblick bis 2035.

Abbildung I2.3 Privathaushalte in Baden-Württemberg im Zeitverlauf


Datenquelle: Mikrozensus, eigene Auswertung FamilienForschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt.

Tabelle I2.3 Entwicklung und Vorausrechnung der Privathaushalte in Baden-Württemberg

wdt_ID Jahr Insgesamt (in 1.000 Haushalten) 1-Personen-Haushalt (in %) 2-Personen-Haushalt (in %) 3-Personen-Haushalt (in %) 4-Personen-Haushalt (in %) 5 und mehr Personen-Haushalt (in %)
1 Haushalts-entwicklung
2 1965 3.865 24,2 26,7 20,8 15,8 12,6
3 1970 4.308 24,6 25,7 19,1 16,3 14,2
4 1975 4.702 27,4 25,8 18,0 16,4 12,3
5 1980 4.744 29,8 27,4 17,1 15,9 9,8
6 1985 4.881 33,1 27,6 16,6 15,1 7,5
7 1990 5.042 36,3 27,7 16,4 13,9 5,8
8 1995 5.161 37,2 29,9 14,8 13,0 5,1
9 2000 5.201 36,1 31,0 14,3 12,9 5,6
10 2005 4.881 35,7 32,5 13,7 12,9 5,2

Datenquelle: Mikrozensus, eigene Darstellung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg.


Einordnung der Ergebnisse:
Während 1965 noch knapp ein Viertel (24,2 %) der Bevölkerung in Einpersonenhaushalten lebten, waren 2016 bereits 38,9 %. Der Anteil der Haushalte mit mind. fünf Personen ist von 12,6 % (1965) auf 4,2 % (2016) gesunken.

Bewertung und empirische Relevanz:
Zahlreiche Entscheidungen von sozialer, wirtschaftlicher und politischer Bedeutung betreffen nicht einzelne Personen, sondern private Haushalte. Beispielsweise bei der Ermittlung des Versorgungsgrades der Bevölkerung mit Wohnungen sind die Haushalte die Bedarfsträger und damit die geeignete Bezugsgröße für entsprechende Berechnungen.

Hinweis:
Für das Jahr 1970 wurden Volkszählungsergebnisse herangezogen, ansonsten die Ergebnisse des Mikrozensus. Ab 2011 erfolgte die Hochrechnung anhand der Bevölkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2011. Veränderungen der absoluten Werte zwischen 2011 und 2010 resultieren aus den im Zensus 2011 – gegenüber der Bevölkerungsfortschreibung auf Basis der Volkszählung 1987 – festgestellten niedrigeren Bevölkerungszahlen.

Datenquelle:
Mikrozensus, eigene Darstellung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg.